Selbstheilende Beschichtung hält Handys sauber

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Forscher der Technischen Universität Eindhoven haben eine wasserabweisende Beschichtung entwickelt, die Kratzer selbständig reparieren kann. Die schmutzresistenten Eigenschaften bleiben dabei erhalten, wie extremetech.com berichtet. Solange die Schicht nicht vollständig durchstoßen wird, funktioniert die Selbstheilung des Materials. Die Beschichtung besteht aus drei Komponenten: Unter einer wasserabweisenden Schicht befindet sich eine Lage aus Polymeren, darunter liegt ein Reservoir der hydrophoben Substanz, aus dem Schäden bei Bedarf gefüllt werden.

Wasserabweisend: selbstheilende Beschichtung (Foto: pixelio.de, Cornerstone)

Wird die Oberfläche der Beschichtung durch Abnutzung oder Kratzer zerstört, richten sich Stängel-artige Strukturen im Polymer neu aus und stellen die Oberfläche wieder her. Aus dem Reservoir wird anschließend das zur Wiederherstellung des wasserabweisenden Effekts notwendige Material geliefert. Damit kann die Lebensdauer von schmutzabweisenden Beschichtungen deutlich erhöht werden. Die Ergebnisse der niederländischen Forscher wurden im Fachjournal Advanced Materials veröffentlicht.

Selbstheilende Beschichtungen stehen schon länger zur Verfügung. Dass auch die funktionalen Eigenschaften von speziellen Beschichtungen sich erneuern können, ist ein Novum. Die Forscher hoffen die Technologie längerfristig auch für andere funktionale Beschichtungen verwenden zu können, etwa bei antibakteriellen, antikorrosiven oder ölabweisenden Schutzfilmen. Die Entwicklung aus Eindhoven ist interessant für verschiedene Industriezweige. Autos und Handys, die oberflächliche Kratzer selbst reparieren und noch dazu schmutzabweisend sind, finden sicher Käufer.

Straßenlaternen und Solarzellen könnten mit einer entsprechenden Schutzschicht länger sauber und damit effizienter sein. Airlines könnten mit der Beschichtung ihrer Flugzeuge den Luftwiderstand senken und so Treibstoff sparen. Noch ist es allerdings zu früh, um die Schutzfolie für den Handybildschirm in die Tonne zu schmeißen. Die Technologie wird momentan in Zusammenarbeit mit anderen Universitäten und der Industrie von den Forschern aus Eindhoven weiterentwickelt. Erste kommerzielle Produkte sind erst in sechs bis acht Jahren zu erwarten, dafür werden sie angeblich nicht teurer sein als heutige Beschichtungen. (pressetext)

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