So wollen PC-Hersteller den Tablet-Markt angreifen

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Die Computermesse Computex 2013 findet aktuell zum 33. Mal vom 4. bis zum 8. Juni in der taiwanischen Hauptstadt Taipeh statt. 1.700 Aussteller präsentieren dort ihre Produktneuheiten. Vor allem die PC- Urgsteine Microsoft und Intel wollen in diesem Jahr mit attraktiven Produkten und Preisen Kunden zurückgewinnen.

Iconia W3: nur eines der Tablet-Highlights (Foto: acer.com)

Die Hersteller planen deutlich preisgünstigere Laptops anzubieten, die dank Touchscreen wie Tablets bedient werden können. Erwartungsgemäß werden die Gerätepreise dieses Jahr um bis zu 50 Prozent fallen. Brancheninsindern zufolge werden die PC-Hersteller damit beginnen, dünnere und preisgünstigere „Zwei-in-eins“-Hybride anzubieten, deren Bildschirme gedreht werden können oder abnehmbar sind, sodass sie sowohl als klassischer Laptop als auch als Tablet genutzt werden können.

Die PC-Hersteller wagen außerdem einen neuen Anlauf für eine Reihe neuer eigener Tablets – vor allem kleine Modelle wie Apples iPad Mini – aber unter dem Apple-Einstiegspreis von 329 Euro. Besonders stark für den Neustart werben Microsoft und Intel, das Duo, das die PC-Ära beherrscht hat und dessen Wachstum durch den Aufstieg mobiler Geräte behindert wurde, weil Betriebssystem und Hardware überwiegend von der Konkurrenz kommen. „Es ist eine Tatsache, dass sich das Ökosystem neu erfinden muss“, sagte Kavin Turner, Microsoft Chief Operating Officer bei einer Investorenkonferenz vergangene Woche.

Um den Einstiegspreis für Laptops mit Touchscreen so günstig wie möglich zu gestalten, begann Microsoft vor kurzem damit, Herstellern von kleinen tragbaren PCs oder Tablets Rabatte bis zu zwei Drittel des Listenpreises für Software wie das Betriebssystem Windows oder die Bürosoftware Office zu gewähren, so ein Insider. Ein Ziel des Microsoft-Programms ist es, den Einstiegspreis von Laptops mit Touchscreen auf 300 US-Dollar (rund 230 Euro) zu senken, die heute in den USA typischerweise 700 Dollar (rund 540 Euro) und mehr kosten. Windows-Tablets mit einem Bildschirm mit 8-Zoll-Diagonale oder kleiner soll es sogar schon ab 200 Dollar (rund 150 Euro) geben, sagten die Insider.

Das hat allerdings bei Acer noch nicht funktioniert. Der taiwanische Hersteller stellt auf der Messe sein neues 8-Zoll Tablet Iconia W3 vor. Es ist laut Acer das erste 8-Zoll-Tablet, auf dem Microsofts Betriebssystem Windows 8 läuft. Der Listenpreis beträgt 379 Dollar (291 Euro) ohne Mehrwertsteuer. Im Preis enthalten ist eine vorinstallierte Version von Microsoft Office.

Eine weitere Maßnahme der PC-Industrie sind neue Prozessoren von Intel und AMD, darunter neue Energiesparmodelle, die Geräte ermöglichen sollen, die den Betrieb von Laptops und hybriden mobilen Geräten über einen ganzen Tag ohne Nachladen ermöglichen sollen. Das ist bei Tablets schon länger üblich.

Diese Entwicklungen sind nur das jüngste Zeichen für den heftigen Umbruch, den die Konkurrenz von Unternehmen wie Apple und Samsung ausgelöst hat, deren Umsätze durch Smartphones und Tablets stark gestiegen sind, während sich der PC-Markt abgekühlt hat.

„Für uns ist es zwingend, dass wir uns in Richtung von Detachables, Hybriden, Tablets, ‚Phablets‘ und Smartphones bewegen“, sagte Gregory Bryant, Vizechef von Intel für die Asien-Pazifik-Region. Als Phablets werden besonders große Smartphones bezeichnet, eine Mischung aus Smartphone und Tablet. Allerdings wird das für Intel kein Spaziergang. Denn derzeit haben die Konkurrenten noch einen entscheidenden Vorteil. Viele Hersteller mobiler Geräte setzen eine Kombination aus Googles kostenlosem Betriebssystem Android und Prozessoren von einer Reihe von Unternehmen ein, die das Chipdesign der britischen Firma ARM Holdings lizenzieren. Einige der Chips sind preislich näher an 10 Dollar im Einkauf, als an den 100 Dollar, die Intel lange Zeit für typische Prozessoren verlangt hat.

„Weil es eine Reihe von Herstellern gibt, ist die Konkurrenz viel größer“, sagte James Bruce, der bei ARM für die mobile Strategie zuständig ist. „Sie werden noch sehr viel mehr Innovationen und deutlich mehr Geräte sehen als traditionell auf dem Laptop-Markt.“ Unternehmen wie Amazon bieten bereits kleine Tablets mit ARM-Chips für weniger als 200 Euro an. Samsungs ARM-basiertes Laptop Chromebook ist mit einem Einstiegspreis von 300 Euro günstiger als die meisten Laptops mit Windows. Auch andere Hersteller – darunter Acer – zeigen auf der Computex PCs mit Android.

Ein wichtiger Vorstoß von Intel heißt Bay Trail. So nennt das Unternehmen die Aktualisierung der preisgünstigen und stromsparenden Prozessorserie Atom. Es wird erwartet, dass sie im Laufe des Jahres auf den Markt kommt. Dieser Chip und ein AMD-Prozessor namens Temash, zielen zusammen mit den Rabatten von Microsoft darauf, die Zahl der verkauften Tablets und Laptops, die die Touchbedienung von Windows 8 nutzen können, zu vergrößern, sagten Eingeweihte. Acer konnte den Einstiegspreis von Laptops mit Touchscreen bereits mit der Serie Aspire V5 senken, in der der AMD-Chip Temash verbaut ist. Das Gerät gibt es ab 400 Euro in Deutschland zu kaufen.

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