Sony: Engpässe bedrohen sechstes Werk in Japan, vorübergehende Schließung droht

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Einer Digitimes-Meldung zufolge wird Sony voraussichtlich in einem weiteren Werk die LCD-TV-Produktion zurückfahren oder unterbrechen. Als Folge des Erdbebens in Japan sowie der folgenden Nachbeben waren bereits fünf Werke im Kerngebiet beziehungsweise im Süden Japans durch Lieferengpässe von Materialien und Bauteilen beeinträchtigt. Beim nunmehr sechsten betroffenen Standort handelt es sich um das Kanazawa-Werk in der Aichi-Präfektur; eine mögliche Produktionsunterbrechung bis Ende März ist anberaumt.

Lieferengpass: Die mittelbaren Folgen des japanischen Bebens kommen zum Tragen. (Logo: Sony, Grafik: Gerd Altmann/pixelio.de)

Um die Ausfälle zu kompensieren, erwägt Sony, Teile der Produktion nach Übersee auszulagern. Vermutlich wird Foxconn (Hon Hai Precision Industry) als enger Kooperationspartner den größten Nutzen daraus ziehen. Das dürfte zumindest die Inhaber von Foxconn-Papieren erfreuen. Von allzu großer Bedeutung ist Kanazawa nicht – das Werk bedient hauptsächlich die moderate Nachfrage nach Premium-Modellen mit großen Bilddiagonalen, beispielsweise 3D-TVs.

Sony zufolge wurde die Fabrik nicht direkt vom Beben oder dem anschließenden Tsunami betroffen, sieht sich aber durch Knappheit gezwungen, den Umfang der laufenden zu verringern Operationen oder die Produktion zu unterbrechen, sobald Sony den benötigten Nachschub nicht mehr aus Lagerbeständen abdecken kann. Lieferanten von TV-Bauteilen gaben an, dass Bestellungen nach dem Erdbeben nicht in Richtung taiwanischer TV-Hersteller umgelenkt worden seien. Stattdessen verringerten die TV-Anbieter ihre Bestellvolumen. Marktbeobachtern zufolge hat Sony eine Bestellung von 40.000 LCD-TVs, die von Foxconn geliefert werden sollten, aufgehoben.

Prognosen für 2011 gehen davon aus, dass Sony 36 Millionen LCD-TVs verkaufen wird. Bis zu 80 Prozent des Absatzvolumens lassen die Japaner von Outsourcing-Partnern fertigen: Foxconn dürfte 15 bis 18 Millionen Geräte beisteuern, weitere acht Millionen Einheiten sollen aus der Herstellung von Wistron, Compal und TPV Technology stammen.

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