Sonys LCD-Sparte stärker von Erdbeben betroffen, Reform noch im August

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Die Auswirkungen des Erdbebens im März auf Sony sind deutlich größer als bisher angenommen. Umsatz und Gewinn des ersten Geschäftsquartals (April bis Juni) haben unter den Folgen gelitten und liegen deutlich unter den Ergebnissen des Vorjahres. Die operativen Einnahmen fielen um zehn Prozent auf 13,14 Milliarden Euro, heißt es in einer Pressemitteilung.

Klasse statt Masse: Sonys strategische Neuausrichtung tendiert zu Premium-Modellen. (Bild: Sony)

Im Bereich Consumer Products & Services, der auch das LCD-Geschäft abdeckt, ging der Umsatz seit dem Vorjahr um 17,9 Prozent zurück; das operative Ergebnis schrumpfte um 95 Prozent: Statt 236,5 können nur 14,95 Millionen Euro bilanziert werden. Als Hauptursachen nennen die Japaner die gesunkene Nachfrage aus den USA und Europa und den branchenweiten Preisverfall.

Neben der Naturkatastrophe und dem Absatzrückgang im Privatkundenbereich verweist Sony auf die unvorteilhafte Entwicklung der japanischen Währung und die Kosten der Umstrukturierung des Konzerns. Mit dem Umbau insbesondere der TV-Sparte will man gegenüber der harten Konkurrenz aus Südkorea wettbewerbsfähig bleiben, denn trotz insgesamt guter Verkaufszahlen ist es den Japanern nicht gelungen, den Bereich profitabel zu machen.

Sony geht davon aus, dass das LCD-Business dieses Jahr erneut Verluste schreibt und hat seine Absatzprognose bereits von 27 auf 22 Millionen Geräte gesenkt. Ende August werde es konkrete Pläne zur Unternehmensreform geben, bis dahin werde man nichts unversucht lassen und ziehe selbst Kooperationen in Betracht, wird Sony von Reuters zitiert. Der Nachrichtenagentur zufolge könnte die neue Strategie lauten, weniger Fernseher mit höheren Gewinnmargen zu verkaufen.

In Summe erwirtschaftete Sony einen Quartalsverlust von 134 Millionen Euro, während man im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch einen Gewinn von rund 222 Millionen meldete. Als Reaktion auf das Ergebnis korrigierte das Unternehmen die Geschäftsprognose für 2011 nach unten. Der Gesamtumsatz wird mit rund 61,7 Milliarden Euro vier Prozent niedriger angesetzt, der Gewinn soll bei etwa 519 Millionen Euro (minus 25 Prozent) liegen.

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