Tastatur-Handschuh: User schreiben einhändig

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US-Forscher haben einen mit Elektronik bestückten Handschuh entwickelt, der einhändige Texteingabe auf verschiedenen Geräten ermöglicht. Die Symbole für die Buchstaben sind über die Finger verteilt, die Auswahl erfolgt durch einen Druck des Daumens. Die Position der einzelnen Lettern richtet sich nach der Häufigkeit des Vorkommens in der englischen Sprache. Oft genutzte Buchstaben werden mit den einfachsten Gesten verknüpft. Der Hightech-Handschuh wird via Bluetooth mit Geräten verbunden und ist sowohl mit mobilen Geräten als auch mit PCs kompatibel.

Tastatur-Handschuh: im Winter angenehm (Foto: gauntletkeyboard.com)

„Entscheidend bei neuen Eingabetechnologien ist immer die Frage, wo sie eingesetzt werden können. Wenn User mit dem Handschuh schneller tippen können als per Tastatur, dann kann sich die Neuentwicklung überall durchsetzen. Ist das nicht der Fall, macht ein Einsatz nur in betimmten Situationen Sinn, etwa wenn mobile Texteingabe wichtig, eine Tastatur aber nicht praktisch ist“, erklärt Matthias Schroeder von UCDplus.

Entwickelt wird der Tastatur-Handschuh von einem Forscherteam der University of Alabama. Derzeit warten die Wissenschaftler um Jiake Liu auf die Bewilligung eines Patents. Danach soll das Gerät so schnell wie möglich auf den Markt gebracht werden. Derzeit firmiert die Technologie unter dem Namen „Gauntlet Glove“ (Generally Accessible Universal Nomadic Tactile Low-power Electronic Typist). Ins Gewebe des Handschuhs sind kleine, gedruckte Elektronikomponenten integriert. Die Signale werden drahtlos an ein beliebiges Gerät übermittelt.

Der Handschuh ist derzeit kompatibel mit Bluetooth-fähigen Tablets beziehungsweise Smartphones mit Android oder iOS. Auch Laptops und PCs werden problemlos unterstützt. Die Eingabe von Buchstaben erfolgt über den Daumendruck auf verschiedene Segmente der übrigen Finger. Das Löschen der Zeichen funktioniert über eine einfache Wisch-Geste. Das komplette System wiegt samt Batterie nur etwas über 50 Gramm. Für die Idee sind die beteiligten Forscher bereits ausgezeichnet worden. Sie haben kürzlich 20.000 Dollar Preisgeld vom College Innovator Fund erhalten.

Mit dem Gauntlet Glove wollen die jungen Forscher der alteingesessenen QUERTZ-Tastatur Konkurrenz machen. Für viele Anwendungen sind gängige Keyboards bei weitem nicht die beste Lösung. „Ergonomisch sind Tastaturen nicht optimal. Für den Handschuh müsste das getestet werden. Dass User ein zweites Gerät mitnehmen müssen, ist nicht optimal. Auch das Überstülpen kann in vielen Situationen unpraktisch sein“, so Schroeder.

User mit körperlichen Gebrechen und Computerspieler sind zwei der möglichen Zielgruppen. Vielversprechend ist aber vor allem der Einsatz als Eingabegerät für mobile Geräte. Für Smartphone- und Tablet-Nutzer gibt es bislang keine zufriedenstellende Eingabemethode für längere Texte. „Ein System mit derselben Funktionalität, aber ohne Handschuh, wäre optimal. Die Entwicklung geht auch in diese Richtung, aber die Akzeptanz für solche Technologien ist in der Gesellschaft noch nicht vorhanden“, erklärt Schroeder.

Längerfristig soll die Technologie im Zusammenspiel mit Augmented-Reality-Technologien wie Googles Project Glass völlig neue Methoden der Interaktion zwischen Mensch und Computer ermöglichen. „Dafür scheint die Technologie perfekt zu sein. In Ermangelung eines physischen Interfaces braucht die Hightech-Brille für viele Anwendungen ein geeignetes Eingabesystem“, so Schroeder. (pte)

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