Farbwiedergabe
Zunächst wird die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset und – falls vorhanden – in einem vordefinierten Modus (sRGB, Adobe RGB oder DCI-P3) getestet. Anschließend wird das Testgerät mit DisplayCAL kalibriert. Falls eine Hardwarekalibrierung möglich ist, wird der Monitor zusätzlich mit der Anwendung des Herstellers kalibriert. Für die Messungen wird eine eigene Software verwendet, als Messgerät kommt das Kolorimeter Calibrite Display Plus HL zum Einsatz.
Hinsichtlich Farbraumvolumen verspricht ViewSonic 108 % sRGB. Die Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung in der Werkseinstellung, da kein expliziter sRGB-Modus vorhanden ist, und nach der Softwarekalibrierung. Der sRGB-Modus sollte das größere Farbraumvolumen idealerweise entsprechend einschränken, was mangels eines entsprechenden Modus nicht möglich ist. Beim Farbraumvolumen ermitteln wir 122,2 % sRGB. Die Farbraumabdeckung im sRGB-Modus lag vor und nach der Kalibrierung bei 100 %.
Ein fehlender Farbumfang wird durch ein schwarzes Gitter gekennzeichnet, eine größere Abdeckung durch ein hellgraues.
| Farbraum | Abdeckung im Werks-Preset | Abdeckung nach Kalibrierung |
| sRGB | 100 % | 100 % |
| Adobe RGB | – | 79 % |
| ECI-RGB v2 | – | 72 % |
| DCI-P3 RGB | – | 82 % |
| ISO Coated v2 (FOGRA39L) | – | 94 % |
Messungen vor Kalibrierung und Profilierung
Farbmodus: Anwender-Modus (Werkseinstellung)
Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Die Graubalance (Delta-C-Average: 0,19; Delta-C-Range: 0,61) des ViewSonic VG2748A-2K ist messtechnisch bereits ab Werk sehr gut.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vergleich sRGB-Modus (Werkseinstellung) mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Mangels sRGB-Modus wird für die Messungen die Abstimmung ab Werk herangezogen. Bei der Graubalance (Delta-C-Average: 0,18; Delta-C-Range: 0,53) sind die Ergebnisse ausgezeichnet und bei den Farbwerten (Delta-E-2000-Average: 2,35) befriedigend. Die Maximalabweichung liegt bei hohen 7,75 Delta E 2000 (RGB: 255 0 0). Der Gammaverlauf beträgt im Schnitt 2,09 und verläuft nicht normgerecht.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Messungen nach Kalibration und Profilierung
Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus DisplayCAL heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.
Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.
Für die Kalibrierung wurden im OSD folgende Werte eingestellt:
| Bildmodus: | Büro „Custom 1“ |
| Helligkeit: | 38 |
| Kontrast: | 70 |
| Gamma: | 2,2 |
| Farbtemperatur: | Benutzerdefiniert |
| RGB: | 95|100|96 |
| Schärfe: | 50 |
Profilvalidierung

Der ViewSonic VG2748A-2K zeigt keine auffälligen Drifts oder unschöne Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Alle Kalibrierungsziele wurden erreicht. Die Graubalance ist sehr gut (Delta-C-Average: 0,42) und die Range mit 1,16 Delta C gut. Die Farbwerte sind sehr gut (Delta-E-2000-Average: 0,44; Delta-E-2000-Maximum: 1,11).
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch.
Die Graubalance ist gut (Delta-C-Average: 0,58). Die Range liegt bei 1,67 Delta C, was ebenfalls als gut zu werten ist. Die Farbwerte sind sehr gut (Delta-E-2000-Average: 0,38). Der Gammawert beträgt im Schnitt 2,23, und die Gammakurve verläuft weitestgehend korrekt. Die maximale Farbabweichung beläuft sich auf ein Delta E 2000 von 0,88 (RGB: 0 191 255).
Wer den ViewSonic VG2748A-2K auch für farbverbindliche Arbeiten im sRGB-Farbraum nutzen möchte, muss den Bildschirm zwingend kalibrieren. Die Ergebnisse sind nach der Kalibrierung ansprechend.
Die „Range“ bei Delta C (ΔC) bezieht sich auf den Bereich oder die Spanne der Farbunterschiede zwischen zwei Farben oder Farbwerten. Delta C ist eine Metrik, die in der Farbmessung und -analyse verwendet wird, um den Farbunterschied zwischen zwei Farbproben zu quantifizieren. Es misst, wie stark die Farben voneinander abweichen.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Backlight
Die Hintergrundbeleuchtung des ViewSonic VG2748A-2K wird nicht durch Pulsweitenmodulation (PWM) gedimmt, sodass keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flicker) auftreten. Getestet wurde bei einer Helligkeit von 100 %, 38 % (140 cd/m²) und 0 %. Damit ist der Bildschirm selbst bei reduzierter Helligkeit für ein längeres, ermüdungsfreies Arbeiten davor geeignet.
Sensorfunktionen
Der Sensor – oder die Sensoren, wie es im Handbuch heißt – ist mittig im unteren Rahmen unterhalb des ViewSonic Logos implementiert worden. Andere Sensoren konnten wir nicht finden. Eventuell kommen an gleicher Stelle verschiedene Sensoren zum Einsatz.

Der Sensor passt die Bildschirmhelligkeit automatisch an die Lichtverhältnisse der Umgebung an. Die Helligkeit kann manuell eingestellt oder vom Monitor automatisch vorgenommen werden.
Die Sensoren dimmen die Hintergrundbeleuchtung automatisch, wenn sie feststellen, dass der Nutzer den Monitor etwa 20 Sekunden lang nicht betrachtet. Wird der Sichtkontakt wiederhergestellt, schalten die Sensoren die Hintergrundbeleuchtung automatisch wieder ein, je nachdem, was gerade auf dem Bildschirm angezeigt wird. Bei aktivierter automatischer Dimmfunktion kann der Helligkeitswert nicht manuell verändert werden.

Beim Privatsphäre-Alarm warnt der Sensor, wenn er erkennt, dass sich jemand hinter dem Anwender befindet und auf den Bildschirm schaut. Das Fenster „Mehrere Betrachter erkannt“ erscheint und schließt sich nach etwa 10 Sekunden automatisch.
Die Pausenerinnerung erinnert den Anwender daran, nach einer oder zwei Stunden eine Pause einzulegen. Das Fenster „Zeit für eine Pause“ wird angezeigt und schließt sich nach etwa 10 Sekunden automatisch.
Der Sensor kann die Anwesenheit vertikal und horizontal erkennen. Tiefe und Breite des effektiven Bereichs betragen etwa 75 °. Die Sensoren erinnern den Anwender daran, die Haltung anzupassen, wenn er sich etwa eine Minute lang nach links oder rechts geneigt hat. Das Fenster „Überprüfen Sie Ihre Haltung“ erscheint und schließt sich nach etwa 10 Sekunden automatisch.
In der Praxis konnten wir zwar Helligkeitsveränderungen des Bildes wahrnehmen, die jeweils in drei Schritten sehr auffällig durchgeführt wurden. Uns konnte die automatische Dimmfunktion aber nicht überzeugen. Die Funktion „Haltungsprüfung“ war in unserem Test wirkungslos, obwohl wir jegliche Verrenkung ausprobiert haben.












