Test ViewSonic VP2788-5K: 5K-Display mit Thunderbolt 4
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Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des ViewSonic VP2788-5K
Coating des ViewSonic VP2788-5K
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der ViewSonic VP2788-5K besitzt eine matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des ViewSonic VP2788-5K wird nicht durch Pulsweitenmodulation (PWM) gedimmt, sodass keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flicker) auftreten. Getestet wurde bei einer Helligkeit von 100 %, 140 cd/m² und 0 %. Damit ist der Bildschirm selbst bei reduzierter Leuchtdichte für ein längeres, ermüdungsfreies Arbeiten davor geeignet.

Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen und steht ab Werk auf Stufe 50. Für die Beurteilung wurde diese Einstellung unverändert übernommen.

Im typischen PC-Betrieb wird der ViewSonic VP2788-5K mit nativer 5K-Auflösung (5120 × 2880) angesteuert. In diesem Szenario erfolgt die Skalierung von Inhalten – beispielsweise bei Videos oder Benutzeroberflächen – aufseiten der Grafikkarte, des Betriebssystems oder der jeweiligen Anwendung. Der Monitor selbst übernimmt dabei keine Skalierungsaufgabe.
Dieses Kapitel konzentriert sich daher ausschließlich auf den internen Scaler des ViewSonic VP2788-5K. Relevant wird er immer dann, wenn ein nicht natives Signal anliegt – etwa von externen Zuspielern, Konsolen oder Kameras oder bei bewusst reduzierter Ausgabe-Auflösung der Grafikkarte. In solchen Fällen muss das Eingangssignal auf die native Panel-Auflösung hochgerechnet werden.

Entscheidend ist dabei, ob sich eine Quellauflösung ganzzahlig auf 5K abbilden lässt. Formate wie WQHD (2560 × 1440) oder 720p (1280 × 720) lassen sich mit einem exakten Faktor von 2 beziehungsweise 4 auf 5120 × 2880 skalieren. Hier ist prinzipiell ein sauberes Integer-Scaling möglich, bei dem keine komplexe Interpolation erforderlich ist. Entsprechend klar fällt das Ergebnis aus.

Anders verhält es sich bei Full HD (1920 × 1080) oder 4K (3840 × 2160). Diese Auflösungen stehen nicht in einem ganzzahligen Verhältnis zur 5K-Matrix und müssen interpoliert werden. Abhängig vom Skalierungsalgorithmus können dabei leichte Weichzeichnungen oder minimale Strukturveränderungen auftreten, insbesondere bei feinen Linien und Textdarstellung.

Die folgenden Abbildungen zeigen exemplarisch, wie der ViewSonic VP2788-5K mit unterschiedlichen Eingangsauflösungen umgeht und welche qualitativen Unterschiede sich daraus ergeben. Ziel ist es dabei, die Leistungsfähigkeit des internen Scalers zu beurteilen – nicht die grundsätzliche Sinnfrage einer 5K-Arbeitsauflösung vorwegzunehmen. Dieser Aspekt wird im anschließenden Kapitel separat betrachtet.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 3840 x 2160, Vollbild
Testgrafik 3840 × 2160, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 3840 x 2160, Vollbild
Textwiedergabe 3840 × 2160, Vollbild
Testgrafik 1900 x 1080, Vollbild
Testgrafik 1900 × 1080, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 × 720, Vollbild
Textwiedergabe 1920 x 1080, Vollbild
Textwiedergabe 1920 × 1080, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 × 720, Vollbild

Bei nativer 5K-Zuspielung ist die Bildschärfe erwartungsgemäß ausgezeichnet. Auch WQHD und 720p werden sauber hochgerechnet. Bei 720p ist nachvollziehbar, dass die Pixelvergrößerung durch zusätzliche Zwischenabstufungen erfolgt, wodurch Konturen minimal weicher erscheinen können. Farbverfälschungen oder störende Artefakte sind dabei nicht erkennbar.

Full HD wird insgesamt noch überzeugend umgesetzt. Am anspruchsvollsten zeigt sich hingegen 4K (3840 × 2160). Hier offenbart sich die grundsätzliche Problematik der nicht ganzzahligen Skalierung auf 5K. Der interne Scaler arbeitet dabei auf einem Niveau, das mit GPU-seitiger Skalierung vergleichbar ist; eine sichtbar bessere Qualität ergibt sich durch Auslagerung auf die Grafikkarte nicht.

Das OSD bietet für abweichende Bildformate die Modi „Breitbild“, „4:3“ und „1:1“. Der Gestaltungsspielraum bleibt damit begrenzt, eine pixelgenaue 1:1-Darstellung ist jedoch möglich.

Insgesamt bleiben Texte und Testgrafiken – dem jeweiligen Skalierungsfaktor entsprechend – gut bis sehr gut lesbar. Die unvermeidbaren Interpolationsartefakte fallen insgesamt gering aus und beeinträchtigen die Praxistauglichkeit nicht wesentlich.

 Signal Verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Wiedergabe Unskalierte Wiedergabe
SD (480p) Nein Ja
SD (576p) Nein Ja
HD (720p) Ja Ja
HD (1080p) Ja Ja
UHD (4K) Ja Ja
PC (5:4) Nein Ja
PC (4:3) Teilweise (1600 × 1200 nein, 1024 × 768 ja) Ja
PC (16:10) Nein Ja
PC (16:9) Ja Ja

5K: Wozu ist das gut? Und für wen lohnt es sich?

Mit einer nativen Auflösung von 5120 × 2880 Pixeln bietet ein 5K-Display rund 14,7 Millionen Bildpunkte und damit nochmals deutlich mehr als ein klassischer 4K-Monitor. Theoretisch verspricht das eine besonders feine Darstellung mit hoher Detailtreue und sehr dichter Pixelstruktur. In der Praxis bringt diese Auflösung jedoch nicht nur Vorteile, sondern auch konzeptionelle und technische Herausforderungen mit sich, deren Relevanz stark vom jeweiligen Einsatzbereich abhängt.

Auflösung Pixel (HxV) Diagonale Pixel ppi (≈)
5K 5120 × 2880 5873 218
4K (UHD) 3840 × 2160 4405 163
QHD (WQHD) 2560 × 1440 2937 109
Full HD (1080p) 1920 × 1080 2203 82

5K unter Windows: Hoher Anspruch, begrenzter Mehrwert

Unter Windows wird ein 5K-Monitor in der Regel in nativer Auflösung betrieben, ergänzt durch eine Skalierung der Benutzeroberfläche auf Betriebssystemebene. Das funktioniert grundsätzlich zuverlässig, setzt jedoch eine leistungsfähige Grafik-Hardware und dpi-sauber programmierte Anwendungen voraus.

Nicht jede Software skaliert ihre Oberfläche konsistent. Insbesondere ältere Programme oder spezialisierte Tools können bei sehr hohen dpi-Werten entweder zu klein erscheinen oder visuell uneinheitlich wirken. Der praktische Mehrwert gegenüber 4K fällt im üblichen Arbeitsabstand daher geringer aus, als es der reine Pixelzuwachs zunächst vermuten lässt.

Videos und Spiele: Skalierung als Dauerbegleiter

Im Bereich Video und Gaming zeigt sich die 5K-Auflösung noch deutlicher als Sonderfall. Die meisten Inhalte liegen in Full HD, 1440p oder 4K vor – 5K-Quellen sind praktisch nicht existent. Skalierung ist daher unvermeidlich.

Besonders relevant ist, dass 4K (3840 × 2160) kein ganzzahliger Teiler der 5K-Matrix ist. 4K-Inhalte müssen daher interpoliert werden. Während 1440p auf 5K sauber mit Faktor 2 skaliert werden kann, entsteht bei 4K zwangsläufig eine rechnerische Anpassung. Das kann – abhängig vom Algorithmus – zu minimaler Weichzeichnung führen.

Auch im Gaming-Bereich ist native 5K-Darstellung möglich, verlangt allerdings eine erhebliche Rechenleistung. Selbst leistungsstarke GPUs stoßen hier schnell an ihre Grenzen. In der Praxis wird daher häufig in 4K oder 1440p gerendert und anschließend hochskaliert – mit den bekannten Kompromissen.

Eigene Tests zeigen, dass GPU-seitige Skalierung keine grundsätzlich besseren Ergebnisse liefert als die interne Skalierung des Monitors. Das im vorherigen Kapitel beschriebene Interpolationsverhalten liefert somit eine realistische Einschätzung dessen, was bei nicht nativer Zuspielung zu erwarten ist.

Warum 5K im Apple-Ökosystem harmonischer wirkt

Im Apple-Umfeld wirkt 5K im Alltag oft stimmiger integriert. Das liegt weniger an der Auflösung selbst als an der Gesamtarchitektur: Hochwertige Skalierungsroutinen, temporale Glättungsverfahren, bewusst eingesetzte leichte Weichzeichnung und meist geringere Sitzabstände sorgen für einen sehr homogenen Eindruck.

macOS ist seit Jahren konsequent auf hochauflösende, skalierte Oberflächen ausgelegt. Dadurch fügt sich 5K dort organischer in den Arbeitsalltag ein als unter Windows. Das erklärt auch, warum 5K-Monitore wie der ViewSonic VP2788-5K häufig als preislich attraktivere Alternativen zu Apples eigenen 5K-Displays wahrgenommen werden.

Für wen ist 5K sinnvoll?

Ein 5K-Monitor bietet Vorteile für Anwender, die

  • intensiv mit feinen Schriften, Layouts oder Vektorgrafiken arbeiten,
  • von einer sehr hohen Pixeldichte bei moderatem Sitzabstand profitieren,
  • und in einem Umfeld arbeiten, in dem Betriebssystem und Software konsequent dpi-optimiert sind.

Weniger geeignet ist 5K für Nutzer, die

  • primär 4K- oder niedrig aufgelöste Videoinhalte konsumieren,
  • hohe Frameraten im Gaming priorisieren,
  • oder unter Windows mit Programmen arbeiten, die mit sehr hohen dpi-Werten nur eingeschränkt umgehen können.

In diesen Szenarien stellt ein guter 4K-Monitor – je nach Anwendung auch QHD – häufig die ausgewogenere Lösung dar.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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