Touchscreen-Software sortiert Falscheingaben aus

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Die Bedienung von Touchscreens auf Smartphones und Tablets könnte aus User-Sicht deutlich verbessert werden. Eines der Hauptprobleme bei der Steuerung der berührungsempfindlichen Eingabegeräte ist das unabsichtliche Ankommen oder Abrutschen auf den Tastenfeldern virtueller Keyboards oder ungünstig am Bildschirmrand angebrachten Funktionsbuttons, heißt es aus der Forschungsabteilung von Nokia Research. Doch derartige Probleme könnten schon bald der Vergangenheit angehören: Nokia-Forscher haben eine spezielle Software entwickelt, die bis zu 80 Prozent der ungewollten Eingaben der Nutzer erkennt und diese automatisch aussortiert, um Tippfehler und ungewollte Kommandos zu verhindern.

Touchpad-Eingabe: Software soll Fehler verhindern (Foto: flickr.com/Elsie esq)

„Wir haben eine Software konstruiert, die selbstständig den Unterschied zwischen einer absichtlichen Berührung und einem ungewollten Missgeschick feststellen kann“, zitiert der NewScientist die verantwortlichen Nokia-Forscher Juha Matero und Ashley Colley. Um das spezielle Programm erstellen zu können, haben die beiden Computeringenieure kurzerhand einfach 17 ihrer Kollegen, die sich über Fehler bei der Touchpad-Eingabe beschwerten, für eine Reihe verschiedener Usability-Tests rekrutiert und sich dabei ganz genau angeschaut, wann und wo es die größten Probleme gibt.

Das Ergebnis: Von insgesamt mehr als 4.000 registrierten Touchfeldbefehlen stellten sich 1.500 als unabsichtliche Fehler heraus. Rund 99,7 Prozent der korrekten Eingaben wurden in einer Zeitspanne von 70 bis 400 Millisekunden durchgeführt. Die ungewollten „Ausrutscher“ dauerten in der Regel wesentlich kürzer. Matero und Colley fanden zudem heraus, dass es vor allem dann zu Problemen kommt, wenn Programm-Icons einen Millimeter oder weniger vom Bildschirmrand entfernt platziert werden. Diese Resultate bildeten dann die Basis für die Entwicklung der neuartigen Software.

Wenn es um die Fehleranfälligkeit der Touchpad-Eingabe geht, ist Nokia aber nicht das einzige Unternehmen, das einigen Verbesserungsbedarf ortet. Auch IBM hat beispielsweise bereits ein eigenes Patent für ein neues Touchscreen-Keyboard eingereicht, das schnelleres und fehlerfreies Tippen auf Tablets und Smartphones ermöglichen soll. Ob und wann die entsprechenden technologischen Ansätze tatsächlich auch in die im Handel erhältlichen Endgeräte verbaut werden, steht bislang aber noch nicht fest. (pressetext)

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