Unterhaltung auf Smartphones boomt

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Zwischen 2010 und 2011 ist die Nutzung von mobiler Unterhaltung auf Smartphones und Tablets um 82 Prozent gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommen die Marktforschungsinstitute Millenial Media und comScore, die einen klaren Trend zum mobilen Fernsehen feststellen. Während die Nutzung von Online-Diensten boomt, hat sich die Anzahl von Smartphones um ein Viertel erhöht. Der Studie zufolge werden multimediale Inhalte auf Smartphones also immer öfter genutzt.

Unterhaltungselektronik: Trend zu Zweitbildschirm (Foto: flickr.com/Panarm)

„In Zukunft erwarten wir uns, dass der Werbemarkt verstärkt auf mobile Plattformen setzt und den traditionellen Print-Sektor verlassen wird. Bei mobilen Angeboten stellen wir einen regen Austausch zwischen den Werbetreibenden und Konsumenten fest“, sagt Forschungsleiter Marcus Startzel.

In der Studie wurde auch die Relevanz von mobilen Inhalten für die Werbe- und Unterhaltungsindustrien untersucht. Dabei beobachten die Wissenschaftler, dass mittlerweile 35 Prozent aller Kino-, Theater- und Konzerttickets über mobile Dienste bestellt werden. Aufgrund dieser Entwicklung haben sich die Werbeausgaben in diesem Segment um 133 Prozent erhöht.

Die Bewerbung von neuen Kinofilmen, DVDs und Videospielen war im vergangenen Jahr der am stärksten umkämpfte Werbemarkt. Die Steigerung des Markenbewusstseins und eine konstante Marktpräsenz sind laut der Studie auch weiterhin sehr beliebt.

Die Marktforscher haben auch untersucht, welche Betriebssysteme bei der mobile nutzung von Unterhaltungsinhalten zum Einsatz kommen. Wenig überraschend liefern sich Googles Android (47 Prozent) und Apples iOS (33 Prozent) einen Kampf an der Spitze. Weit abgeschlagen landen die in den USA stark verbreiteten BlackBerrys auf dem dritten Platz.

Der rasante Anstieg der Nutzung von mobiler Unterhaltung ist auch mit dem Trend zum „Second Screen“ zu erklären. Die Darmstädter Unternehmensberaterfirma Anywab hat im Juli eine Studie zur Internetnutzung mit Bezug zum aktuellen TV-Programm veröffentlicht. Darin ist von einem Wandel in der Mediennutzung dank mobiler Endgeräte die Rede. Eine Erkenntnis der Studie ist, dass 84 Prozent der Internetnutzer zwischen 14 und 49 Jahren gelegentlich während des Fernsehens im Internet surfen.

„Second Screen ist eine kleine Revolution auf dem Unterhaltungsmarkt, die nicht von den TV-Sendern ausgelöst wurde, sondern von den Nutzern. Erste Experimente von großen Medienhäusern gab es bereits. Ich erwarte, dass spätestens bis zur nächsten Bundestagswahl entsprechende Angebote auf den Markt kommen“, sagt Anywab-Geschäftsführer Boris von Heesen im pressetext-Interview. Der Experte sieht in dieser Entwicklung keine Konkurrenz zu herkömmlichen TV-Angeboten, sondern eine „Aufwertung konventioneller Inhalte“.

„Die starke Verbreitung von Smartphones und Tablets bei gleichzeitig steigendem Angebot von mobilen Apps wird den Second Screen beflügeln. Die Internetwirtschaft wird ihre Angebote auf das Fernsehverhalten abstimmen, und die TV-Sender werden mit kombinierten Formaten versuchen, die Zuschauer in ihrem Mikrokosmos zu halten“, prognostiziert von Heesen abschließend. (pressetext)

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