Weltpremiere: 3D-Kino ohne Qualitätseinbußen

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Auf der International Broadcasting Convention (IBC) in Amsterdam ist dem Kinopublikum erstmals eine neue Laser-Projektionstechnologie vorgestellt worden, die 3D-Filme detailgenau auf die Leinwand zaubert, ohne dabei die üblichen Einbußen in puncto Helligkeit und Klarheit hinnehmen zu müssen. Die neue Technik namens „6P Digital Light Projection“ aus dem Hause Christie soll laut Hersteller völlig neue Maßstäbe in Sachen 3D-Kinoerlebnis setzen.

Kinobesucher: „6P Digital Light Projection“ von Christie soll neues Nutzererlebnis bringen. (Bild: Pressetext)

„Die Umsätze im Bereich der 3D-Kinoticket-Verkäufe sind seit 2011 rückläufig. Mit der neuen 6P-Laser-Projektion setzen wir dazu an, das dreidimensionale Erlebnis im Kinosaal neu zu definieren und der Filmwirtschaft und den Kinobetreibern unter die Arme zu greifen“, heißt es auf der Christie-Webseite. Die Vorteile der „revolutionären Methode“ seien offensichtlich: „Eine noch nie dagewesene Helligkeit, die Gleichmäßigkeit des Bildes und der hohe Betrachtungskomfort sind nur einige der Pluspunkte“, so das britische Unternehmen.

Heute übliche 3D-Verfahren setzen auf Projektoren, die zwei Bilder – jeweils eines für das linke und rechte Auge – auf die Leinwand projizieren. Die erforderliche Kanaltrennung wird dabei mithilfe von Polarisationsfiltern erreicht, die vor den Projektorlinsen angebracht und in den 3D-Brillen der Zuseher verbaut werden. Der Nachteil: Der Einsatz solcher Filter ist immer auch mit einem Verlust an Helligkeit verbunden.

Die von Christie entwickelte Technik setzt im Vergleich dazu auf zwei Projektoren, die gleichzeitig unterschiedliche Bilder auf die Leinwand schicken. Statt der herkömmlichen Polarisation werden spezielle Laser genutzt, um das Videomaterial auf beide Augen zu verteilen. In Kombination mit 3D-Brillen, die jeweils nur Licht mit der Wellenlänge eines der beiden Laser-Projektoren durchlassen, entsteht so ein qualitativ unbeeinträchtigtes Bild, das auch in Sachen Helligkeit den Werten von 2D-Filmen entspricht.

Zum jetzigen Zeitpunkt hatte allerdings erst eine kleine ausgewählte Gruppe aus der Unterhaltungsindustrie wirklich die Chance dazu, sich selbst ein Bild von den Möglichkeiten und Vorteilen der neuen Projektionstechnologie zu verschaffen. Eine erste exklusive Weltpremiere ging erst kürzlich im Zuge der IBC über die Bühne, auf der in einem speziell umgerüsteten Kinosaal die beiden Hollywood-Streifen „Life of Pie“ und „Planet der Affen: Revolution“ bestaunt werden konnten.

Ob und wann das vielversprechende neue Verfahren auch in normalen Kinos Einzug halten wird, lässt sich im Moment noch nicht sagen. Als ein bedeutender Faktor in diesem Zusammenhang wird sich der deutlich höhere Anschaffungspreis entsprechender Laser-Projektoren erweisen. Diese könnten laut Experteneinschätzung bis zu zehnmal so viel kosten wie die normale 2D-Variante. (pte )

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