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REPORTAGE

Wie stelle ich meinen LCD-Fernseher optimal ein?

Von Simon Blohm
23.05.2008, 16:28 Uhr

Die Bildqualität von modernen LCD-Fernsehern kann durch richtige Einstellungen im On-Screen-Menü des TVs deutlich verbessert werden. Häufig sind die Werkseinstellungen nicht perfekt, sondern auf die Präsentation im Ladenlokal eines Händlers abgestimmt und stellen ein übertrieben farbenfrohes Bild dar, um potentielle Käufer zu beeindrucken.

Ein optimal justierter Fernseher sollte die Bilddaten originalgetreu wiedergeben. Das heißt, dass keine Farbstufen ineinander verwaschen, Konturen klar zu sehen, aber nicht übertrieben scharf sind und das Bild insgesamt nicht zu hell oder zu dunkel ist. Eventuell muss der Fernseher auch auf die Beleuchtung des Raumes, in dem er steht, angepasst werden. Sehr helle Räume erfordern dementsprechend auch ein helleres Fernsehbild, in dunklen Räumen sollte das Bild dagegen nicht zu hell sein, da dies auf Dauer zu anstrengend für die Augen ist.

Die meisten Fernseher ermöglichen bei der Bildoptimierung die Werte für Helligkeit, Kontrast, RGB-Stufen, Schärfe, Gamma und Farbbalance anzupassen. Kontrast bezeichnet den Unterschied zwischen den hellen und dunklen Bereichen eines Bildes. Ist dieser zu gering eingestellt wirkt das Bild flau und farblos, ist der Kontrastwert dagegen zu hoch, wirkt es silhouettenhaft und künstlich. Ein guter Kontrast unterstützt die Farben, verstärkt sie aber nicht zu sehr. Die Farben selbst werden mit den RGB-Stufen eingestellt. Diese geben an, zu welchen Teilen Rot, Grün und Blau im Fernsehbild vorhanden sind. Idealerweise sind sie gleich stark vertreten, manche Fernseher setzen aber etwas mehr auf grün - ganz einfach weil das menschliche Auge mehr Grün- als Rot- oder Blautöne kennt.

Amazon: Referenz DVD

Eine Eigenart des menschlichen Auges begründet auch den Gamma-Wert; das Auge nimmt Helligkeitsanstiege nicht linear wahr. Gamma passt das Helligkeitsverhalten des Fernsehers dahingehend an, dass die empfundene Helligkeit in dunklen Bereichen steiler und in hellen weniger steil ansteigt. Das bedeutet, dass der mittlere Helligkeitsbereich stärker vertreten ist als der extrem helle oder dunkle. Der Gamma-Wert gibt also an, ab wann Farben wie viel heller oder dunkler dargestellt werden, als sie eigentlich sind. Idealerweise beträgt der Gamma-Wert 2.2, denn dieser Wert lässt das Bild insgesamt etwas "knackiger' erscheinen".

Bei LCD-Fernsehern sind vor allem Helligkeit (und damit Gamma) und der Kontrast sehr wichtig. Da LCD Fernseher mit einer Hintergrundbeleuchtung arbeiten, ist Schwarz nie zu 100 Prozent dunkel. Aus diesem Grund tendieren viele Nutzer dazu, den Fernseher zu dunkel einzustellen. Für sehr helle Räume wird dagegen häufig eine zu hohe Grundhelligkeit für das TV-Gerät gewählt, was ebenfalls zu keinem optimalen Ergebnis führt. Ein Dilemma, an dem das Augenmaß leider scheitert.

Erste Anlaufstelle im Internet für Testbilder: Burosch Audio-Video-Technik. Zu erkennen ist das AVEC-Testbild. (Foto: Burosch)

Eine Möglichkeit die Farbeinstellungen relativ genau zu justieren, ist die Verwendung von Testbildern. Diese sind häufig auf DVDs zu finden, die entsprechenden HiFi-Fachzeitschriften beiliegen. Auch auf manchen Film-DVDs sind als Bonusmaterial Testbilder und sogar Test-Töne enthalten. THX zertifizierte DVDs verfügen in der Regel über solche Extras. Selbstverständlich gibt es Referenz-DVDs auch zu kaufen.

Entsprechende DVDs gibt es aber auch kostenlos im Internet per Download. Im Zeitalter von DSL und Flat-Tarifen stellt dies in der Regel keinen Hinderungsgrund dar, vorausgesetzt Ihr PC-Equipment verfügt über einen DVD-Brenner. Als erste Anlaufstelle zu diesem Thema sei die Internetseite Burosch Audio-Video-Technik genannt, einer der wohl anerkanntesten Testbild-Anbieter Deutschlands.

Testbilder funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Ist der Fernseher nicht richtig eingestellt, wird das Testbild auch nicht richtig dargestellt. Das ist zwar mit allen Bildern und Filmen der Fall, auf Testbildern sind allerdings bestimmte Skalen und Farbverläufe dargestellt, an welchen man die falschen Einstellungen und deren Art und Ausmaß erkennen kann.

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