Amtran: Umsatzplus trotz April-Schlappe, BOE-Minus ungeklärt

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Ungünstiges Konsumklima im amerikanischen Markt hat die April-Erlöse des taiwanischen LCD-TV-Herstellers Amtran Technology um ein Drittel geschmälert. Wie die Digitimes berichtet, ist der konsolidierte Erlös des Unternehmens im Vergleich zum Vormonat um 35 Prozent auf 3,5 Milliarden NT-Dollar (86,01 Millionen Euro) gefallen; in Jahresfrist hat der Umsatz um 14,8 Prozent abgenommen.

Ursachensuche: Welche Faktoren sind verantwortlich für BOEs Nettoverlust?. (Bild/Logo: BOE Technology)

Trotz April-Schlappe gelang es Amtran, den kumulierten Umsatz von Januar bis April um 2,4 Prozent auf 18,98 Milliarden NT-Dollar (461,65 Millionen Euro) zu erhöhen. Das in Quartal eins erreichte Absatzziel von etwa 950.000 verkauften Geräten soll laut dem Hersteller im Zeitraum zwischen April und Juni wiederholt werden. Mit Hinblick darauf, dass Amtrans Auftraggeber Vizio seine Führungsposition im TV-Segment Nordamerikas gegen Dauerkonkurrent Samsung behaupten will, scheint das Ziel realistisch zu sein.

Nach Angaben des Unternehmens herrscht in Nordamerika von Januar bis Juni Off-Season, erfahrungsgemäß läuft das TV-Business erst im zweiten Halbjahr richtig an. Amerikanische Konsumenten hätten ihr limitiertes Budget während des ersten Tertials auf die Anschaffung von kleineren Elektronikprodukten wie Tablet-PCs und Smartphones verwendet, anstatt LCD-Fernseher zu kaufen. Branchenbeobachtern zufolge ist das Amerika-Geschäft so schlecht, dass einige Hersteller 3D-TVs billiger anbieten als gleichgroße LED-Modelle.

Verlustreicher als bei Amtran schließt der chinesische Branchenkollege BOE Technology das erste Quartal 2011 ab. Das führende chinesische Flat-Panel-Unternehmen hatte für den Zeitraum einen Nettoverlust 700 Millionen Renminbi (etwa 75 Millionen Euro) taxiert – ohne Begründung. Wie immer hätten die Absätze zum chinesischen Neujahrsfest besser sein können, aber besonders auf dem Land hatte die Branche – unterstützt durch ein staatliches Förderprogramm – neue Käuferschichten erschlossen. Außerdem dominierten die chinesischen TV-Unternehmen mit einem Verkaufsanteil von 64 Prozent vor der ausländischen Konkurrenz.

Der Verlust des Unternehmens, das Panel für Samsungs Galaxy Tab liefert, Chinas erste 8,5G-Fabrik betreibt und dessen 6G-Strecken seit Dezember mit 95 Prozent Auslastung laufen, verlangt nach einem detaillierten Quartalsbericht, den BOE bislang jedoch schuldig bleibt.

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