Posts by ego

    Die Selektion wird sich auf die Eigenschaften beschränken, die einer hohen Serienstreueung unterliegen, wozu bei Bildschirmen mit "edge-lit" LED-Hintergrundbeleuchtung die Ausleuchtung gehört, die Graubalance vermutlich eher nicht. Bei Eigenschaften mit hoher Serienstreuung werden die Hersteller angesichts der Bedeutung von Tests für die Kaufentscheidung sicher kein Risiko eingehen wollen.

    Das Argument war etwas kryptisch formuliert, deshalb in der Langform: Unter "UGRA-Test" verstehe ich nicht nur die mit UDACT vorgenommenen Tests, die im engeren Sinne zur UDACT certification gehören, sondern auch den optionalen Uniformity Check nach ISO 12646, eine Norm, die alle hier interessanten Aspekte wie Homogenität der Leuchtdichte und Betrachtungswinkel berücksichtigt, den ihr aber nach euren verlinkten UGRA-Berichten im PDF-Format zu urteilen grundsätzlich auslasst. Die max. Abweichung der Leuchtdichte etwa soll 10% nicht überschreiten, und auch wenn eure eigene Messmethode nicht direkt mit der von UDACT vergleichbar ist (15 vs. 9 Messpunkte ), hat der geteste BenQ in der oberen rechten Ecke eine Abweichung von immerhin 14%, weshalb er die Empfehlung der UGRA nicht einhält und allein deshalb den "UGRA-Test" nicht besteht. (mit etwas größerem Aufwand lassen sich wahrscheinlich auch farbmetrische Abweichungen anführen) Der BenQ ist also kein Gegenbeispiel zu meiner Aussage.

    Nach Querlesen des Tests hat der TN-Monitor die Zertifizierung nur deshalb bekommen, weil der Uniformity Check optional ist (offenbar eine andere ISO-Norm) und nicht in die Zertifizierung einfließt. Das einzige andere relevante Kriterium, das nicht erfasst ist, ist die (TN-typische) Blickwinkelabhängkeit. Angesehen vom letzten Punkt sehe ich den Monitor deshalb nicht als Gegenbeispiel.

    Bei dem Link ging es die Flächenhomogenität des Dell, die (1) von UDACT gemessen werden kann, (2) im PRAD-Test eine gute Note erhielt, (3) Probleme auch bei Monitoren mit Flächenhomogenitätsausgleich vorkommen (es gibt Beispiele im PRAD-Forum), und zudem (4) dein Kommentar in dem verlinkten Thread am Thema vorbeiging: Es ist nicht nicht normal, dass sich die Homogenität mit der Zeit dermaßen verändert, vor allem nicht nach nur 10 Monaten. Angesichts des völligen Fehlens von Argumenten (oder Alternativkriterien) gegen die Bedeutung der UGRA-Zertifizierung für die EBV nun ungekehrt mir "Unbelehrbarkeit" vorzuwerfen zeugt von einiger Anmaßung. Und zum Thema Fachkompetenz: Wenn du sie für dich beanspruchst, solltest du sie gelegentlich demonstrieren, die Rolle als lärmender Verkäufer, die du offenbar auch in anderen Foren spielst, reicht nicht, das ist gehobener Dilettantismus.

    Das Beispiel ist schlecht gewählt, da UDACT auch einen Uniformity Check besitzt und es lediglich von Serienstreung bei Dell (vor der NEC bekanntlich auch nicht gefeit ist) zeugt. Zudem wäre ich dir dankbar, wenn du mir nicht Sätze in den Mund legst, die ich nicht geäußert habe. Weiter oben schrieb ich, dass sich ein Monitor, der die UGRA-Zertifizierung erhalten hat, grundsätzlich für professionelle EBV eignet und die Differenzierung nach dem jeweiligen Anwendungszenario erfolgt - das entspricht exakt der Intention der Zertifizierung. Deine groteske Interpretation lautet dann "kann nach bestandenem UGRA Test eh alles in den gleichen Profi-EBV tauglich Top", ein Satz mit einem vollkommen anderem Aussagegehalt.


    Um die Diskussion weniger monoton zu gestalten: Verrate uns doch umgekehrt deine (objektiven, messbaren, etc.) Kriterien, nach denen du die Eignung eines Monitors für EBV beurteilst (Formulierungen wie "in einer Vielzahl realer Fälle als richtig und wichtig erwiesen haben" sind Leerformeln, typisches Händlergewäsch), in den Diskusssionen herrschte bislang von deiner Seite in dieser Frage erstaunliche Stille.

    Differenziert werden muss, wenn konkrete Anwendungsszenarien betrachtet werden, es ändert aber nichts an der grundsätzlichen und von kaum jemandem (außer dir) bestrittenen Bedeutung der UGRA-Zertifizierungen für die Bildverarbeitung. Zumal gerade du kaum nach Anwendungsgebieten differenzierst, von dir kommen einem Pawlowschen Reflex gleich bei der Erwähnung des Begriffs "Bildverarbeitung" stets dieselben pauschalen Aussagen.

    Du betreibst semantische Spielchen, Formulierungen wie "(gerade noch) ausreichend" sind in dem Bericht nicht zu finden. Das Resümee lautet bei positivem Ergebnis
    "The monitor has passed the certification according to the UGRA DACT specification.", ein Satz, der - ohne weitere Qualifikation - gewöhnlich als "geeignet für (professionelle) EBV" interpretiert wird. Natürlich kann weiter differenziert werden, aber darum geht es nicht, es geht um deine kategorischen Aussagen zu diesem Thema. Zumal einer der Mittelklassemonitore, dessen UGRA-Bericht ich mir noch angeschaut habe, den Test nicht nur knapp, sondern locker absolvierte (die Werte sind deutlich im "grünen Bereich").

    Da mein vorheriger Kommentar bei dir offenbar inhaltlich nicht angekommen ist: Es gibt objektive Evaluierungskriterien wie den UGRA-Test, anhand deren entschieden werden kann, ob sich ein Monitor für (professionelle) EBV eignet, und es gibt Monitore aus dem preislichen Mittelklassebereich, die diesen erfüllen, wenn auch häufig auf sRGB beschränkt.

    Die Ansicht, erst ein Bildschirm um 1000 € sei für EBV geeignet, ist stark interessengeleitet. Es gibt Monitore im Mittelklassebereich, die den UGRA-Test (Eignung zum Softproof) bestehen. Zum Thema erweiterter Farbraum: Wer über sRGB hinausgehen möchte (oder muss), sollte sich nicht nur Gedanken über den Bildschirm sondern den ganzen Arbeitsablauf machen. Eine Ansteuerung eines WCG-Monitors im nativen Modus über eine gewöhnliche Grafikkarte mit 24 Bit Farbinformation (8 Bit pro Kanal) führt bei reinem sRGB-Material gegenüber einem sRGB-Monitor zu Tonwertverlusten, da die 2^24 Farbkoordinaten einen wesentlich größeren Farbraum abdecken müssen. Abhilfe schafft hier erst eine Grafikkarte mit 30 Bit Farbinformation, z.B. eine NVIDIA Quadro.

    Unabhängig davon, ob die im PRAD-Artikel angesprochenen Probleme mit nVidia-Karten auch bei aktuellen Treibern bestehen, definitiv verzichten muss man beim Anschluss über HDMI auf DDC/CI, eine Schnittstelle zur Datenübertragung zwischen Monitor und Rechner. Die beigelegte ScreenManager-Software und EasyPIX sind darauf angewiesen.

    Worauf beruht euer Urteil, die "Hardwarekalibration" von EasyPIX über DDC/CI gehe nicht über die sowieso über das OSD bereitgestellten Möglichkeiten hinaus? Aus dem Test des SX2762 geht das nicht so klar hervor, da ist "Wir gehen nicht davon aus, dass darüber hinaus weitere Anpassungen in der Monitor-LUT erfolgen." zu lesen. Ist es das im Vergleich zur Softwarekalibration größere deltaE zur Blackbodykurve?

    Eine Möglichkeit, PWM auf aktuellen Bildschirmen zu umgehen, ist die Steuerung der Helligkeit nicht über die Hintergrundbeleuchtung sondern die Transparenz der Flüssigkristalle ( z.B. über den Kontrastregler im OSD). Da dabei bei gleichbleibendem Schwarzwert der Weißwert verringert wird, leidet natürlich der Kontrast, abhängig von der Monitorelektronik, der maximalen Helligkeit des Monitors und der gewünschten Absenkung ist das Ergebnis aber akzeptabel.

    Wie dir Denis im anderen Thread schon schrieb, ist ein kontinuierlicher Farbverlauf bei den Testbildern mit 8 Bit Tonwertumfang (256 Abstufungen) nicht möglich. Allerdings sind die Farbverläufe auf meinem FS2332, der das gleiche Panel wie der EV2335 bei besserer Signalverarbeitung verwendet, deutlich feiner abgestuft als auf deinen Bildern. Wobei mir nicht klar, ob die darauf ersichtlichen Artefakte nicht eher auf die verlustbehaftete Kompression (jpeg) zurückzuführen sind.

    utzutz
    Die Idee des Laptops als Desktopersatz umfasst nicht Nischengebiete wie EBV, auch wenn man bei der Werbung von Apple trotzdem gute farbmetrische Eigenschaften des Retina-Displays erwarten können sollte. Worauf ich eigentlich hinaus wollte war die Aussage, dass es nicht sinnvoll ist, einen Schirm mit erweitertem Farbraum zu verbauen. Wer einen WCG-Monitor kauft, weiß (oder sollte wissen), was er tut, sollte sich rudimentär mit Farbmanagement befasst haben, um die vielen Klippen zu umschiffen, die den Weg kreuzen, wenn man sich weit außerhalb von sRGB bewegt. Von Käufern des Retina-MacBooks kann man das nicht allgemein erwarten.


    happychrisi
    PWM spielt nur eine Rolle, und ich habe Erfahrungen mit dem messbar (wie stellst du fest, ob ein Schirm PWM-frei ist?) PWM-freien HP ZR2740w. Die Beschichtung spielt eine weitere Rolle, und auch die Pixeldichte. Der eigentliche Grund, warum Lesen auf einem LCD unabhängig vom Paneltyp und Typ der Hintergrundbeleuchtung und auch auf OLED niemals so angenehem und ermüdungsfrei erfolgen kann wie bei auf Papier gedruckten Texten und E-Ink, ist der Umstand, dass man im ersten Fall direkt in eine Lichtquelle schaut, während im zweiten Fall indirektes Licht und diffuse Reflexion vorliegt.

    Es ist kaum sinnvoll, einem Laptop ein Bildschirm mit erweitertem Farbraum zu spendieren, denn wer einen solchen als Desktopersatz verwendet und EBV betreiben möchte, wird sich für diesen Zweck sowieso einen externen Monitor zulegen. Umgekehrt werden solche Monitore wegen des mangels an farbmanagementfähigen Anwendungen für gewöhnliche Tätigkeiten nicht im nativen, sondern im sRGB-Modus betrieben. Zudem ist die Auswertung von ICC-Profilen selbst bei der Verwendung von Matrixprofilen rechenaufwendig, weshalb sie sich in Anwendungen außerhalb der EBV nicht durchsetzen wird. Effizient lösen ließe sich das Problem wohl nur unter Verwendung der GPU/Pixelshadern und eines Umbaus des Betriebssystem .


    Und Apple wird bei aller Kritik zugute gehalten werden müssen, dass sie das Thema "Bildschirm" erst bei Telefonen, Tablets und nun bei Laptops auf die Tagesordung setzten und sich (hoffentlich) die Zeit der TN-Panels selbst bei teuren Geräten dem Ende neigt.