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China: TV-Lieferzahlen erholen sich ab 2010 deutlich

Ungeachtet der enttäuschenden Verkaufszahlen während des Chinesischen Neujahrs soll sich Chinas Fernsehmarkt 2010 wieder kräftig erholen. Die Abwärtsbewegung aus dem vorangegangenen Jahr wird sich laut der iSuppli Corporation in einen Gegentrend verwandeln.

Dem Marktforschungsunternehmen zufolge sollen sich die Lieferzahlen von Fernsehgeräten im bevölkerungsreichsten Land der Welt um 11 Prozent auf 41,3 Millionen steigern. 2009 wurden insgesamt 37,3 Millionen Geräte ausgeliefert. Das für dieses Jahr prognostizierte Plus wäre eine vollständige Umkehr der Situation 2009, die seit 2008 (rund 38 Millionen Verkäufe) den bisherigen Tiefpunkt darstellt.

Während der nächsten vier Jahre soll sich der Positivtrend aus 2010 fortsetzen; iSuppi rechnet bis einschließlich 2014 mit einer jährlichen Wachstumsrate von zwischen fünf und 6,7 Prozent. Federführend sollen sich die Verkaufszahlen von LCD-Fernsehern darstellen: Die Schätzung belaufen sich auf rund 36 Millionen Einheiten, und somit rund 87 Prozent Anteil des Gesamtmarkts.

Das Unvermögen Chinas, den mannigfaltigen Attraktionen von LCD-Fernsehern zu widerstehen, widerspiegelt iSuppi zufolge die Vernarrtheit der übrigen Welt in die schlanken Geräte. Dies habe sich insbesondere an den Verkaufszahlen während der Neujahrsfeiertage gezeigt, die 70 Prozent besser waren als im Vorjahr während der gleichen Periode.

„Die starken Neujahrsabsätze sind Vorbote für die ermutigende Gesundung von Chinas TV-Markt“, sagte Kathleen Zang, Chef-Analystin bei iSupplis Forschungsdienst für China. „Nichtsdestotrotz blieben die Verkaufszahlen während des Neujahrs etwa 15 bis 20 Prozent unter den Erwartungen der OEM-Fertiger.“ Schuld daran seien jedoch lediglich zu aggressive Vorhersagen gewesen.

Ende Februar, als die Werksauslieferungen die Nachfrage überstiegen, waren die Lagerbestände von unverkauften Fernsehgeräten in China durchschnittlich zwei Wochen höher, ein Umstand, der laut Zang aber kontrollierbar sei. „Aus jetziger Sicht bleiben die Lagerniveaus auf gesundem Niveau, da für den Fernsehmarkt ein starkes Wachstum erwartet wird.“

Neben LCD-Geräten umfasst der chinesische Markt natürlich andere Technologien wie Plasmabildschirme, aber auch Rückprojektions- und Röhrenfernseher. Die Verkaufszahlen der letzteren Geräte nehmen stark ab. Mittlerweile sind sogar Rückprojektionsgeräte seit 2009 weitgehend vom chinesischen Markt verschwunden – zu groß war der Wettbewerbsdruck von den immer günstigeren LCDs. Plasmabildschirme sollen sich laut Prognose bis 2014 bei einer Million verkaufter Geräte im Jahr einpegeln.

Drei wesentliche Faktoren werden laut iSuppli zur Gesundung des TV-Markts in China beitragen: Unterstützung von Regierungsseite, wachsendes Kundeninteresse sowie ein geschäftiger Immobilienmarkt. Die Regierung will Verkäufe mit einem Förderprogramm ankurbeln, welches beim Austausch eines alten Geräts zehn Prozent Beihilfe zum neuen LCD-Fernseher gewährt. Das Programm soll bis Juni auf weitere Regionen des Landes ausgeweitet werden.

Der Schritt der Regierung passt zu dem innerhalb der Bevölkerung immer mehr verbreiteten Trend zum Ersetzen der alten Geräte durch moderne Fernseher. Während Endkunden in ländlichen Gegenden CRT-Geräte durch Flachbildschirme ersetzen, tauschen Stadtbewohner Flachpanels gegen aktuelle Modelle mit mehr oder besseren Funktionen. In nicht wenigen Fällen werden zusätzlich Zweit- oder sogar Drittgeräte angeschafft.

Für 2010 geht iSuppli von 5,5 Millionen verkauften LCD-Fernsehern aus, die über fortschrittliche Technologien wie LED-Hintergrundbeleuchtung verfügen. Das wären etwa 15 Prozent am Gesamtmarkt für Fernseher. Zum Boom auf dem Immobilienmarkt äußerte sich Kathleen Zang so: „In China wird der Umzug in ein neues Haus häufig von der Anschaffung eines neuen Fernsehers begleitet. Die Vielzahl von Einzügen wird sich 2010 definitiv in der Nachfrage nach TVs niederschlagen.“

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