China wird Weltmarktführer in der LCD-TV-Produktion

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Wie schon bei der Produktion von Kathodenstrahlröhren-Fernsehern ist China auf bestem Wege, weltweit das führende Zentrum für die Herstellung von LCD-TVs zu werden, berichten die Marktforscher der iSuppli Corporation.

Dank vielfältiger Anreize seitens der chinesischen Regierung, aber auch, weil das Konsumenteninteresse steigt und im Gegenzug die Preise für Flachbildfernseher sinken, prognostizieren die iSuppli-Experten, dass in China bis zum Jahr 2013 mehr als 49 Millionen Geräte verkauft werden. 2009 wurden im Vergleich dazu 29,4 Millionen Stück abgesetzt.

Im gleichen Jahr wuchs die LCD-TV-Produktion von einheimischen OEM-Herstellern – von chinesischen Firmen konstruierte Modelle für den Import und Export – auf 40,3 Millionen an. Das sind 109 Prozent mehr als im Jahr zuvor, 2008. Bis 2014 sehen die Marktforscher einen weiteren Anstieg auf 47 Millionen Geräte. Im Lauf des letzten Jahres hat sich Chinas LCD-TV-produzierende Industrie beachtlich gewandelt, eine Phase der Marktbereinigung setzte ein: Mehr und mehr kleinere Unternehmen verschwanden vom Markt. Andere fingen an, Boards einzukaufen, um im Alleingang Endprodukte herstellen zu können.

Laut iSuppli wird diese Markttransformation sich innerhalb der nächsten vier Jahre fortsetzen. Unternehmen unterhalb einer kritischen Größe sind gezwungen, ihre Produktausrichtung zu ändern, wenn sie nicht untergehen wollen. Auf ganzer Linie versagt haben die Hersteller aus der zweiten und dritten Reihe: Sie produzierten nicht genug und machten zu wenig Gewinn. Ihr verkleinerter Ausstoß auf den Markt, aber auch die Dominanz der durch stärkere staatliche Unterstützung begünstigen Großfirmen ließen die mittelgroßen und kleinen Konzerne teilweise ins Abseits treten.

Die LCD-TV-Industrie entwickelte eine stärker zentralisierte Struktur, was viele kleine Hersteller zum Aufgeben zwang. Diejenigen, welche die bisherige Bereinigung überstanden haben, werden mehr als nur wahrscheinlich innerhalb von drei Jahren kapitulieren müssen, konstatiert iSuppli.

Besonders viele Marktaustritte gab es unter den sogenannten Completely-Knocked-Down- (CKD) und Semi-Knocked-Down-Diensleistern (SKD). Das sind Firmen, die beispielsweise aufgrund zu hoher Ausfuhrzölle nur teilzerlegte (SDK) oder komplett zerlegte Endprodukte (CKD) exportieren. Boardhersteller wie auch deren Kunden sollten in dieser Situation verstärkt für den heimischen Markt produzieren und sich auf das Segment bis 32 Zoll fokussieren, rät iSuppli.

Einige professionelle Märkte, wie zum Beispiel derjenige für digitale Beschilderung, könnten für diese Dienstleister eine Nische darstellen, innerhalb derer sie mit den führenden Unternehmen konkurrieren könnten. Weltweit agierenden ausländischen Firmen rät iSuppli, langfristige Geschäftsbeziehungen mit großen chinesischen LCD-TV-Produzenten aufzubauen, da die Marktteilnehmer sich zunehmend spezialisieren.

2010 soll laut dem Marktforschungsunternehmen das Jahr des digitalterrestrischen Rundfunks werden. Die chinesische Variante des DVB-T, der sogenannte Digital Terrestrial Multimedia Broadcast (DTMB), war 2009, ebenso wie im Vorjahr, in relativ wenigen Geräten auf dem Endkundenmarkt zu finden. 2010 sollen vier Millionen DTMB-kompatible Fernseher ausgeliefert werden, deren Zahl sich bis 2014 auf 9,8 Millionen steigern soll.

Die Technik muss sich einiger Erfolgsfaktoren bedienen, um tatsächlich zum nationalen Standard zu werden. iSuppli zählt als erfolgskritische Faktoren ein passendes Geschäftsmodell, Unterstützung durch die Regierung und Impulse durch führende Unternehmen auf. Entscheidend ist außerdem die Fähigkeit, die tatsächliche Konsumentennachfrage zu bedienen, sowie ein stabiles Ökosystem. Ohne sie sei es für kleine Unternehmen ohne eigene Fertigungsstätten derzeitig unmöglich, Erfolg zu haben.

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