DisplaySearch-Prognose 2010 sieht mehr als 180 Mio. LCD-TVs weltweit

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2010 könnten die Verkaufszahlen von Flachbildfernsehern eine neue Bestmarke erreichen. Mehr als 200 Millionen Geräte werden voraussichtlich ausgeliefert, ein Fünftel aller LCD-Geräte soll bereits über LED-Beleuchtung verfügen. So lautet die Prognose des texanischen Marktforschungsunternehmens DisplaySearch für den globalen Fernsehmarkt.

2009 war für den gesamten Markt der Flachbildschirme ein gutes Jahr: Wie schon 2008 stieg die Zahl der ausgelieferten Geräte um etwa 30 Prozent an. Ungeachtet der Rezession zeigten die Märkte in Japan und China 2009 sogar noch bessere Steigerungsraten als im Vorjahr. Aufgrund der Verkaufserfolge des Jahres 2009 und einem erwarteten Positiveinfluss neu eingeführter Technologien wie 3D-Fernsehen und LED-Hintergrundbeleuchtung, korrigierte DisplaySearch die Prognose für 2010 um zehn Millionen Geräte nach oben.

Der globale TV-Markt unter Berücksichtigung der Displayarten; Links: Mio. Geräte, rechts: Geräte- zunahme innerhalb eines Jahres (Grafik: DisplaySearch).

„Die rasche Umstellung auf die Flachbildtechnologie in Schwellenmärkten, und beträchtliche Zuwächse selbst in gesättigten Märkten haben uns dazu veranlasst, unsere Vorhersage für 2010 nachzubessern“, sagte Hisakazu Torii, Vizepräsident für Fernsehmarkt-Forschung bei DisplaySearch. Im besonderen Maß treffe dies auf LCD-Fernseher zu, von denen 2010 mehr als 180 Millionen Einheiten abgesetzt werden sollen. Im Vergleich zum Vorjahr verbessere sich diese Sparte somit um 24 Prozent. „Das neue dreidimensionale Fernsehen trägt dazu bei, aber auch der vermehrte Einsatz kostspieliger Technologien wie LED-Beleuchtung und Internetanbindung“, so der Experte.

Einer der Hauptfaktoren für das außerordentlich gute Wachstum im Jahr 2009 war Preiserosion – sind doch die durchschnittlichen Verkaufspreise für LCD-TVs um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen, und damit wesentlich deutlich als jemals zuvor. 2010 sollen die umsatzgewichteten Durchschnittspreise für LCD-Fernseher nur um fünf Prozent, die von Plasmageräten nur um zehn Prozent fallen. Begründet wird der vergleichsweise moderate Rückgang damit, dass die Preise bereits in den beiden Vorjahren kolossal gefallen sind. Aufpreise für kostspielige Technik wie LED oder größere Bilddiagonalen sollen sich 2010 im Durchschnittspreis widerspiegeln.

Nach einem leichten Rückgang um zwei Prozent im Vorjahr sollen sich die Plasma-Verkäufe 2010 wieder erholen. Ein erwarteter Anstieg um sechs Prozent auf dann knapp mehr als 15 Millionen Geräte wird begünstigt durch den Trend zu Geräten oberhalb der 40-Zoll-Klasse und durch die Einführung von 3D-fähigen Plasmafernsehern. Weiter abwärts geht es bei den klassischen Röhrengeräten: 40 Prozent weniger verkaufte Geräte waren es 2009, in diesem Jahr sollen die Zahlen noch einmal um 36 Prozent sinken.

Mehr und mehr wird die Röhrentechnik vom Markt verdrängt, für Neuanschaffungen kommen fast ausschließlich Flachbildgeräte infrage. 2010 soll ein Gutteil ihres anhaltenden Verkaufserfolges die LED-Technik sein. Bereits 2009, so schätzt DisplaySearch, wurden weltweit 3,6 Millionen LCD-TVs mit Leuchtdioden statt Kaltkathodenlämpchen (CCFL) verkauft, mehr als die Hälfte davon im vierten Quartal. Die meisten Unternehmen, die bei der Herstellung von Flachbildfernsehern an der Lieferkette beteiligt sind, bereiten sich auf eine offensive Markteinführung neuer LED-Modelle vor.

Umsatzanteile verschiedener LCD-Beleuchtungsvarianten (Grafik: DisplaySearch).

„Der durchschnittliche Aufpreis von Panels mit LED-Hintergrundbeleuchtung (LED-BLUs) gegenüber ihren Pendants mit herkömmlicher CCFL-Beleuchtung betrug 2009 mindestens 100 Prozent“, macht Paul Gagnon, Chef für Fernsehforschung in Nordamerika, die Preisunterschiede bei Modellen oberhalb von 40 Zoll deutlich. 2010 soll der verschärfte Wettbewerb zwischen den Herstellern daran etwas ändern.

„Die Produktlinien mancher Anbieter bestehen dieses Jahr mindestens zur Hälfte aus LED-BLUs. Das wird den durchschnittlichen Aufschlag bei den 40-Zöllern auf unter 70 Prozent senken, bei den 22- und 24-Zoll-Geräten wird die Differenz höchstens noch 17 Prozent betragen“, so Gagnon. Unter dem Strich sieht er durch diese Entwicklung für die LED-Geräte einen 20-Prozent-Anteil am LCD-TV-Gesamtmarkt, was etwa 35 Millionen verkauften Geräten entsprechen würde.

Wird nach Art der LED-Hintergrundbeleuchtung unterschieden, werden DisplaySearch zufolge nur zehn Prozent der LED-BLUs die „Direct-type“-Version besitzen, bei der sich hinter der gesamten Panelfläche eine Matrix von Dioden befindet. In 90 Prozent aller LED-BLUs wird die Variante „Edge-type“ verbaut sein. LEDs nur seitlich im Display-Gehäuse anzubringen, kostet die Hersteller weniger. Zudem ermöglicht diese Beleuchtungsart eine extrem flache Bauweise, die für viele Endkunden attraktiver ist.

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