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Droht Ende 2010 akute LED-Knappheit?

Die weltweite Versorgung mit LEDs ist 2010 von Knappheit bedroht. Sollte die Produktionskapazität nicht erhöht werden, könnte es gegen Ende des Jahres zu einer akuten Unterversorgung mit den gefragten Beleuchtungselementen kommen, warnt der Marktforscher iSuppli.

Der Bedarf an LEDs, 2008 bei 57 Milliarden Einheiten, ist 2009 auf 63 Milliarden LEDs gestiegen. Damit kam der Gesamtverbrauch von LEDs schon im letzten Jahr der Kapazitätsgrenze der Industrie – 75 Milliarden Elemente – gefährlich nahe. Laut iSuppli beweist dieser Umstand, dass etliche LED-Hersteller bereits mit hundertprozentiger Ressourcenauslastung arbeiteten.

LEDs haben heute ein großes Verbreitungsgebiet – nicht nur als Beleuchtungselemente von LCD-Fernsehern und Computerbildschirmen, sondern auch in kleineren LCDs wie denen von Notebooks, Handys, Navigationsgeräten, Digitalkameras und Tastaturen. Darüber hinaus kommen LED-Lösungen zunehmend auf dem gesamten Beleuchtungsmarkt zum Einsatz.

Sie eignen sich für kommerzielle, industrielle und häusliche Anwendungen. Normal helle LEDs finden sich in Statuslampen und alphanumerischen LED-Displays. Großformatige LCD-Schirme in Flachbildfernsehern, Laptops und PC-Monitoren benötigen die helleren HB-LEDs (High Brightness). Ultrahelle LEDs (UHB), die dritte Ausprägung, kommen als Beleuchtungsform der Zukunft in Wohnhäusern und Unternehmensbüros zum Einsatz. Noch befindet sich die LED-Beleuchtungssparte in den Kinderschuhen, wird jedoch während der nächsten zwei Jahre zum Mainstream werden.

„Es ist deutlich zu sehen, dass die Nachfrage das Angebot überholt“, sagt Jagdish Rebello, Abteilungsleiter und Chefanalyst für Funk-Markforschung bei iSuppli. „Führt man sich vor Augen, dass dem LED-Markt in den nächsten drei Jahren, beginnend ab 2010, zweistellige Wachstumsprognosen bescheinigt werden, so könnte es schon dieses Jahr zu einer drastischen Unterversorgung kommen, sofern der erhöhte Bedarf nicht mit zusätzlichen Produktionskapazitäten abgefedert wird.“

Die für 2010 vorausgesagte Knappheit bezieht sich auf LEDs, die für die Hintergrundbeleuchtung großer „LCD-Fernseher eingesetzt werden“, sagt Sweta Dash, iSupply-Abteilungsleiter der LCD-Marktforschung. Die Nachfrage werde angeheizt vom Verlangen der Konsumenten nach den immer populärer werdenden LED-Geräten mit superdünner Bauweise und verbesserter Bildqualität. Auf der Angebotsseite stehe das Bestreben der Fernsehhersteller, die Verkaufszahlen von LCD-hintergrundbeleuchteten TVs zu erhöhen. Beides führe zwangsläufig zu Engpässen, warnt der Experte.

Anders als Notebooks, die mit 50 LEDs auskommen, oder Monitore, in denen etwa 100 LEDs verwendet werden, benötigen LCD-Fernseher im Durchschnitt zwischen 300 und 500 LEDs je Panel. Weil LEDs, die in TV-Hintergrundbeleuchtungen eingesetzt werden, sehr gleichmäßig angebracht werden müssen, wird auch die geringste Knappheit die TV-Sparte am härtesten treffen.

Die an der LED-Lieferkette beteiligten Firmen suchen intensiv nach Mitteln gegen den erwarteten Fehlbestand. Aixtron aus Deutschland und der amerikanische Hersteller Veeco, die beiden größten LED-Firmen, wollen ihre Produktionskapazität, verglichen mit dem Jahresende 2009, im letzten Quartal 2010 verdoppelt haben.

iSuppli geht fest davon aus, dass die LED-Industrie Maßnahmen ergreifen wird, um die Fertigungsergebnisse signifikant zu steigern. Dies werde auf allen Ebenen geschehen, bei den Rohstoffen, bei der Produktion Wafern und Dies, den Gehäusen sowie dem Testen der fertigen LED-Lampen. Dies werde allerdings eine gewisse Anlaufzeit benötigen.

Wesentliche Strategien der LED-Panelhersteller werden vertikale Integration und erhöhte Bereitschaft zur firmeninternen Beschaffung sein. Das Joint Venture zwischen Samsung Electronics und Tochterunternehmen Samsung Electro-Mechanics oder LG Displays‘ Bündnis mit LG Innotek sind Beispiele dafür. CMO und AUO, die beiden größten LED-Panelhersteller, arbeiten ebenfalls mit Hochdruck an der internen LED-Beschaffung, um unterbrechungsfreie Versorgung zu gewährleisten.

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