Epistars LED-Produktion kann Nachfrage nicht bedienen

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Epistars Produktionskapazität an blauen LEDs ist vollkommen ausgelastet. Leider ist diese Nachricht von Epistars Vorstandsvorsitzenden Lee Biing-jye keine gute: Die Firma sieht sich mit einem 30 bis 40 Prozent höherem Auftragsvolumen konfrontiert, was das Unternehmen gehörig unter Druck setzt, berichtet die Digitimes.

Damit stellt sich Lees Prognose, bis 2011 drohten keine Engpässe, weil die Produktionskapazitäten im Laufe des Jahres weltweit stark ausgebaut würden, zum Teil als falsch heraus. Lee hatte gesagt, dass, selbst wenn LED-Backlight-Modelle 2010 durchschnittlich 20 Prozent aller LCD-TVs ausmachen, und 35 Prozent am Jahresende, würden LED-Chips in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

Der Epistar-Vorsitzende rechnet, dass der LED-Backlight-Anteil bei LCD-Fernsehern 2011 auf bis zu 45 Prozent steigen würde, was vielen Marktbeobachter zu optimistisch war. Sie gingen von 30 Prozent aus. Lee hatte mitgeteilt, sei es höchst unwahrscheinlich, dass der 35-Prozent-Anteil im vierten Quartal 2010 im kommenden Jahr wieder sinken würde. Allerdings hatte Lee schon damals für die nächsten sechs Monate die Gefahr von LED-Engpässen gesehen, die im zweiten Quartal 2010 besonders drastisch sein würden.

Jüngsten Gerüchten zufolge hat Epistar-Kunde Samsung Electronics das Lieferziel für LED-beleuchtete Fernseher für Quartal zwei nach unten korrigiert. Lee zufolge würden selbst dann, wenn an diesem Gerücht etwas Wahres wäre, die aufgelaufenen Bestellungen immer noch beträchtlich höher sein als die Kapazität. Wie Lee auf einer Sitzung der Internationalen Kommission für Beleuchtung Taiwan (CIE-Taiwan) mitteilte, würde sich selbst eine leichte Senkung von Samsungs Lieferzielen positiv auswirken. Nichtsdestotrotz würde Epistar dann noch immer mit voller Auslastung produzieren.

Er gab weiter an, dass alle Schätzung, die Epistar in Bezug auf die Höhe der LED-Bestellungen erhalten hat, sich auf das gesamte Jahr beziehen. Die Produktionsauslastung bei den AlGaInP-LEDs (AluminiumGalliumIndiumPhosphid) soll sich im zweiten Quartal erhöhen. Luft nach oben ist genügen, wie der Epistar-CEO mitteilt: Derzeit sei die Kapazitätsauslastung bei der Produktion dieser Leuchtdioden nur bei 70 Prozent. Die meisten AlGaInP-LED-Kunden stammten aus Japan, wo die Nachfrage vor Kurzem gefallen sei, weil die am Ende des Geschäftsjahrs üblichen Inventuren durchgeführt würden.

Richtig abheben soll der LED-Beleuchtungsmarkt erst 2012. Dann wird er die Nachfrage nach Leuchtdioden anheizen, laut Lee genau zu dem Zeitpunkt, wenn im LED-TV-Bereich die Stagnation begonnen hat. Die Phase soll eintreten, wenn der LED-Anteil bei LCD-Fernsehern bei 50 bis 60 Prozent liegt.

Epistar mit Sitz im Hsinchu Science Industrial Park, Taiwan, gehört mit einem Verhältnis von 145 Lumen pro Watt zu den Rekordhaltern unter den LED-Herstellern. Später im Jahr soll die Massenproduktion von blauen Leuchtdioden mit 110 Lumen pro Watt starten, wie die Digitimes berichtete. Solche sogenannten High-power-Blue-LEDs eignen sich sowohl für Notebookpanel-Beleuchtung als auch für LED-Displays an Häuserwänden im Außeneinsatz.

Die blauen LEDs von Epistar sollen eine Helligkeit bis zu 2.000 Millicandela (mcd) erreichen. Um die Tastatur eines Handys zu beleuchten, sind 800 bis 900 mcd nötig, ein sieben Zoll großes LCD-Panel benötigt etwa 1.200 Millicandela. Notebook-Hintergrundbeleuchtung erfordert etwa 1.800 mcd. Je heller die LEDs sind, desto weniger müssen die Hersteller von Displays und Beleuchtungstechnik davon einsetzen. Leistungsstarke gelborangefarbene LEDs mit einer Wellenlänge von 610 oder 615 Nanometern bestehen zumeist aus Aluminiumgalliumindiumphosphid (AIGaInP), die bläulich-weißen Hochleistungs-Leuchtdioden aus Indiumgalliumnitrid (InGaN). Wegen ihrer hohen Produktionskosten sind Hochleistungs-LEDs teuer.

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