Firmen-E-Mails zerstören sich selbst

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Der indische Sicherheits-Software-Anbieter Seclore hat eine Möglichkeit gefunden, E-Mails mit einer Art Fernzünder zu versehen, der dem Absender erlaubt, die Selbstzerstörung der Nachricht einzuleiten, wie Tech Crunch berichtet. Firmen sollen mit der Software genau kontrollieren können, was mit den E-Mails, die Angestellte verschicken, passiert. Mit dem Programm lässt sich festlegen, wie lange die Empfänger Zugriff auf Informationen haben, was sie mit mit ihnen machen und von wo aus sie zugreifen dürfen.

E-Mail: im Visier des Absenders (Foto: pixelio.de, Gerd Altmann)

„Das Versenden sensibler Informationen per Mail ist gefährlich. Diese Lösung halte ich aber für bedenklich, da sie anscheinend mit einem Eingriff in das System des Empfängers verbunden ist. Wenn Firmen heikle Daten per Mail verschicken, müssen sie sich im Klaren darüber sein, dass andere Zugriff haben. Verschlüsselung und Zertifikate können hier Abhilfe schaffen. Sicherer ist es aber, die Informationen persönlich zu überbringen“, sagt Heinrich Weiss, Geschäftsführer des Bayerischen Verbands für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW).

Seclore verwendet „Digital Rights Management“-Technologie, um die E-Mails zu sichern. Verschlüsselung verhindert, dass der Empfänger einer Nachricht diese ausdrucken oder weiterversenden kann. Zusätzlich erlaubt die indische Sicherheitslösung die ferngesteuerte Löschung der E-Mails in Echtzeit. Der Absender kann auch das Ausdrucken oder Verändern von Dateien im Nachhinein verändern. Dazu setzt Seclore laut eigenen Angaben auf Verschlüsselung auf militärischem Niveau. Daten werden bei der Verschlüsselung mit Nutzungsrechten versehen, die der Absender kontrolliert.

Diese Rechte sind Teil der Daten und können nicht mehr von diesen getrennt werden. Dieselbe Technologie bietet Seclore auch für andere Formen der Datenübermittlung an. So sollen Firmen, die öfter sensible Daten verschicken, mehr Kontrolle über ihre ihre Informationen erhalten. Ähnliche Angebote gibt es auch von anderen bekannten Herstellern von Sicherheitslösungen. Genutzt werden die Möglichkeiten zur Verschlüsselung von E-Mails von Unternehmen eher selten. „Seit zwei bis drei Jahren nutzen große Unternehmen die Möglichkeiten und machen teilweise auch Druck auf ihre Zulieferer. KMU hingegen verschlüsseln kaum, hier ist Sicherheit oft nicht die erste Priorität“, so Weiss. (pte)

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