Foxconn: Explosion in Chengdu, iPad-Nachschub in ernsthafter Gefahr

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Laut offiziellen Stellen kam es am Wochenende auf dem Foxconn-Gelände in Chengdu zu einer Explosion. Weil drei Arbeiter getötet worden sind und 16 weitere verletzt wurden, hat die Stadtverwaltung eine Produktionsunterbrechung angeordnet, um den Fall zu untersuchen.

Explosive Nachrichten: Zur wiederholt schlechten Presse kommen voraussichtlich noch Lieferprobleme auf Foxconn zu. (Bilder: Apple, Gerd Altmann / pixelio.de)

Medienberichte sehen den zu hohen Feinstaubanteil der Luft als Unfallursache. Die kleinen, feuergefährlichen Partikel bieten mit sinkender Größe und höherer Dichte (im Raum) auch dem kleinsten Funken eine Angriffsfläche, erklärte macnews. In der Polier-Abteilung der iPad-Produktionslinien, wo sich die Explosion ereignete, soll die Luft übersättigt gewesen sein. Dort wird das iPad auf Hochglanz gebracht, was Aluminiumstaub freisetzt. Scheinbar wurde er nicht ausreichend abgeführt oder gebunden, sodass sich der hochexplosive Mix im Gebäude ausbreiten konnte.

Laut iSuppli könnte die temporäre Stilllegung der Polier-Maschinen in Chengdu Apple bis zu eine halbe Million iPad 2 kosten. Betroffen sind auch Hewlett Packard, Sony, Dell und Nintendo, die ebenfalls Geräte in Chengdu zusammenbauen lassen.

Bereits am Samstag, einen Tag nach dem Unfall, ließ Foxconn bei den zuständigen Stellen anfragen, ob das iPad-Hauptwerk in Shenzhen das Chengdu-Produktionsvolumen übernehmen könne. Shenzhen arbeitete zuvor mit einer monatlichen Kapazität von zwei Millionen iPads und soll nun mit voller Auslastung laufen, um den Nachschub zu sichern. Dennoch scheint eine Unterbrechung der Versorgung unausweichlich zu sein, meinen die Marktforscher von Displaybank.

Chengdu, ursprünglich zur Herstellung größerer Panel genutzt, wurde Ende 2010 nach einer Apple-Anfrage zur Risikoverteilung zum Teil auf die iPad-Herstellung umgestellt. Angesiedelt in zentraler Lage, hat Chengdu gegenüber dem küstennahen Shenzhen Standortvorteile, was die Luft- und Schienenanbindung nach Europa und den Mittleren Osten anbelangt. Für eben jene Regionen sind die vor Ort produzierten iPads bestimmt.

Medien und Branchenbeobachter sehen in der Produktionsunterbrechung eine Chance für kleinere Zulieferer. Als aussichtsreiche Kandidaten gelten die Kooperationspartner Pegatron (CDMA-Version des iPhone 4) und Quanta Computer (Macbook Air/Pro, iMac, iPod Touch).

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