HDTV-Zuschauer verbringen mehr Zeit vor dem TV

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Mehr als die Hälfte der amerikanischen Fernsehhaushalte ist heute in der Lage, hochauflösende Bilder zu empfangen. Das ist der rasanteste Umstieg auf eine neue TV-Technologie seit dem Marktstart von Videorekordern in den 80er Jahren. In den USA begann die Umstellung auf HDTV in den späten Neunzigern, doch erst mit einem Preisverfall bei Endgeräten im Jahr 2008 konnte sich das hochauflösende Fernsehen durchsetzen. Mittlerweile haben 51,7 Prozent der US-Amerikaner HD-Geräte zuhause.

Ebenfalls verändert haben sich die Sehgewohnheiten, berichtet die New York Times. HDTV lockt die Zuschauer vor den Fernseher und fesselt sie länger davor. Besitzer von hochauflösenden Geräten sind zur Hauptsendezeit etwa drei Prozent stärker vertreten als Inhaber älterer Geräte, so eine Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen. Ein geringer Unterschied? Nicht für die Sendeanstalten, die gigantische Summen in die Umstellung investiert haben – für sie ist er ein wichtiges Zeichen.

Schaffte es innerhalb von acht Jahren auf Platz eins in den USA – der TV-Hersteller Vizio, hier vertreten mit einem 47-Zoll RazorLED LCD HDTV. (Bild: Vizio)

Während für die Zuseher die Umstellung mit der Anschaffung eines neuen Fernsehers und eines HD-Receivers abgeschlossen ist, mussten die TV-Stationen Technik und Arbeitsabläufe revolutionieren. Abgesehen von millionenschweren Investitionen in Studioausstattung und Kameratechnik mussten hinter den Kulissen auch Details wie das Make-up der Moderatoren angepasst werden. „Wie unter einem Vergrößerungsglas mit einem Blitz beleuchtet“, wird die Fernsehmoderatorin Sherry Williams zitiert.

Gerade auf der technischen Seite gibt es jedoch noch Probleme: Obwohl bereits die Hälfte des Publikums hochauflösend fernsieht, ist das für die Produzenten noch nicht genug. Sie beschweren sich über kleine Fernsehstationen, die es sich nicht leisten könnten, HD-Übertragungen zu empfangen. Das volle Potenzial der Technologie könne so kaum ausgenutzt werden, die Verbreitung sei noch zu gering, so die Kritik. Von der neuen Technik profitieren vor allem Sport- und Filmsender.

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