Indien setzt auf Flat-Panels, Lieferzahlen sollen Röhrenfernseher bereits 2012 überholen

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Unter Berufung auf einen Bericht von Nikkei Electronics Asia meldet das amerikanische Marktforschungsunternehmen iSuppli, dass die Liefermenge von LCD-Fernsehern in Indien ab 2012 die von Röhrengeräten übersteigen wird. Das Land, heißt es weiter, erlebe einen rasanten Wandel hin zur Flachbildschirm-Technologie. In Zahlen ausgedrückt: 2012 sollen LCD-TVs 49,1 Prozent der gesamten Liefermenge – 9,5 Millionen Stückeinheiten – ausmachen. Noch 2008 lag der Prozentsatz der Auslieferungen lediglich bei 4,6, was 731.000 Geräten entspricht. Im Vergleich dazu wird im Jahr 2012 ein Rückgang der Auslieferungsmenge von Röhrengeräten auf 49,1 Prozent (9,3 Millionen Geräte) von 95 Prozent, also 15,1 Millionen Einheiten, erwartet.

Ursache dafür, sagt Riddhi Patel, Chef-Analyst bei iSuppli, seien neben sinkenden Preisen für LCD-TVs das gestiegene Bewusstsein und die Akzeptanz seitens der Konsumenten, unterstützt von andauernden Bemühungen der Industrie, Handelsmarken und Händler von LCD-Produkt zu überzeugen. Indische Konsumenten begeisterten sich zunehmend von Vorteilen der LCD-Technologie wie ihrer Platzersparnis. Weiterhin seien sie fasziniert von der verbesserten Bildqualität und ihrer attraktiven Bauweise. Erhöht werde die Wechselwilligkeit in der Bevölkerung durch die Umstellung der Fernsehnetze von analoger auf digitale Technik. Auch die wachsende Akzeptanz gegenüber der IP-TV-Technologie sowie der verstärkte Wunsch nach hochauflösenden Programminhalten seien Gründe dafür. Inzwischen gehe die weltweite Herstellung von Röhrengeräten derart zurück, dass es zu Problemen in der Lieferkette komme, weist Patel auf Folgen hin.

Eine Prognose zu den Lieferzahlen für den indischen TV-Markt für die Periode von 2006 bis 2013 kommt zu dem Schluss, Indien trete mit der Umstellung auf LCD-Technologie bei Fernsehern in die Fußstapfen anderer Regionen: In Japan habe sich der Wechsel bereits im Jahr 2006 vollzogen; in den entwickelten Wirtschaftssystemen Europas und der Vereinigten Staaten seien CRT-Fernseher 2007 von LCD-Geräten überholt worden. Noch 2009 erwarte China diesen Umschwung in den absoluten Lieferzahlen zugunsten von LCD-Panels. Zurückzuführen sei diese Entwicklung unter anderem darauf, dass die chinesische Regierung mit einem Programm zur Förderung des Konsums im Inland der globalen Konjunkturschwäche begegnet.

Unwahrscheinlich ist jedoch trotz des starken Anstiegs im LCD-TV-Segment, dass Indiens heimische Produktion an LCD-Panels beziehungsweise Bauelementen in Zukunft wachsen wird. Obwohl beträchtlich, rechtfertigt das Anwachsen der Lieferzahlen nicht die Einrichtung eines Entwicklungs- oder Fertigungszentrums. Selbst die bestehenden Fertigungsanlagen von Samsung, LG und Dixon dienen in der Hauptsache lediglich der Schlussmontage. Dazu meint Patel: „Falls die Nachfrage nicht raketenhaft in die Höhe schnellt, ist die Produktion in Indien nicht machbar, vor allem deshalb, weil koreanische und chinesische LCD-Hersteller es bevorzugen, ihre Produkte in ihren eigenen Fabriken herzustellen.

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