iSuppli: Volle Lager wegen schwacher Nachfrage nach LCD-Panels

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2010 sind deutlich mehr Großformat-LCD-Panels ausgeliefert worden als sich Fernseher, Monitore und Notebooks auf dem Endmarkt verkauft haben. Wie das Marktforschungsinstitut iSuppli mitteilt, führte das zu übervollen Lagern bei TV-Herstellern und Großanbietern.

Vor Ende September wird sich die Überangebotslage auf dem Panelmarkt nicht entspannen. (Bild: Corning)

Allein im ersten Quartal haben 46,8 Millionen LCD-TV-Panels die Produktion verlassen, wohingegen lediglich 37,6 Millionen LCD-Fernseher verkauft wurden. Der Überhang an ungenutzten Panels betrug 24,5 Prozent. Von April bis Juni hat er sich bis auf 36,54 Prozent erhöht und damit das Niveau des Vorjahres deutlich übertroffen: 52,9 Millionen produzierten Panels stehen nur 38,7 Millionen Endgeräte gegenüber.

Weil sich der Abbau der Lagerbestände im August fortsetzte, fielen die Preise nochmals um 4,4 Prozent; was den Experten zufolge im September erneut passieren könnte. Einige Panels aus dem Einstiegsbereich werden bereits jetzt zum Herstellungspreis verkauft, um die Lager zu räumen. Eine Reihe von Panelherstellern haben ihre Produktion bereits zurückgefahren, um die Balance zwischen Angebot und Nachfrage wieder herzustellen.

Für den amerikanischen Markt prognostiziert iSuppli ungeachtet der Preiserhöhungen im Juli, dass die Preise für LCD-TVs im September genauso sinken wie im August. Mit Nachfrage steigernden Preissenkungs-Aktionen werden sich die US-Anbieter einen gnadenlosen Preiskampf im dritten Quartal liefern. Währenddessen üben die großen Markenanbieter durch Kürzung der Produktionsziele und weiteren Lagerausverkauf die Panelhersteller unter Druck, die Preise für LCD-Panels nach unten zu korrigieren.

Weil die meisten Panelfabriken bereits voll abgeschrieben sind, ist der Kostendruck bei den Panelherstellern recht klein. Sie können es sich leisten, den Produktionsausstoß deutlich zurückzufahren, um das Angebot zu kontrollieren. Für weitere Preissenkungen gibt es nur wenig Spielraum, speziell bei den Panels für Notebooks und Monitore, die sowieso nur geringe Margen mitbringen.

Weniger Panels für Fernsehgeräte herzustellen ist nicht möglich, weil die höheren Abschreibungskosten in den Werken neuerer Generation kompensiert werden müssen. Auch im September sieht iSuppli die übervollen Lager als zentrales Problem, flankiert vom weiter bestehenden Preisdruck auf Panels. Ende September, wenn die Produktionssenkung Wirkung zeigt, soll sich die Situation auf der Angebotsseite wieder entspannen.

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