Jüngste Meko-Prognose zum EMEA-TV-Markt

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Ungeachtet der düsteren wirtschaftlichen Bedingungen in Europa sind Verbraucher auf die neuesten Flachbildfernseher aus. Der „DisplayCast ATV”-Bericht für das dritte Quartal, erstellt vom britischen Marktforschungs- und Beratungsunternehmen für die elektronische Displayindustrie, Meko , hält die neuesten Ergebnisse bereit:

So haben die Verkäufe gegenüber dem Vorquartal um 16 Prozent zugenommen. Verglichen mit dem Vorjahresquartal beträgt die Steigerung immer noch zwölf Prozent. Die Grenze von 16 Millionen abgesetzten Geräten ist damit durchbrochen. Die Mehrverkäufe betreffen sowohl LCD- als auch die PDP-Fernseher (Plasma Display Panel). Die Absatzzahlen von LCDs summierten sich nach einem zwanzigprozentigen Quartalssprung auf knapp über 13 Millionen.

„Obwohl die wirtschaftliche Lage ausgesprochen dürftig ist, zielen europäische Endkunden auf aktuelle Flachbildfernseher ab“, sagt Goksen Sertler, TV-Markt-Analystin. Allerdings konnten nicht alle großen Markenhersteller gleichermaßen von den Zuwächsen profitieren, fährt die Meko-Mitarbeiterin fort.

Samsung, Philips und Toshiba erweiterten im vergangenen Quartal ihre Marktanteile auf jeweils 22, 41 und 63 Prozent. Im EMEA-Markt (Europe, Middle East, Africa) bilden gemessen an den Lieferzahlen, Samsung, LG, Philips, Panasonic und Sony die Rangfolge der Topmarken. Die größte Veränderung innerhalb des Kreises der fünf Besten ist, dass Philips mit einem Quartalszuwachs von 41 Prozent Sony, dessen Lieferzahlen im gleichen Zeitabschnitt gesunken waren, von der dritten Position verdrängt. Panasonic brachte es zustande, seinen fünfprozentigen Marktanteil zu behalten, indem das Unternehmen 465.000 LCD-Geräte mehr verkaufte als im zweiten Quartal. Das ist ein Plus von 25 Prozent.

„Die osteuropäischen Länder und die MEA-Regionen steigerten sich quartalsweise um 20 Prozent und übertrafen damit die Region Westeuropa“, stellt Sertler gegenüber. Besonders für die Verkäufe nach Osteuropa sei das eine willkommene Abwechslung gewesen, fährt sie fort. Diese waren seit Jahresbeginn rückläufig, weil die Lieferungen nach Russland sich auf niedrigem Niveau bewegt hätten.

„Trotzdem sich die Verkäufe nach Osteuropa erholt und bei 3,3 Millionen Stückzahlen eingepegelt haben, rechnen wir nicht mit einem raschen Aufschwung in dieser Region“, sagt die Analystin. Der Fernsehmarkt im Osten sei prozentmäßig immer noch 22 Punkte unter den Zahlen des dritten Quartals 2008; der Konsumklimaindex in Ländern wie Polen und Rumänien verbessere sich nicht.

In Westeuropa dominierten LCDs zahlenmäßig alle übrigen Fernsehgeräte: 9,6 Millionen Geräte verkauften sich bei einem Gesamtanteil von 92 Prozent im dritten Quartal. Unverändert liest sich die Top-Ten-Liste der umsatzstärksten Hersteller, wobei Sony von Panasonic auf den vierten Platz verdrängt wurde. Fernseher mit 32 Zoll Bilddiagonale stellen erneut die beliebteste Formatgröße in Westeuropa dar. Geräte dieser Größenordnung machen 36 Prozent des verkauften Mengenvolumens und 34,8 Prozent vom Wert her.

„Vom ersten zum zweiten Quartal konnten wir einen raschen Zuwachs bei den 32-Zöllern mit 1080p-Auflösung beobachten“, so Sertler. Die von vielen großen Markenherstellern erwartete Verdrängung von HD-Ready-Fernsehern mit 32 Zoll durch die höher auflösenden Geräte gleicher Größe habe allerdings nicht stattgefunden.

Der nächste „DisplayCast ATV“-Prognose soll laut Sertler die Kriterien Displaygröße und Auflösung im Länderkontext betrachten. „Wenn wir unsere Prognose vorbereiten, überprüfen wir diverse Parameter wie die Produktpalette der Marken, die Konsumentennachfrage, Engpässe bei der Panelproduktion und Panelverfügbarkeit“, beschreibt die Meko-Marktforscherin die Vorgehensweise.

Die letzte Prognose sei, was den Umstieg auf 32-Zoll-Geräte mit 1080p beträfe, vorsichtig gewesen. „Wir freuen uns, dass wir richtig gelegen haben“, sagt Sertler. Die Marktdurchdringung mit Geräten dieser Spezifikation auf dem TV-Markt Westeuropas habe sich vom zweiten auf das dritte Quartal bloß um 3,2 Prozent verbessert, wohingegen sie sich von Quartal eins auf Quartal zwei verdoppelt habe. „Bei den Geräten mit größeren Bilddiagonalen von mehr als 26 Zoll verzeichneten Samsung, Philips und Toshiba den größten Wachstumsschub“, schließt die Expertin.

Quartalsweise zusammengefasst, liegt der Wert des EMEA-TV-Markts bei 11,5 Milliarden Dollar. Das ist eine Steigerung um 16 Prozent gegenüber Quartal Nummer zwei. Ursache für diese Entwicklung sind gestiegene Absatzzahlen bei den Fernsehern mit größeren Panels und die gestiegene Beliebtheit von Full-HD-Apparaten. Kein Grund für Euphorie: Bezogen auf den Vergleichszeitraum des Vorjahres ist der EMEA-Wert in Dollar neun Prozent kleiner.

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