Kai: Nvidia baut am Quadcore-Tablet für 200 Dollar

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Chiphersteller Nvidia hat auf seinem jüngsten Aktionärstreffen «Kai» vorgestellt. Die neue Plattform soll einige Bestandteile des Tegra-3-Systems inkorporieren und letztlich den Bau von Quadcore-Tablets für 200 Dollar (rund 160 Euro) ermöglichen. Experte Sascha Pallenberg ortet darin einen weiteren Vorstoß in das Mobile-Gaming-Segment und sieht in diesem Preisbereich vorerst keine gleichwertige Konkurrenz am Horizont.

Tegra 3: Nvidia-SoC steht Pate für Budget-Bruder Kai (Foto: Nvidia)

Laut Nvidia-Marketingvize Rob Csonger ist das erklärte Ziel des Unternehmens, in den Gefilden des Kindle Fire zu wildern und dabei leistungsfähigere Geräte bieten zu können. «Amazon hat immer noch den Vorteil des eigenen Ökosystens», urteilt Pallenberg dazu. Trotzdem wird Kai, wie auch das für Juli erwartete Google-Nexus-Tablet, voraussichtlich den Preis neuer Generationen des Amazon-Tablets drücken.

Da Nvidia im Januar auf der CES gemeinsam mit ASUS ein Tegra-3-Gerät um 250 Dollar – das MeMO ME370T – angekündigt hat, dürfte es sich bei Kai um die logische Weiterentwicklung selbiger Technologie handeln. Technische Spezifikationen wurden bislang nicht veröffentlicht. Sollten sich die Gerüchte um Googles eigenes Tablet bewahrheiten und ASUS als Hersteller auserwählt worden sein, rechnet Pallenberg sogar damit, dass Kai die Basis für das Nexus bilden wird.

Können die Kalifornier ihre Versprechen erfüllen, so dürften sie damit ihre Marktstellung deutlich ausbauen können. «Nvidia ist faktisch Monopolist bei den Premium-Herstellern wie Acer oder ASUS. Nur Samsung verschließt sich gegenüber Tegra 3», erläutert Pallenberg. Eine ähnliche Situation könnte sich auch im Budget-Segment einstellen. «Bei den Quadcores sehe ich aktuell keine Konkurrenz. Die Lösungen von Qualcomm, Freescale, TI OMAP und Samsung sind in einem anderen Preissegment angesiedelt», so seine Analyse. «Konkurrenz wird wenn, dann in China entstehen.»

Kai wird auch den stattfindenden Preisverfall im Whitebox-Segment beschleunigen. Kosteten dort Importgeräte der Mittelklasse lange Zeit 100 bis 200 Dollar, ist heute schon gleichwertige Hardware für zweistellige Beträge erwerbbar. (pressetext)

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