Kleine Panel: Sony kooperiert mit Toshiba, Sharp restrukturiert

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Die Verlockungen des Geschäfts mit Tablet-PCs und Smartphones haben zu neuen Fusionsgerüchten geführt. So sollen zwischen den japanischen Elektronikkonzernen Toshiba und Sony Verhandlungen über eine Zusammenlegung ihrer Sparten für LCD-Displays im Klein- und Mittelformat im Gange sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Produktion in Kameyama stellt Sharp von großen auf kleinere Panel um. (Bild/Logo: Sharp)

Außerdem sollen beide Unternehmen Gespräche mit dem staatlich unterstützten Investmentfonds Innovation Network Corp of Japan geführt haben. Thema, so Industrievertreter, sei eine Investition von circa einer Milliarde Euro in die neue Geschäftseinheit. Lassen sich die Verantwortlichen auf die finanzielle Beteiligung ein, erhält der Fonds bis zu 80 Prozent an dem Geschäft, wie die Zeitung „Nikkei“ berichtet. Die verbleibenden Anteile teilen Sony und Toshiba unter sich auf. Der Nachrichtenagentur zufolge will sich die neue Unternehmung noch vor dem derzeitigen Marktsegmentführer Sharp positionieren.

Doch der Branchenprimus ist ebenfalls nicht untätig. Wie das Unternehmen angekündigt hat, wird es innerhalb des LCD-Geschäfts Umstrukturierungen geben. Laut hdtvreview ist die Entscheidung getroffen worden, nachdem der Absatz der zuletzt vorgestellten TVs schlechter ausfiel als erwartet. Daher sollen sich beide Fertigungsstrecken in Kameyama auf die Herstellung von kleinen und mittelgroßen Panels für Smartphones und Tablets verlegen. Die Fertigung großer LCD-Displays wird an diesem Standort vorerst aufgegeben.

Sharp-Präsident Mikio Katayama kommentierte den Schritt so: „Aufgrund der stark verlangsamten Nachfrage auf dem LCD-Markt, insbesondere im Segment bis 40 Zoll, sind die Panelpreise stark gesunken.“ Wie bei den meisten großen Panelproduzenten und LCD-TV-Herstellern rund um den Globus schmälere dieser Umstand auch bei Sharp die Gewinne. Auf der anderen Seite sehe er drastisch wachsenden Bedarf für hochauflösende LCD-Panels, die in Smartphones und Tablet-Computern zum Einsatz kommen, so Katayama weiter.

„Indem wir uns einem Geschäftszweig zuwenden, der großen Mehrwert generiert und eine hohe Wachstumsrate aufweist, kehren wir einem anderen Warenbereich, in dessen Zuwachs wir derzeit geringeres Potenzial sehen, den Rücken.“

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