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LCD-Panelhersteller nur mit Kostensenkung profitabel

Ungeachtet gewaltiger Zuwächse im Markt der großformatigen LCDs in den letzten Jahren ist es für deren Hersteller sehr schwer, rentabel zu produzieren. Im Zuge dessen sind sie gezwungen, die Kosten für Rohstoffe und Einzelteile zu senken, berichtet iSuppli.

Die ertragsschlechten Quartale von Ende 2008 bis Mitte 2009 wirken sich bis heute aus. In diesem Zeitraum hatten die Hersteller ausgerechnet in dem Bereich, für den Großformatpanels am häufigsten eingesetzt werden – Notebook- und PC-Monitore – Verluste hinnehmen müssen. Besonders akut waren die Defizite während des trüben ersten Quartals 2009: 31 Prozent Rückgang bei den 32-Zoll-HD-TVs, 29 Prozent Fehlbetrag bei 15,4-Notebookpanels und im 19-Zoll-Segment der PC-Monitore ein Minus von 28 Prozent.

„Die Panelhersteller leiden unter den Eigenheiten des zyklischen und volatilen Endkundenmarkts“, sagte iSupplis Sweta Dash, Chef der LCD-Marktforschung. „Je mehr sich das Einsatzgebiet für LCD-Panels vom Businessbereich zu den Endkunden verschiebt, desto stärker wir dieser Markt von saisonalen Faktoren diktiert: Auf die schwächelnde Nachfrage in der ersten Jahreshälfte folgen starke Verkäufe in den letzten sechs Monaten.“ Da auch die Rentabilität hiervon abhängig wäre, seien die Unternehmen gezwungen, ihre Kosten zu minimieren.

Im Fokus stehen dabei Material- und Komponentenkosten für Panels und Panelmodule. Diese Kostenbestandteile machen bei LCD-Panels, mehr noch bei den LED-beleuchteten Monitoren, einen stetig wachsenden Gesamtkostenanteil aus: Abhängig von verschiedenen Einflussfaktoren sind es mindestens 75 Prozent. Konträr dazu stehen Versorgungsengpässe bei Glassubstraten, Farbfiltern und LED-Chips, wodurch diese Bauteile sich verteuern könnten und unterm Strich noch weniger Raum für Kürzungen bleibt.

Um solchen Tendenzen zu begegnen, versuchen die Panelproduzenten, Teile wie LED-Chips selbst herzustellen: Einsparungen an der Hintergrundbeleuchtung eröffnen mehr Möglichkeiten zur Kostensenkung und Rentabilitäserhöhung. LED-beleuchtete Panel versprechen im Allgemeinen profitabler zu sein, sie veranlassen die Hersteller dazu, neue Modelle einzuführen und die Kosten für deren Hintergrundbeleuchtung zu senken. Vorsicht gilt allerdings in Phasen des Überangebots: Hier kann sich das lukrative Geschäft schnell ins Gegenteil verkehren.

Knappheit von LEDs, kombiniert mit einer Zersplitterung der gesamten LED-Lieferkette, macht es den Herstellern umso schwerer, die Kosten zu kontrollieren. Branchenriesen lösen sich aus dieser Abhängigkeit und stellen die LED-Versorgung In-House sicher. Auf diese Weise bestimmen sie das Angebot, halbieren ihre Kosten und arbeiten rentabler. In einem nächsten Schritt werden sowohl die Anzahl der Lampen einer LED-BLU verringert, als auch die Bautiefe des TV-Gehäuses verkleinert.

Zur gleichen Zeit sind Fernsehmarken und TV-Vertragshersteller auf eine andere Spar-Variante gekommen: Sie kaufen Panelelemente ohne Hintergrundbeleuchtung und entwickeln sie statt dessen selbst. Diese neue Ausrichtung macht neue Partnerschaften nötig, zum Beispiel zwischen Fertigern von Markenfernsehern und Vertragsherstellern oder gar Panelproduzenten.

Letztere fokussieren entweder ausschließlich auf Panelelemente oder bieten eine fertige Eigenentwicklung inklusive Beleuchtung an. Obwohl dieser Schritt das Angebot leicht verknappt hat – die Modulherstellung bleibt hinter der Zellherstellung zurück – macht er die Lieferkette flexibler gegenüber Marktveränderungen. Abhängig von Panelgröße, Einsatzgebiet und Höhe der Abschreibungsraten, machen die Fixkosten maximal 25 Prozent der gesamten Panel-Herstellungskosten aus.

2010 wollen Samsung, LG Displays und AUO, die drei größten Hersteller von Notebookpanels ihren Rivalen gegenüber einen Kostenvorteil erlangen, weil die betreffenden Produktionsstätten vollkommen abgeschrieben sind. Das heißt, Beschaffungs- und Baukosten haben sich amortisiert. CMO und weitere chinesische Konkurrenten werden es schwer haben auf diesem Markt, prognostiziert iSuppli. Ähnliches passiert auf dem TV-Panel-Markt, wo LGs 7,5G- und Samsungs 7G-Werke in diesem Jahr ebenfalls abgeschrieben sein werden.

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