BRANDHEISS

Verkäufe von LCD-Monitoren widerstehen Abschwung

2009 sind die Absatzzahlen der LCD-Monitore nach verkauften Einheiten um 3,8 Prozent gestiegen. Wie die Analysten der iSuppli-Corporation feststellen, ist das ein weitaus besseres Ergebnis als ursprünglich vom Verkauf erwartet. Der Umsatz trotzte nicht nur dem schlechten Wirtschaftsklima durch die globale Rezession, sondern auch schrumpfenden Absätzen von Desktopcomputern.

Weltweit verkauften sich 176,5 Millionen Geräte, gegenüber 170,1 Millionen im Vorjahr. Der Anstieg steht in scharfem Kontrast zum Einbruch der Zahlen auf dem PC-Markt um 15,9 Prozent. „Die Kannibalisierung der verbliebenen Röhrenbildschirm-Gemeinschaft und eine mörderische LCD-Preispolitik können für einen Teil dieses Wachstums verantwortlich gemacht werden“, sagt Rhoda Alexander von iSuppli. Die Hauptrolle käme der Innovation seitens der Verkäufer zu: Sie hätten Monitorprodukte neu erfunden und die Kunden mit interessanten Veränderungen angelockt.

Innovation soll laut Alexander auch 2010 und darüber hinaus ein Muss bleiben. Umso mehr, als dass die Händler danach trachten, neben ihrem traditionellen Kerngeschäft mit den Desktop-PC-Benutzern auch einen Teil des Segments der mobilen Computer zu bedienen. iSuppli prognostiziert, dass die Lieferzahlen an LCD-Monitoren bis 2013 auf 211,5 Millionen ansteigen. Beginnend im Jahr 2008, kommt das einer jährlichen Wachstumsrate von 4,5 Prozent gleich.

Personalabbau und IT-Kürzungen als Bestandteil genereller Bestrebungen zur Kosteneinsparung in Unternehmen ließen den Bedarf an Monitoren schrumpfen, während die Endkundennachfrage anwuchs. Dieses Verhältnis kehrt sich von 2010 an um: Nun sollen Geschäftskunden wieder eine größere Rolle spielen. Die Gründe, die Rhoda Alexander dafür anführt, lauten: verbesserte Konnektivität, Jobwachstum und Wechsel von Betriebssystemen.

Verstärkt kommt es in Geschäftsumgebungen zum Einsatz mehrerer Displays, besonders bei mobilen Anwendern, die häufig ein zweites Panel in ihre Desktopgestaltung einbeziehen. Bis heute sei dies überwiegend per VGA, DVI, USB oder via Dockingstation direkt an den Computer angeschlossen worden. USB und Displayport 1.2 gebe den Anwendern die Möglichkeit, Monitore in Reihe zu schalten, und so die limitierte Konnektivität von Computern zu umgehen. Künftig soll der Displayport-Anschluss soll als Antrieb für die Multi-Monitor-Benutzung im Firmenbereich eine wichtige Rolle spielen.

Die stetige, wenngleich langsame Erholung des Arbeitsmarkts soll zu einem gesteigerten IT-Bedarf bei Neueinstellungen führen. Asiatische Märkte stellen laut iSuppli bereits wieder verstärkt ein, Amerika soll Ende dieses oder im nächsten Jahr folgen, und Europa spätestens in zwei Jahren.

Die Umstellung auf neue Betriebssysteme, führt Alexander Punkt drei aus, bringt häufig die Anschaffung neuer Computersysteme und Monitore mit sich. Zwar sei dies bei Erscheinen von Windows Vista nicht der Fall gewesen, das neue Windows 7 sei dahin gehend aber vielversprechender. Insbesondere die Supporteinstellung für Windows XP, aber auch die Integration von Touch-Funktionen ins Betriebssystem berge Potenzial.

Im herausfordernden Endkundenbereich macht die Expertin vor allem jüngere Nutzer als Käuferschaft aus. Diese Schicht wolle ihre mobilen Endgeräte an größeren Displays betreiben. Angelockt durch günstigere Preise und den Reiz einer noch größeren Bilddiagonale hätten die sie die Monitorabsätze 2009 ungeachtet des Netbook-Hypes angetrieben. Zusätzlich ist die Rede vom stimulierenden Einfluss von neuen Features wie Breitbildformat, HD-Auflösungen und LED-Hintergrundbeleuchtung, die das Interesse im Endkundenbereich schüren.

„2010 wird es 3D-Angebote nur so hageln“, sagt Alexander. „Die gegenüber Fernseher deutlich günstigeren Monitore sind eine bezahlbare Alternative für den Einstieg in die 3D-Welt. Mit dem zu erwartenden Zuwachs an dreidimensionalen Computerspielen kann ein 3D-Monitor als das begehrteste Weihnachtsgeschenk 2010 gehandelt werden.“

Der Zuwachs an kompakten, aber stationär betriebenen All-in-One-PCs – 2009 mit einem Marktanteil von fünf Prozent der Gesamtumsätze – soll 2010 zur Verdopplung des Vorjahresergebnisses führen. Erzielt wird dieses sowohl im Endkunden- als auch im Businessbereich. Ihre Beliebtheit bei ausgewählter Geschäftskundschaft bis hinab zu Kleinkindern in Privathaushalten komme, so Alexander, von der benutzerfreundlichen Bedienung und den flexiblen Aufstellmöglichkeiten.

Interessante Themen

Schreibe einen Kommentar

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!