Lesertest 2 Aktion Business-Monitore LG 27BK750Y-B
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Reaktionsverhalten

Die Monitortest-Software zeigt im Teil „Reaktionszeit“ gewisse sichtbare Fehler, jedenfalls kann man in diesem Test die Geschwindigkeit zweier sich schnell über den Bildschirm bewegender Balken so einstellen, dass Fehler bzw. Schwächen in der Darstellung sichtbar werden (was aber ab einer gewissen Geschwindigkeit bei jedem Monitor der Fall ist). So rein subjektiv sieht man ja gar nicht irgendwelche Schwächen bzgl. der Reaktionszeit oder ist gar nicht in der Lage, diese überhaupt zu erkennen. Schnelle Szenen in einem Film sind sowieso irgendwie etwas verschwommen und eben schnell, da kann man gar nichts sehen. Und Ballerspiele-Erfahrung habe ich gar keine.

Reaktionszeit "Schnell"
Reaktionszeit „Schnell“ mit deutlich sichtbaren gelben bzw. schwarzen Streifen
"Aus" ohne Streifen
„Aus“ ohne Streifen

Da ich im Menü eine Einstellung zur Reaktionszeit gesehen hatte, wollte ich an dieser Stelle dann mal die Auswirkungen der verschiedenen Einstellungen prüfen. Man hat deutliche Änderungen im Verhalten durch die verschiedenen Einstellungen sehen können, allerdings zeigte die Einstellung „Schnell“ ein sichtbar schlechteres Bild als „Langsam“ oder „Aus“. Die Auswirkungen im Bild korrelierten also irgendwie nicht mit der Einstellung. Für mich sah es so aus, als ob die Einstellungen irgendwie in falscher Richtung herum beschriftet sind, also als ob „Aus“ in Wirklichkeit „Schnell“ wäre, und umgekehrt. Allerdings habe ich von dem Thema keine Ahnung und denke deswegen, dass ich da falsch liege. Wie auch immer: Ich konnte feststellen, dass „Langsam“ für mich am besten aussieht.

Bei Büroarbeiten hat man im Normalfall keine schnellen Änderungen des Bildes, hier spielt die Reaktionszeit daher auch keine Rolle.

Sehkomfort

Der LG 27BK750Y-B hat ein sehr gutes und kräftiges Bild, erfüllt verschiedene ergonomische Standards und bringt auch durch die Größe die Voraussetzungen für ein ermüdungsfreies Arbeiten von morgens bis abends und darüber hinaus mit. In Werksauslieferung steht die Helligkeit auf 100 Prozent, was ein sehr helles Bild ergibt. Wenn nicht gerade die Sonne ins Büro scheint, kann oder besser sollte man die Helligkeit locker auf 80 Prozent, in den meisten Fällen sogar noch auf wesentlich geringere Werte reduzieren. Denn ein zu helles Bild kann auf Dauer die Augen strapazieren und zu Ermüdungserscheinungen, ja teilweise sogar zu Kopfschmerzen führen.

Im Wesentlichen geht es beim ergonomischen Einsatz von Monitoren um zwei Dinge: Zum einen sollte das Auge nicht auf Dauer zu hellen Monitorbildern ausgesetzt werden, sodass man vom grellen Licht geblendet wird, und zum anderen geht es darum, dass in den Abend- und Nachtstunden, in der dunklen Jahreszeit, teilweise aber auch schon eher – man setzt hier oft den Zeitpunkt des Sonnenuntergangs an –, der Blauanteil im Bild reduziert werden sollte und eher die warmen Farben (Gelb, Orange, Rot) vorherrschen sollten. Das hängt damit zusammen, dass die Melatoninproduktion im Körper vom Tageslicht abhängt, und wer spät abends noch in ein Tageslicht-ähnliches Licht schaut, bringt seine biologische Uhr durcheinander und kann anschließend schlecht einschlafen oder nicht richtig gut durchschlafen oder wird einfach nicht mehr müde.

Gerade bei typischen textlastigen Programmen (Office, Browser usw.) sind viele Teile oder der Hintergrund standardmäßig weiß. Oftmals lässt sich das aber verändern, in Office z. B. durch die Einstellung unter „Datei -> Konto -> Office-Design -> Hellgrau“. Zurück zum LG-Monitor: Der Einstellbereich der Helligkeit ist für die typische Büroumgebung sehr gut (eine sehr geringe Helligkeit wie bei guten Notebooks kann man zwar nicht einstellen, aber im Büro muss man ja auch nicht, wie manchmal am Notebook, völlig im Dunkeln arbeiten). Auch bietet der LG-Monitor einen Reader-Mode, der die bläulichen Anteile reduziert und ein wärmeres, nicht so helles Bild liefert. Im ersten Augenblick kommt einem das Bild sehr rosa-warmfarben vor, aber das Auge gewöhnt sich schon nach kurzer Zeit an diesen Ton und rechnet um, sodass einem die Farbveränderung anschließend nicht mehr so stark auffällt wie beim direkten Umschalten. Der Reader-Mode ist eine feine Sache, und ich kann nur dazu raten, ihn mal auszuprobieren. Die Umschaltung ist, wie im Abschnitt zum OSD schon geschrieben, leider etwas hakelig; die LG-Software schafft da Abhilfe.

Noch kurz was zur Flimmerfreiheit: Ich habe im Testzeitraum nur zweimal Bereiche gefunden, die tatsächlich etwas geflimmert haben. Das waren ganz hellgraue Bereiche, wo das wirklich wahrnehmbar war. Ansonsten war das Bild diesbezüglich ohne Mängel.

Energiespar-Optionen

Der LG-Monitor ist sehr energieeffizient und mit der Energieeffizienzklasse A+ bewertet. Er verbraucht sowohl im Betrieb (ca. 16 bis 23 W, je nach Helligkeit) als auch im Standby sehr wenig Strom. Im Standby liegt dieser bei nur sehr geringen 0,3 Watt. In den Standby kommt der Monitor, wenn eine Signalquelle nicht mehr anliegt. Das Gerät kündigt dann an, dass er in den Energiesparmodus versetzt wird (liegt sie wieder an, geht der Monitor wieder an). Schaltet man den Bildschirm ganz aus (ein Relais klickt dann; Tiefschlafmodus), ist der Energieverbrauch entsprechend der Herstellerangaben fast bei Null (dann geht er aber auch nicht von alleine wieder an, wenn ein Signal anliegt).

Energiespar-Label
Energiespar-Label

Was es mit der Smart-Energy-Saving-Funktionalität (Energiesparen durch Verwendung eines Luminanz-Kompensations-Algorithmus) auf sich hat, konnte ich nicht rausfinden. Bei mir hat sich weder der Stromverbrauch geändert noch das Bild irgendwie verändert.

Meldung über bevorstehende automatische Abschaltung
Meldung über bevorstehende automatische Abschaltung

Dann gibt es einen im Menü bezeichneten „Automatischen Standby“. Dieser ist standardmäßig auf vier Stunden festgelegt. Einstellen lassen sich auch sechs oder acht Stunden sowie die Option „Aus“. Bei dieser automatischen Abschaltung nach der voreingestellten Zeit wird der Monitor entgegen der Bezeichnung im Menüpunkt nicht auf Standby geschaltet, sondern ausgeschaltet (Tiefschlafmodus). Letztlich kann dieser Zustand nur eintreten, wenn ununterbrochen ein Signal an einem Eingang anliegt und der Monitor an ist (am PC also keine Energiespareinstellungen konfiguriert sind oder diese nicht greifen, z. B. durch Abspielen von Medien). Diese Energiespareinstellung greift also auch nicht, wenn der Bildschirm im Standby ist. Dort verbleibt er, bis er sich entweder wieder einschaltet, weil wieder ein Signal anliegt, oder er manuell ausgeschaltet wird. Ist das Display nun also (in der Standardeinstellung) mehr als vier Stunden am Stück in Betrieb, so kommt fünf Minuten vor Ablauf und nochmals eine Minute vorher eine Meldung, dass das Drücken einer beliebigen Taste die bevorstehende Abschaltung deaktiviert (das allererste Mal bietet er auch an, die Einstellung im Menü zu ändern). Das funktioniert so weit auch, allerdings zählt die linke Menütaste anscheinend nicht dazu. Zwar verschwindet mit einem Tastendruck die Meldung, aber der Monitor schaltet trotzdem ab. Das ist wohl noch ein kleiner Bug. Dass die Power-Taste natürlich auch nicht zu einer beliebigen Taste gehört, kann man sich hingegen denken.

Im praktischen Betrieb mit ordentlich konfigurierten Energieeinspar-Einstellungen braucht man diese Funktionalität eigentlich nicht. Sie verhindert jedoch einen Dauerbetrieb bei ständig anliegendem Signal. Ich empfehle die Einstellung auf sechs Stunden, dann bemerkt man durch die Mittagspause oder ähnliche Unterbrechungen, wo der Monitor in Standby geht, eigentlich nichts mehr von der Funktionalität, und trotzdem greift sie ein, falls doch mal was nicht stimmt. Wer seinen PC zur Mittagspause nicht in Standby schaltet, sollte sich zumindest ausloggen (nicht abmelden, nur sperren), dann ist der Monitor nach einer Minute im Standby, auch wenn der normale Bildschirm-Standby (entsprechend der PC-Einstellungen) z. B. erst nach 15 Minuten greift.

Während beim alten LG-Monitor eine blinkende LED irgendwie zum richtigen Ausschalten auffordert, ist das ja jetzt nicht mehr der Fall, und wegen der 0,3 Watt während der Zeit, wo man ihn nicht benutzt, lohnt es sich jetzt nicht gerade, das Gerät auszuschalten. Bei einem zweiwöchigen Urlaub und angenommenen 30 Cent pro KWh, kann man das ja machen, dann spart man 34 Cent. Das ganze Jahr über würde man mit dem Abschalten 8,76 Euro sparen. Da lässt sich anderweitig leichter mehr einsparen, z. B. mit dem Kauf dieses Monitors und dem Aussondern eines Strom verschwendenden älteren Modells.

Bewertung

Gehäuseverarbeitung / Mechanik: ++
 Ausstattung: ++
 Ergonomie: ++
 Bedienung / OSD: +/-
 Geräuschentwicklung: ++
 Sehkomfort: ++
 Subjektiver Bildeindruck: ++
 Blickwinkelabhängigkeit: +
 Schwarzwert: +
 Helligkeitsverteilung: +
 Interpoliertes Bild: ++
 Energiespar-Optionen: ++
 Anwendungsbereich 1 (Office): ++
 Anwendungsbereich 2 (Grafik): ++
Anwendungsbereich 3 (Videoschnitt): n.b.
Anwendungsbereich 4 (CAD): n.b.
 Preis-Leistungs-Verhältnis: ++
++ sehr gut, + gut, +/- zufriedenstellend, – schlecht, – – sehr schlecht, n.b. = nicht bewertet

Fazit

Der LG 27BK750Y-B ist mit seinen Anschlussmöglichkeiten und dem USB-3.0-Hub sowie der USB-Schnellladefunktion auf der Höhe der Zeit. Auch äußerlich präsentiert sich der Monitor modern und schlank und mit einer modern gestalteten Standsäule. Die gesamte Mechanik ist ohne jeden Kritikpunkt, der Aufbau kinderleicht. Die Verbindung des Panels mit dem Standfuß ist passgenau und gefällt mir sehr gut – einhaken, einklicken, fertig. Und die Rückseite sieht damit sehr aufgeräumt aus, für manch einen Aufstellort ist das nicht ganz unwichtig.

Die Bildqualität des Displays kann als sehr gut bezeichnet werden. Nur bei ganz genauem Hinsehen zeigen sich an den dünnen Bildschirmrändern in bestimmten Situationen leichte Aufhellungen. Die Einstellmöglichkeiten (sowohl bei Höhe und Neigung sowie Pivot-Funktion als auch im OSD-Menü) sind umfangreich und für den Business-Betrieb mehr als ausreichend.

Mann vor Monitor
Positives Fazit von Jirka Reimer

Bei der Bedienung des Monitors wurden Chancen vertan. Wer nur ab und an die Helligkeit verändern will, kommt damit noch sehr gut klar. Wer den Reader-Mode regelmäßig ein- und ausschalten will, sollte sich besser die LG-Software „On Screen Control“ installieren, weil die Bedienung des Menüs bis in diese Menüpunkttiefe etwas umständlich ist.

Betrachtet man den Preis des Monitors und den dafür insgesamt gebotenen Gegenwert, gebe ich eine klare Kaufempfehlung. Für typische Office-Anwendungen mit viel Text, aber auch für das normale Surfen im Internet sowie zur Fotobearbeitung ist der LG mit einer Auflösung von Full HD auf 27 Zoll genau das Richtige für eine lange, ermüdungsfreie Arbeit.

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