Lesertest 2 Aktion Business-Monitore LG 27BK750Y-B
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Anschlüsse

Kurz gesagt bietet der Monitor das gesamte Spektrum, nur der alte analoge VGA-Anschluss (D-Sub) steht nicht mehr zur Verfügung. Das stört normalerweise niemanden. Nur wenn mal jemand mit einem älteren PC daherkommt und Hilfe benötigt, sollte man noch einen Monitor mit VGA-Anschluss griffbereit haben. Davon abgesehen stehen alle gängigen Anschlüsse zur Verfügung, also DVI-D, HDMI und DisplayPort. Beim DisplayPort gibt es genau genommen sogar zwei Anschlüsse, einer für eingehend (in) und einer für ausgehend (out). Am Ausgang lässt sich der nächste Monitor per DisplayPort-Multistream-Transport-Funktionalität anschließen.

Daneben steht eine Audiobuchse zur Verfügung, die man im Normalfall nur bei Nutzung von DVI-D benötigt, weil nur DVI-D nicht in der Lage ist, neben den Bildschirmdaten auch Audiodaten zu übertragen. Des Weiteren ist ein Kopfhöreranschluss vorhanden.

Der Lieferumfang der beiliegenden Kabel ist etwas verwunderlich. DisplayPort- und HDMI-Kabel sind vorhanden, nicht aber ein DVI-D-Kabel, obwohl die Buchse bei Desktop-PCs immer noch gängig ist. Da die meisten Desktop-PCs jedoch auch einen HDMI- oder DisplayPort-Anschluss haben, benötigt man tatsächlich nur noch selten ein DVI-D-Kabel. Warum dann aber noch ein Audiokabel beigelegt wird, was man dann ja eigentlich auch nicht mehr benötigt, ist ein wenig komisch. Und an eine extra Soundkarte wird wohl niemand den Monitor anschließen wollen, weil die Audio-Ausgabe des Monitors, wie schon geschrieben, nur als Notlösung zu empfehlen ist.

Schließt man das DisplayPort-Kabel am LG 27BK750Y-B an und verlegt es wie vorgeschrieben mit gerade ausreichender Reserve für alle Höhen- und Pivot-Einstellungen, verbleiben knapp 1,10 m Kabellänge ab Standfußsockel (Gesamtlänge: 1,80 m). Bei einem auf dem Fußboden stehenden PC kann das schon knapp werden, wenn die Kabel geordnete Wege gehen sollen. Das HDMI-Kabel hat eine Kabellänge von 1,77 m, das Audiokabel eine von 1,86 m.

Die Stromversorgung erfolgt über einen Kaltgerätestecker, da der Monitor ein innen liegendes Netzteil hat. An sonstigen Anschlüssen sind vier USB-3.0-Typ-A-Buchsen (out) sowie eine Typ-B-Buchse (in) vorhanden. Durch den integrierten USB-3.0-Hub sind die Buchsen wirklich praktisch einsetzbar. Auch kann die Buchse 1 als Ladeanschluss für ein Smartphone oder Tablet genutzt werden. Das ist durchaus nützlich, wenn man den Kabelsalat auf dem Schreibtisch in Grenzen halten will. Die Buchse kann man, vermutlich aus Energiespargründen, im Menü (unter „Allgemein -> Schnellladen“) ein- und ausschalten. Im Betrieb oder im Energiesparmodus (in den der Monitor kommt, wenn kein Signal mehr anliegt/der PC den Monitorausgang abschaltet) ist die Buchse dann mit Strom versorgt, nur beim Übergang vom Energiespar- in den normalen Betriebsmodus wird die Stromzufuhr ganz kurz unterbrochen – das Handy meldet sich dann so, als wenn man frisch das Ladekabel eingesteckt hätte. Nur wenn der Bildschirm wirklich aus ist, hat die Buchse keine Spannung mehr.

Bedienung

Die Bedienung erfolgt über die Tasten unten rechts. Diese lassen sich so weit gut bedienen und haben einen eindeutigen Druckpunkt. Die Funktion der Power-Taste, rechts angeordnet, versteht sich von selbst. Die Power-LED ist etwas abseits der Power-Taste angeordnet (warum?) und geht standardmäßig nur beim Einschalten an und anschließend aus. Man kann sie im Menü einschalten, dann ist sie im Betrieb ständig an; ich persönlich würde jedoch davon abraten, das Licht kommt an diesem einen Punkt doch sehr konzentriert und hell raus, spätestens im abgedunkelten Reader-Mode stört sie dann. Auch blinkt sie im Energiesparmodus dann ständig vor sich hin (und fordert gefühlt irgendwie zum kompletten Ausschalten auf).

Tasten und LEDs im Vergleich: Links der alte LG-Monitor, rechts der neue

Von den sechs weiteren Bedientasten ist die linke zum Aufrufen des OSD-Menüs, die beiden folgenden zur Lautstärkeregelung der internen Lautsprecher und die vierte von links dann zur Wahl der Eingangsschnittstelle, falls man an mehreren Eingängen (z. B. DisplayPort und DVI) Signale anliegen hat. Liegt nur an einem Eingang ein Signal an, wechselt der Monitor selbständig den Eingang.

Insgesamt gefallen mir die quadratischen Tasten am älteren LG etwas besser, sowohl von der Optik als auch von der Bedienung her. Die Tasten sind nicht so breit und dadurch dichter beieinander, am neuen Monitor legt man mit den Fingern bzw. mit dem Daumen (geht irgendwie besser) weite Wege zurück, wenn man sich durchs Menü hangelt.

Die Bedienungsanleitung ist so weit gut, die Übersetzungen sind teilweise jedoch nicht so toll. Das gilt auch für die Software „On Screen Control“. Zum Glück schaut in der Praxis kaum jemand in die Anleitung rein.

OSD

Das Menü ist optisch ansprechend und schön groß, allerdings entspricht die Navigation mit den Tasten dem Stand von vor einigen Jahren. Man wünscht sich unweigerlich eine Vier-Wege-Navigationstaste mit Mitteltaste. Das scheitert vermutlich an Platzproblemen, wobei es nur wenige Millimeter sein können. Aber warum man dann nicht wenigstens wieder Softkeys genommen hat, also Tasten, deren Funktion im Menü angezeigt wird, ist verwunderlich. So richtig gut sieht man die Tastenbeschriftung nämlich nicht, sei es, weil das Umgebungslicht so dunkel ist und der Bildschirm im Gegenzug in gewisser Weise blendet, oder weil man sich bei der Bedienung mit der eigenen Hand/dem Daumenansatz die Sicht versperrt. Intuitiv und auf Anhieb bedienbar ist echt was anderes – schade, das ging schon mal besser.

Software "On Screen Control"
Software „On Screen Control“
Software "On Screen Control"

Auch nützt die über die beiden Links-rechts-Tasten sofort zugängliche Lautstärke-Regelung vermutlich den wenigsten Anwendern, weil sie die Lautsprecher gar nicht verwenden. Es wäre schöner gewesen, wenn man damit die Helligkeit regeln oder zumindest einstellen könnte, dass die Tasten statt der Lautstärke die Helligkeit regeln sollen. Und die Hoch-runter-Tasten sind außerhalb des Menüs ohne Funktion. Warum hat man da nicht den Bildmodus raufgelegt? Ein Tastendruck (Runter-Taste) und man wäre vom Anwender- im Reader-Modus und umgekehrt (Hoch-Taste). So ist die Einstellung übers OSD/Menü eine 10-sekündige umständliche Aktion – wer den Reader-Modus ernsthaft verwenden und ihn regelmäßig ein- und ausschalten möchte, dem bleibt vermutlich nur der Weg über die Software (On-Screen-Steuerung).

OSD-Menü Monitor
OSD-Menü Monitor

Hier wurden echt Chancen vertan, sich mit einem von der Bedienung her perfekten Gerät gegenüber der Konkurrenz abzuheben. Immerhin kann, wie schon erwähnt, die Software Abhilfe schaffen. Ja, sie kann sogar programmbasiert verschiedene Bildmodi einschalten, also z. B. Photoshop immer im farbechten Anwendermodus, während Word und Excel im Reader-Modus laufen. Die Bedienung der Software ist noch nicht so ganz konsistent: Während man in der Standard-Monitorsteuerung den Bildmodus per Dropdown-Liste auswählt, erfolgt dies bei der Programmzuordnung („My Display Presets“) per rechter Maustaste durch eine Auswahl im Kontextmenü. Bei der Software wird es sicherlich mal ein Update geben. Vielleicht wird dann auch eine zeitabhängige Steuerung möglich sein. Windows 10 bietet ja seit dem Creators-Update den Nachtmodus („Night Light“), der standardmäßig sogar eine Steuerung von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang ermöglicht. Ob da allerdings im Ergebnis das Gleiche bei rauskommt, als würde man die Einstellungen im Monitor ändern, ist stark anzuzweifeln.
Bildqualität

Die Bildqualität ist LG-typisch sehr hoch. Die Farbdarstellung ist subjektiv betrachtet ohne Tadel, alle Farben werden in einem ausgewogenen Verhältnis dargestellt. Eine Monitortest-Software zeigt keine Defizite auf, alles passt soweit, wie man es von einem Business-Monitor erwartet. Wenn ich keinen Testbericht über diesen Monitor schreiben würde, hätte ich mir das Monitortestprogramm vermutlich nie angeschaut. Aber so habe ich versucht, auch damit die Qualität zu beurteilen. Wenn man ganz genau schaut, finden sich an den Rändern mit schmaler Umrandung, also links, oben und rechts, ganz leichte Aufhellungen. Dies sieht man mit bloßem Auge aber nur bei einem gleichfarbigen grauen bis dunkelgrauen Hintergrund. Hier ist das Bild dann nicht völlig homogen. Im praktischen Betrieb fällt das aber nicht oder nur extrem selten auf, z. B. wenn man einen Film schaut, der im Breitbildformat vorliegt, sodass oben und unten schwarze Streifen sind. Dann kann man am oberen Rand leichte Aufhellungen des schwarzen Streifens erkennen. Ein kontrollierender Blick auf den alten LG-Monitor zeigt dort nicht dieses Verhalten.

Aufhellungen an den Rändern
Aufhellungen an den schmalen Rändern, Langzeitbelichtung (1,3 Sek.) Blickwinkel

Zur Blickwinkelstabilität kann ich nur sagen, dass die angegebenen Betrachtungswinkel (178°) durchaus stimmen, aber ab über 90 Grad (also weniger als 45 Grad zwischen Betrachter und Bildschirm) geht das definitiv mit Helligkeitsschwankungen/verminderter Helligkeit einher. Aber wer schaut schon in so einem spitzen Winkel auf den Monitor? Selbst wenn man zu zweit nebeneinander vor dem Monitor sitzt, schaut man nicht so sehr von der Seite. Die Blickwinkelabhängigkeit der Farbwiedergabe ist IPS-typisch sehr gering.
Anwendungen

Bei den von mir im Büroalltag regelmäßig benutzten Anwendungen wie Browser, Office-Programme (Outlook, Excel, Access und Word), aber auch Konsolenprogramme wie PuTTY und spezielle Anwendungen wie LANconfig, Wireshark, UltraEdit und unzählige kleine Utilities wie WinRAR oder FileZilla, Büroprogramme wie WISO Steuersparbuch oder StarMoney eignen sich alle wunderbar für einen derartigen Bildschirm, weil sie in gewisser Weise für diese Auflösung optimiert wurden. Auch mit TeamViewer habe ich selten größere Auflösungen auf der gegenüberliegenden Seite – und wenn, dann ist die Anzeige zwar kleiner, aber erkennen tut man noch alles Notwendige. Auch am Wochenende mal Photoshop zu benutzen, ist kein Problem. Die geringe Pixeldichte (die Pixelgröße beträgt 0,314 mm) ist für ein angenehmes Lesen von Text in der nativen Auflösung sehr gut geeignet.

Diese Programme benutze ich regelmäßig

Interpolation

Das Anzeigen von Auflösungen, die nicht der Standardauflösung entsprechen, zeigte keine größeren Probleme. Kleinere Auflösungen, die nicht dem Seitenverhältnis entsprechen, werden standardmäßig als Breitbild dargestellt und damit verzogen, aber das lässt sich im Menü („Verhältnis -> Breitbild/Original“) ganz schnell umstellen. Dann stimmen auch wieder die Proportionen.