Lesertest EIZO EV3285 – geniale Umsetzung von USB-Typ-C

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Einleitung

Soeben wurde der EV3285 veröffentlicht und auf den Markt gebracht. Er stellt somit das jüngste Modell der FlexScan-Serie aus dem Hause EIZO dar. Wie der Name schon verlauten lässt, verspricht er mit seiner Größe – nämlich 32 Zoll – frischen Wind. Und tatsächlich hat es nach dem EV3237 über vier Jahre gebraucht, bis der Hersteller wieder einen 32″-Bildschirm (der FlexScan-Serie) ins Rennen schickt. In der Zwischenzeit wurden die 27″-Modelle schon mehrfach überarbeitet.

Das Paket ist angekommen
Das Paket ist angekommen
32 Zoll sind ganz schön groß
32 Zoll sind ganz schön groß

Die japanische Bildschirmschmiede wirbt für ihr jüngstes Pferd im Stall mit den Eigenschaften des „absoluten Hinguckers“: „Elegant“, „edel“, „schlank und grazil“, wie auf der offiziellen Homepage zu lesen ist. Diese Attribute sind aber nicht nur dem EV3285 vorbehalten, sondern gelten in erster Linie der gesamten FlexScan-Serie. Sie richtet sich vorwiegend an Office-Anwender. So wurde die Modellreihe für Büro-Umgebungen und Allround-Einsätze entworfen. Wie unschwer zu erkennen ist, legt EIZO großen Wert auf das äußere Erscheinungsbild.

So weit, so gut. Aber auch der hauseigene Test der PRAD-Redaktion liegt vor, widmet sich hauptsächlich der technisch messbaren Seite des großen Neulings und bescheinigt ihm zahlreiche Bestnoten. So soll nun also die praktische Prüfung folgen. Anwendungsort hierfür ist der Arbeitsplatz in einem Architekturbüro. Der Schreibtisch befindet sich direkt hinter einer voll verglasten Fassade und bietet somit die Möglichkeit, das matte Display genauer unter die Lupe zu nehmen. Der EV3285 kann hier zudem mit verschiedenen Rechnern getestet werden: Zum einen steht ein HP Z440 mit einer NVIDIA Quattro P2000 zur Verfügung, zum anderen ein MacBook Pro 15″ (2016) mit einer AMD Radeon Pro 460. Die eingesetzte Software umfasst überwiegend CAD-Programme und Excel (Schwarz-weiß-Strichzeichnung/Text), aber auch Bildbearbeitung und sehr selten Videoschnitt mit Adobe CC.

Lesertest EIZO EV3285 – geniale Umsetzung von USB-Typ-C

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Hands on Video zum EIZO EV3285

Ein besonderes Augenmerk liegt für mich auf dem USB-C-Anschluss. Hält der kleine Zeitgenosse alles, was er verspricht? Kann er tatsächlich eine reibungslose Einheit zwischen Monitor und Rechner über nur ein einziges Kabel garantieren? Bislang hatte ich noch nicht die Möglichkeit, Geräte mit einem derartigen USB-C-Umfang zu testen. Außerdem steht bereits ein EV2750 auf dem Tisch. Deshalb wird es den einen oder anderen Vergleich mit dem kleineren Älteren geben. Drei Jahre sind es, die zwischen den beiden Produkten liegen. Nichtsdestoweniger stammen beide Modelle aus der FlexScan-Serie. Es stellt sich also neben den bevorstehenden Tests die Frage, wie sich EIZOs Produktlinie für Office-Anwendungen weiterentwickelt hat.

Lieferumfang

Geliefert wird ein schlichter, aber sehr solider brauner Karton ohne großes Tamtam: Keine vollflächigen und farbigen Aufdrucke, keine Hochglanzoberfläche, keine unnötigen Kunststoffteile, sondern nur die allernötigsten Abbildungen – sehr gut! Japanischer Minimalismus lässt grüßen. Der dicke schwarze Balken auf der Verpackung lässt schnell erkennen, wo unten und oben ist. Ob das den Versand sicherer macht, sei dahingestellt. Schaden kann es jedenfalls nicht. Allein die Tiefe des Kartons irritiert mich ein wenig, hat aber einen Grund. Beim Auspacken stellte ich fest, dass das Standbein und die Bodenplatte als ein Bauteil gefertigt werden. Es muss nichts mehr montiert oder zusammengeschraubt werden. Der Monitor ist sofort einsatzbereit.

Zum Lieferumfang gehören ein Netzkabel, drei Signalkabel (USB-C auf USB-C, DP auf DP, HDMI auf HDMI) und eine Kurzanleitung. Außerdem findet man zwei verschiedene Lösungen für das Kabelmanagement im Karton: einen Kabelclip zum schnellen Ein- bzw. Ausfädeln der Kabel und eine Abdeckung fürs vollständige Aufräumen und Verstecken der Leiter. Letzteres empfinde ich als nicht zwingend erforderlich, gehört aber wahrscheinlich für viele zum aufgeräumten Schreibtisch dazu.

Der Lieferumfang beinhaltet hochwertige Kabel
Der Lieferumfang beinhaltet hochwertige Kabel

Alle mitgelieferten Kabel vermitteln einen sehr hochwertigen Eindruck. Sie haben meines Erachtens für die meisten Anwender auch eine ausreichende Länge, und das ganze Spektrum an Verbindungsmöglichkeiten wird abgedeckt. Außerdem verzichtet EIZO nun auf CDs – auch gut! Dies empfand ich schon vor drei Jahren beim kleineren EV2750 als etwas überflüssig. Leider liegt dem Monitor immer noch kein Screencleaner bei. Dieser ist separat als Zubehör erhältlich. Dennoch ist festzuhalten, dass ich mit dem Lieferumfang vollkommen zufrieden bin.

Optik und Mechanik

Wird der Monitor dann das erste Mal ausgepackt, ist Vorsicht geboten: Das Standbein schwingt leicht nach hinten aus, sobald es das Innere des Kartons verlässt. Mit seinen 11 kg, die der EV3285 inkl. Fuß auf die Waage bringt, erweist sich das nicht unbedingt als komfortabel. Jedoch liegt das Gewicht meiner Meinung nach immer noch knapp unter dem Durchschnitt der 32″-Bildschirme. Die Schwierigkeit, das Bein zu handhaben, bleibt aber bestehen, sobald der Ort des Bildschirms gewechselt wird. Das Rückgrat des Geräts bricht unweigerlich nach hinten aus, wenn der Monitor angehoben wird. Ein weiterer Kritikpunkt des Standfußes ist in der Bedienung des OSDs festzustellen. Werden die Tasten am unteren rechten Bildschirmrand nur leicht berührt, beginnt der Schirm leicht zu schwingen. Man hat nicht das Gefühl, die Standhaftigkeit des EV3285 infrage stellen zu müssen. Allerdings nervt es ein wenig, wenn das Gerät bei jeder Berührung geringfügig hin und her wackelt.

Die Rückseite des EV3285
Die Rückseite des EV3285
Das Standbein von vorne
Das Standbein von vorne

Die Gestaltung des Standbeins finde ich ansonsten gelungen – wären da nicht diese kleinen praktischen Schwächen. Wer den Monitor aber einmal platziert und seine Einstellungen im OSD gefunden hat (was relativ einfach möglich ist, siehe unten), wird keine Probleme damit haben. Ich würde allerdings das alte Standbein der FlexScan-Serie bevorzugen, da ich meinen Bildschirm doch hin und wieder mal an einem anderen Ort einsetze. Die Mechanik hat meiner Meinung nach also noch Potenzial nach oben. Das Neigen und Drehen des Geräts funktionieren tadellos. Diese Eigenschaften haben mich besonders beim Ein- bzw. Ausstecken der Kabel überzeugt. Es ist kein akrobatisches Manöver notwendig, um an der Rückseite hantieren zu können.

EIZO Logo auf dem Standfuß …
EIZO Logo auf dem Standfuß …
 … und auf der Gehäuserückseite
… und auf der Gehäuserückseite

Genug am Standbein kritisiert, jetzt zum eigentlichen Bildschirm: Das schlichte Gehäuse wirkt sehr hochwertig verarbeitet. Der von EIZO beschriebene „absolute Hingucker“ sind natürlich die komplett plane Bildschirmfront über 32″ und der schmale Rahmen dazu. Die untere Fläche des Rahmens fällt etwas breiter aus, da hier die Bedienelemente sowie der Umgebungslichtsensor integriert sind. Selbst wenn man die Vorgänger des Bildschirms kennt, ist man nicht gelangweilt, sondern findet trotzdem immer wieder Gefallen am Design des Monitors – sehr zeitlos. Da die meisten meiner Kollegen mit zwei Monitoren arbeiten, ist es natürlich wenig überraschend, wie viel Anklang der schmale Rahmen im Büro fand. Hat man für längere Zeit das Gerät vor sich stehen, fällt es tatsächlich sehr schwer, sich wieder an „kräftigere“ Umrandungen zu gewöhnen.

Schmaler Rahmen und perfekte Verarbeitung
Schmaler Rahmen und perfekte Verarbeitung

Bei genauerer Betrachtung wirkt die Rückseite aufgeräumt und durchdacht: Im oberen Teil sind Lüftungsschlitz und Haltegriff angebracht – das Tragen entpuppt sich jedoch eher als mühsame Angelegenheit. Seitlich sind die Outputs des USB-Hubs zu finden. Neben den zwei USB-Ausgängen befindet sich dort ein Audioausgang in Form einer 3,5-mm-Klinkenbuchse. Im unteren Teil sind die Signaleingänge sowie der Anschluss für das Netzkabel angeordnet.

Kabelbündelung mit Clip
Kabelbündelung mit Clip
Kabelführung Variante zwei
Kabelführung Variante zwei