Lesertest EIZO EV3285 – hervorragend für GIS- und CAD

0
2363

Einleitung

Mein Hauptaugenmerk lag beim Test des EIZO FlexScan EV3285 als hochqualitativer Office- bzw. Allround-Monitor auf den Anschluss- und Einstellungsmöglichkeiten zur Nutzung von zwei Rechnern, auf der hohen Auflösung des Monitors und dessen Eignung für GIS-/CAD-Anwendungen sowie auf den Anforderungen, mehrere Programme gleichzeitig nebeneinander nutzen zu können. Auch die Tauglichkeit des Geräts für ambitionierte Hobbyfotografen war ein wichtiges Kriterium.

Lesertest EIZO EV3285 – hervorragend für GIS- und CAD

Video abspielen: Das Video wird von YouTube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google

Hands on Video zum EIZO EV3285

Optik und Mechanik

Der Monitor wird mit montiertem Standfuß geliefert und ist sofort betriebsbereit. Man muss das sorgfältig verpackte Gerät lediglich aus dem Karton heben, sich für eines der mitgelieferten Anschlusskabel (USB-C, DisplayPort, HDMI) entscheiden, selbiges anstecken und das Display einschalten. Selbst das Auspacken kann nicht schiefgehen, denn das Erste, was man nach Öffnen des Kartons zu Gesicht bekommt, ist eine Anleitung, wie man den Monitor möglichst sicher aus der Verpackung bekommt, ohne das wertvolle Display zu beschädigen.

Arbeitsplatz mit zwei Rechnern
Arbeitsplatz mit zwei Rechnern

Optik

Das Design des Monitors ist schlicht in mattem Schwarz gehalten. Zwar ist das Gehäuse aus Kunststoff, wirkt aber keineswegs billig, sondern äußerst wertig und modern. In puncto Ästhetik besticht das Gerät vor allem durch seine auffällig schmalen Blenden. Der äußere Rahmen misst gerade einmal 3 mm (Unterseite: 6 mm) und fasst nochmals einen schwarzen Rand von nur 6 mm ein. Dies erlaubt natürlich sehr eindrucksvolle Multi-Monitor-Aufbauten, die jedoch für meine Bedürfnisse keine Rolle spielen.

Schlichtes Design mit extra schmalem Rahmen
Schlichtes Design mit extra schmalem Rahmen

Alles in allem ist die Verarbeitungsqualität sehr hoch und das Design voll auf Funktionalität ausgerichtet. Keine zusätzlichen farblichen Abhebungen oder sonstigen Spielereien – einfach nur schlicht und schick! Besonders wichtig für mich war ein möglichst mattes entspiegeltes Display, was hier definitiv der Fall ist. Selbst bei Fenstern im Rücken ist das reflektierende Tageslicht auf dem Display bzw. auf dem Rahmen für mich kaum auszumachen.

Mechanik und Ergonomie

Der Standfuß des Monitors mit seinem runden Drehteller wirkt solide. Der Monitor steht sehr stabil – nichts wackelt oder quietscht. Lediglich bei einem zu festen Druck auf die Funktionstasten ganz rechts am unteren Rand des Displays schwingt der Monitor etwas nach. Hat man genügend Platz auf seinem Schreibtisch, kann man das Display fast um seine gesamte Achse drehen (344°). Auch die Höhe kann man stufenlos um 15 cm in der Vertikalen verstellen und den Monitor bis an die Basisplatte absenken. Allerdings macht der unkonventionelle, aber sehr stilvolle Mechanismus des Standfußes mit den übereinander gelagerten Lamellen das Verstellen sowie das Kippen des Displays etwas steifer, als es sein sollte.

Standfuß mit rundem Drehteller
Standfuß mit rundem Drehteller

In der Tiefe nimmt der EV3285 sehr wenig Platz ein; insgesamt benötigt man lediglich 23 cm, wodurch man den Monitor weit am hinteren Rand des Schreibtisches platzieren kann. Einen Pivot-Modus gibt es wohl aufgrund der Größe des Displays nicht.

Anschlüsse

Auf der Rückseite links vom Standfuß befinden sich ein USB-C-Eingang, ein DisplayPort sowie zwei HDMI-Eingänge, die man von unten mit den entsprechenden Kabeln versorgt. Rechts vom Standfuß ist auf der Rückseite ein internes Netzteil mit An-aus-Schalter vorhanden. Auf der linken Seite befinden sich außerdem ein USB-Hub mit zwei USB-3.0-Anschlüssen sowie ein Kopfhörerausgang. Mein Laptop wird über den USB-C-Anschluss gut mit Strom versorgt. Geschichten aus Foren, USB-C-Anschlüsse an Monitoren würden lediglich ausreichen, um den Akku des Laptops auf aktuellem Stand zu halten bzw. den Akku nur verlangsamt zu leeren, kann ich nicht bestätigen. Während intensiver Nutzung meines Laptops wird dessen komplett leerer Akku über USB-C am Monitor innerhalb von 15 Minuten auf ein Drittel, nach knapp 45 Minuten auf zwei Drittel seiner Kapazität geladen.

Rückseite des EIZO EV3285 und seine Anschlussmöglichkeiten
Rückseite des EIZO EV3285 und seine Anschlussmöglichkeiten

Bedienung

Sämtliche Einstellungen des Monitors inkl. des Standby-Schalters werden durch insgesamt sieben berührungsempfindliche Sensoren getätigt. Die kleinen, schwarzen, rechteckigen Flächen ohne Beschriftung befinden sich, kaum sichtbar, auf der Vorderseite rechts am unteren Rahmenrand. Einzig der Standby-Button hat ein dezentes weißes Logo. Eine leichte Berührung einer der elektrostatischen Sensoren aktiviert zunächst das On-Screen-Menü, wodurch eine Funktionsbeschreibung – oder nach EIZO-Sprechweise auch „Button Guide“ – über den jeweiligen Knöpfen in Erscheinung tritt. Es spielt also zunächst keine Rolle, welchen Sensor man berührt, solange man in Richtung unterer Rahmenrand langt. Während die Funktionsbeschreibung aktiv ist, reicht eine zweite leichte Berührung auf den entsprechenden Sensor, um schließlich zum gewünschten Menüpunkt zu gelangen.

Helligkeitssensor, Funktionsknöpfe, LED-Licht, Lautsprecher integriert im unteren rechten Rahmenrand
Helligkeitssensor, Funktionsknöpfe, LED-Licht, Lautsprecher integriert im unteren rechten Rahmenrand

Mit diesem minimalistischen Design und den berührungsempfindlichen Bedienelementen verband ich als Smartphone- und Tablet-verwöhnter Nutzer unterbewusst sofort einen Touchscreen, weshalb ich bei der ersten Nutzung des „Button Guides“ unwillkürlich auf das Display drückte und einen Fingerabdruck hinterließ. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit hat man sich jedoch schnell an die hypersensitiven Sensoren gewöhnt. Grobmotoriker hingegen könnten gute alte Knöpfe mit einem gewissen Druckpunkt auch auf Dauer vermissen.

Links neben den Funktionstasten befindet sich der Helligkeitssensor, der die Bildschirmhelligkeit an das Umgebungslicht anpasst. Rechts von den Funktionsknöpfen wurde die sehr dezent gehaltene Status-LED platziert, die mich beim Arbeiten bisher nicht störte. Falls dies doch einmal vorkommen sollte, kann die LED in den Menü-Einstellungen abgeschaltet werden. Die Lautsprecher sind auf der Vorderseite links und rechts im unteren Rand des Gehäuses integriert und leisten ihren Beitrag im Office-Kontext – audiophile Nutzer sollten sich jedoch nicht zu viel erhoffen.