Nano IPS

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Was für Vorteile bietet Nano IPS?

Herkömmliche IPS-Panels verwenden weiße LEDs und können damit bis zu 100 Prozent des sRGB-Farbraums darstellen. IPS-Panels, die einen erweiterten Farbraum (etwa Adobe RGB) abdecken, nutzen in der Regel RGB-LEDs. Dies ist allerdings den Profigeräten vorbehalten, die farbverbindlich insbesondere im Printbereich eingesetzt werden und in der Anschaffung deutlich teurer sind.

Nano IPS Grafik
Nanometer kleine Partikel in der LED Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms absorbieren unnötige Lichtwellenlängen, wodurch sattere Farben entstehen die Inhalte exakter wiedergeben (Bild: LG)

Die Weiterentwicklung Nano IPS ermöglicht es, einen Farbraum darzustellen, der den sRGB-Farbraum zu 135 Prozent und den immer beliebteren DCI-P3-Farbraum zu 98 Prozent abdeckt. Adobe RGB wird zu 88 Prozent abgedeckt. Der DCI-P3-Farbraum ist ähnlich groß wie Adobe RGB, allerdings leicht rotverschoben. DCI-P3 ist bekannt, weil die US-amerikanische Filmindustrie diesen Farbraum überwiegend für die digitale Filmprojektion nutzt. Aber auch beim „Digital Publishing“ setzt man seit einigen Jahren auf DCI-P3. So verwendet Apple den Farbraum als Standard für zahlreiche seiner Produkte, darunter den iMac Pro.

Wie funktioniert die Nano IPS-Technologie?

Doch wie funktioniert das Ganze technisch? Für Nano IPS wird eine Schicht von Nanopartikeln auf die LEDs des Bildschirms aufgebracht, die bestimmte Wellenlängen des Lichts absorbiert. Es wird dem Display also überflüssiges Licht entzogen und LED-Strahlen abgefangen. Nano IPS absorbiert unnötiges Gelb und Orange, was insbesondere zu akkurateren roten Farben führt. Zum Einsatz kommen K2SiF6-Leuchtstoffe, die über ein extrem enges Emissionsspektrum in Wellenlängen von 620 bis 630 nm verfügen.

Monitore mit dieser Technologie eignen sich deshalb optimal für das kreative Arbeiten. Auch der HDR-Unterstützung kommt die Technologie zugute. VESA DisplayHDR 600/1000 benötigt beispielsweise eine Farbraumabdeckung von mindestens 90 Prozent DCI-P3, was die Nano IPS-Technologie von LG auch problemlos liefert.

Gibt es adäquate Technologien zu Nano IPS?

Eine ähnliche Technik wie Nano IPS sind die „Quantum Dots“, wo ebenfalls mikroskopisch kleine Nanokristalle für eine gesteigerte Farbtreue sorgen und Lichtenergie absorbieren und wieder abgeben. Sie verstärken rotes, grünes und blaues Licht, was die Sättigung erhöht. Im Gegensatz zu Nano IPS werden blaue LEDs eingesetzt. QLED setzt auch auf den DCI-P3 Farbraum, erreicht aber nicht ganz die Abdeckung von Nano IPS. Bei „Quantum Dots“ werden die Nanopartikel zudem nicht direkt auf den LEDs aufgebracht, sondern dem Panel als spezielle Schicht hinzugefügt. Das führt bisher auch dazu, dass es bei Monitoren mit QLED-Technologie bauartbedingt keine Modelle mit besonders schmalen Rahmen gibt.

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