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Loewe setzt auf die Fußball-WM

Für den Kronacher TV-Hersteller Loewe ist die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika der große Hoffnungsträger. Nicht wenige Fans schaffen sich anlässlich dieses Großereignisses einen neuen Fernseher an, lautet die simple Rechnung des Unternehmens. Für 2010 sieht Loewe daher moderate Zuwächse, schreibt das Handelsblatt.

Jeweils in 32/37 und 42/47 Zoll erhältlich – Loewes Art SL (Bild: Loewe)

Wenn es nach Vorstandschef Frieder Löhrer geht, soll Loewes Umsatz um etwa zehn Prozent wachsen. Das operative Ergebnis für 2010 soll nicht unter der Marke des vergangenen Jahres liegen, die ein Niveau von 13,5 Millionen Euro erreichte. Die maßvolle Prognose zeugt davon, dass auch das fränkische Traditionsunternehmen von der Wirtschaftskrise betroffen gewesen war.

Die Konsumenten hielten sich beim Kauf von Luxusgeräten schmerzlich zurück. Im letzten Jahr halbierte sich der Unternehmensgewinn auf acht Millionen Euro. Das sollen die Anteilseigner des Kronacher Unternehmens nun am eigenen Leib erfahren: Für 2010 ist geplant, die Dividende auf 25 Cent je Aktie herabzusetzen.

Trotz der anstehenden Fußballweltmeisterschaft, die erfahrungsgemäß den Fernseher-Herstellern eine Sonderkonjunktur beschert, agiert Loewe im neuen Geschäftsjahr noch verhalten. Obwohl die Oberfranken drei neue Baureihen in der Pipeline haben, wird das Unternehmen nach eigener Einschätzung geringfügig hinter dem europäischen Marktwachstum in Höhe von zehn Prozent zurückbleiben.

Grund dafür ist der anhaltende, starke Preiskampf. Im Durchschnitt kostete ein LCD-Fernseher 2009 rund 530 Euro. Die Loewe-Geräte kosten mehr als dreimal so viel. Die Preise stabil zu halten, ist ungeachtet leichter Marktanteilsverluste oberstes Gebot bei Loewe. Sparmaßnahmen betreffen stattdessen den Expansionskurs des Konzerns: Während 2009 europaweit noch mehr als 50 neue Geschäfte eröffnet wurden, sollen in diesem Jahr nur noch 30 Läden Neueröffnung feiern. Das Geschäft mit Bauträgern und Hotels werde hingegen nach einem guten Start weiter ausgebaut.

„Bei Loewe geht uns Marge vor Umsatzwachstum. Wir halten die Preise stabil“, sagte Frieder Löhrer. Bei großformatigen, margenstarken Fernsehgeräten habe man wie bereits 2009 einen Anteil am TV-Gesamtumsatz von 58 Prozent erreicht. In den ersten Wochen des laufenden Jahres liege Loewe im Rahmen der Planungen. Die Winterolympiade und der damit einhergehende Start des hochauflösenden Fernsehend in Deutschland hätten dem Markt ein positives Moment gegeben.

Technologisch hält Loewe sich ebenfalls zurück. Nachdem es den Multimedia-Player „Mediacenter“ im Februar ohne integrierten Abspieler für Blu-ray-Scheiben auf den Markt geworfen hat, wartet Löhrer mit der 3D-Technik lieber ab. Sein Unternehmen werde zur Branchenmesse IFA im Spätsommer nur dann ein Gerät für das räumliche Fernsehen anbieten, wenn die Nachfrage danach genügend hoch sei.

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