Nachfrageflaute: globaler TV-Absatz in Quartal 2/11 auf Rekordtief

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2011 fällt der Absatz auf dem Weltmarkt für Fernseher in sämtlichen Belangen schlechter aus als im Vorjahr. Verzeichnete Displaysearch in Quartal eins trotz Abbau von Überbeständen entlang der TV-Lieferkette noch Minimalwachstum von einem Prozent, kehrte sich das Vorzeichen im Folgequartal Vorzeichen um. Die stark nachlassende Preiserosion wirkte mit der Konsumflaute denn dagegen.

Weltmarktabsatz von TVs in Quartal 2/11 [Tsd. Stück]. (Quelle: Displaysearch)

Das zweite Quartal 2010 mit dem gleichen Zeitraum dieses Jahres zu vergleichen falle schwer, so Hisakazu Torii, Displaysearch-Vize für TV-Marktforschung: Schneller Preisverfall und stärkeres Verbrauchervertrauen ließen den Absatz in dieser Periode hochschnellen, nicht zu vergessen der Faktor Fußball-WM. Aufgrund geschwächter makroökonomischer Bedingungen sei die TV-Branche pessimistisch; Nordamerika und Westeuropa bauten lieber Lagerbestände ab anstatt bei einzukaufen.

Einen deutlichen Anhaltspunkt dafür liefert die Betrachtung nach Kategorien: Legten LCD-TVs 2010 je Quartal 20 Prozent zu, sind es heuer lediglich neun und sechs Prozent. Mit fünf Punkten im Minus respektive 19 im Plus liegt auch der Absatz der Industrienationen und Schwellenländer deutlich unter Vorjahresniveau. Rascher Preisverfall – im extrem elastischen TV-Markt normalerweise ein Konsumentenzugpferd – wurde gehemmt durch den Übergang von CCFL auf LED und stabile Preise bei Einzelkomponenten.

Zwar hat sich der Anteil LED-beleuchteteter LCDs im Jahresvergleich von 18 auf 43 Prozent erhöht, doch ist die moderne Hintergrundbeleuchtung im Durchschnitt noch 74 Prozent teurer – wenn dieser Wert 2010 auch bei mehr als 120 Prozent lag. Ein entscheidender Durchbruch bei den Kosten für LED-Backlights konnte nicht realisiert werden.

Der Plasma-Bereich, 2009 noch im Negativwachstum, legte 2010 einen 30-Prozent-Schub hin; bei identischer Diagonale waren die Plasmas deutlich billiger als LC-Displays. 2011 aber kostete ein 42-Zoll-LCD mit CCFL-BLU durchschnittlich nur noch ein Prozent mehr als ein gleich großer Plasma (2010: 13 Prozent), somit war dieser Vorteil dahin. In Quartal zwei rutschte der Plasma-Absatz daher um sechs Prozent ab, so die Displaysearch-Experten.

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