Outsourcing: Konkurrenz aus China zwingt Taiwans OEMs ins ODM-Lager

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Eigenherstellung ist teuer, somit werden 2011 weltweit voraussichtlich 68 Millionen TVs im Outsourcing-Verfahren produziert. Üblich sind OEM-Kooperationen, bei denen sogenannte Erstausrüster im Auftrag von Markenanbietern fertigen. Im Gegensatz dazu stellen ODM-Firmen selbst entwickelte Produkte für den Fremdverkauf her.

Bis zu 52,5 Millionen (72,5 Prozent) der extern gefertigten LCD-Fernseher stammen heute von OEM-/ODM-Herstellern aus Taiwan. Damit deckt die dortige Panelbranche erneut den Großteil des Weltmarktbedarfs ab. Im Vorjahr lag die Quote allerdings noch bei 84,3 Prozent.

Der in Shenzhen ansässige OEM-Hersteller KTC war auf der IFA 2011 mit einer eigenen Produktlinie vertreten. (Foto: KTC Technology)

Wie die Digitimes unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, wird die Panelbranche auf der Insel zunehmend von der Konkurrenz aus China unter Druck gesetzt, wo die Binnenproduktion von TVs rapide zugenommen hat. Zusätzlich zu den sechs TV-Riesen Changhong, Haier, Hisense, Konka, Skyworth und TCL schießen kleine OEM-Firmen förmlich aus dem Boden. Das könnte Taiwans Outsourcing-Anteil bis 2016 auf 70,5 Prozent schrumpfen lassen.

In Shenzhen, einer von fünf Top-Export-Regionen Chinas, fertigen OEMs wie KTC-Technologie oder MTC mit einem Jahresvolumen von jeweils vier Millionen Geräte für TCL, Haier Electronics, Toshiba und Philips. Weil die Chinesen in Bezug auf Technologie und Kapazität noch hinterher hinken, kommen die meisten Aufträge von heimischen TV-Anbietern, was die Auswirkungen auf Taiwans Panelbranche vorerst limitiert.

Getrieben vom Sparzwang haben letzthin aber auch japanische TV-Marken Aufträge an chinesische Erstausrüster vergeben. Insidern zufolge muss Taiwan reagieren und von OEM- auf ODM-Fertigung umstellen. Wie Marktstatistiken zeigen, wächst die OEM-Produktionskapazität bis 2016 auf 122 Millionen Einheiten, 130 Prozent mehr als 2010.

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