Panelindustrie: Koreakonflikt bringt Kurzzeit-Nutzen

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Die LCD-Panelindustrie könnte auf kurze Sicht von dem aufgeflammten Konflikt zwischen Nord- und Südkorea profitieren. Endgeräte-Anbieter werden voraussichtlich beginnen, Displays zu horten, um mögliche Lieferengpässe abzuwenden. Außerdem, schreibt die Digitimes, könnte der enorme Preisverfall der LCD-TV-Panels vorerst aufgehalten werden.

Dei beiden Displayhersteller werden voraussichtlich unter dem Koreakonflikt zu leiden haben. (Logos: Samsung, LG)

Ganz gleich, wie ernst er tatsächlich wird – die koreanischen Elektronikriesen Samsung Electronics und LG Display werden sich dem Konflikt nicht entziehen können. Je mehr sich die Streitigkeiten verschärfen, desto stärker dürften Taiwans Panelhersteller davon profitieren. Ihnen zufolge konnte die Preiserosion der IT-Panel für Monitore und Notebooks vorerst aufgehalten werden, während die Preise für TV-Panel nach wie vor sinken.

Falls der Koreakonflikt andauert, könnten koreanische Hersteller Logistik- und Transportprobleme bekommen, was Lieferungen aus Taiwan wiederum begünstigen würde. Die Spekulationen der Taiwaner gehen in die folgende Richtung: Würde sich der Konflikt ausweiten, könnten viele Endgerätehersteller oder Markenanbieter dazu übergehen, ihre Bestellungen nach Taiwan zu vergeben. Größtenteils liefern die Panelhersteller an Montagewerke außerhalb von Korea; die Nachfrage aus dem Land selbst ist gering.

Das hängt damit zusammen, dass es für die LCD-TV-Hersteller billiger ist, den TV-Tuner beispielsweise in Europa zu implementieren, anstatt die satten Einfuhrzölle auf Komplettgeräte zu bezahlen. Andererseits befürchten Marktbeobachter, dass der Konflikt die ganze Inselindustrie negativ beeinträchtigen könnte. Hintergrund ist der, dass Samsung und LG Electronics als die beiden größten Displayhersteller weltweit wichtige Kunden der taiwanischen Panelproduzenten sind.

Auch Glassubstrathersteller rieben sich die Hände, zöge der Koreakonflikt sich noch einige Zeit hin und gefährdete den Regelbetrieb der koreanischen Konkurrenz: Schließlich machen die Bestellungen von Samsung Display und LG Display mehr als 50 Prozent von der Gesamtnachfrage aus. Auf lange Sicht würde der Länderstreit die Stabilität des gesamten asiatischen Raums gefährden. Weil Samsung und LG zwei Schwergewichtler der globalen IT-Industrie sind, würden sie sowohl die Elektronikindustrie als auch den internationalen Handel beeinflussen, sofern sie vom Konflikt betroffen wären.

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