PVI ändert Übernahmevertrag – zugunsten der E-Ink-Aktionäre

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Prime View International (PVI), weltweit größter Hersteller elektrophoretischer Displays (EPDs) hat einen Zusatz zum Übernahmevertrag von E-Ink (führender Spezialist in Sachen Werkstoffe für Displays aus elektronischem Papier und geistiges Eigentum) angekündigt. Das geht aus einer Meldung der DigiTimes hervor.

Als sich die beiden Unternehmen im Juni 2009 auf die Übernahme einigten, war von einem Kaufpreis in Höhe von 215 Millionen US-Dollar die Rede. Nun plant PVI nach eigenen Angaben, zusätzlich dazu Wandelvorzugsaktien an Aktieninhaber von E-Ink auszugeben.

Das geänderte Abkommen sieht in Dreijahresfrist eine stufenweise Ausschüttung von PVI-Anteilen für die E-Ink-Aktionäre vor. Sollte der Durchschnittskurs der Aktie über fünf Tage 50 NT-Dollar (1,56 US-Dollar) erreichen, erhalten sie 30 Millionen Aktien, weitere 30 Millionen für jede weitere Erhöhung des Aktienkurses um zehn NT-Dollar bis zu einem Höchstkurs von 80 NT-Dollar. Im besten Fall winken den E-Ink-Anteilseignern also 120 Millionen Aktien, die, sollte der Höchstkurs erreicht werden – in Stammaktien umgewandelt werden könnten.

Grund für die Überarbeitung der Vertragsbedingungen läge in dem Bestreben, die seit dem Junideal veränderte Situation besser widerzuspiegeln. Das Unternehmen habe seitdem eine weitaus bessere Performance gezeigt. Starke Nachfrage nach E-Paper und verwandten Produkten hätten den Marktwert von E-Ink erhöht. Allein in den ersten drei Quartalen des Jahres habe E-Ink 96 Millionen US-Dollar an Erlösen erzielt, allerdings handle es sich nicht um bestätigte Zahlen. Die Wachstumsrate des Unternehmens gegenüber dem Vorjahr betrüge damit 250 Prozent.

Zusätzlich auftretende Vorteile der Massenproduktion hätten dazu geführt, dass E-Ink profitabel wurde; somit stehen die Zeichen für den aus der Fusion hervorgehenden Konzern stark auf Gewinnwachstum. Durch die Änderung wird sich die Abwicklung gegenüber dem vorherigen Zeitplan um etwa zwei Monate auf Dezember verschieben.

Scott Liu, Vorsitzender von PVI, wickelt die Übernahme unter hohem Erwartungsdruck seitens der Inhaber von E-Ink-Papieren ab. Anstatt den Einkaufspreis zu erhöhen, sei er auf diese „kreative“ Lösung verfallen, um für alle Beteiligten eine „Win-win“-Situation zu erreichen, sagte Liu. „PVI übernimmt ein Unternehmen, dessen Wert höher ist, als wir erwarteten.“ E-Ink-Investoren werden am künftigen Wachstum des gemeinsamen Unternehmens beteiligt, ohne dass PVI über die ursprüngliche Vereinbarung hinausgehende Kosten entstehen.

Russ Wilcox, Vorsitzender der E-Ink Corporation, sieht in der Vereinigung bestechende „strategische und operative Vorteile“. PVI sorge als derzeit größter Kunde für mehr als 50 Prozent der Erlöse bei E-Ink. Die entstehende Unternehmung sei gut positioniert, um die globale Führung bei der Ausweitung von E-Paper-Technologien zu übernehmen, da mehr und mehr Lehrbücher, Zeitungen und andere Inhalte zum neuen Medium überwechseln. „E-Ink-Kunden werden von der verbesserten Versorgungslage, wettbewerbsfähigen Preisen, einer schnelleren Produktenwicklung und Vor-Ort-Unterstützung rund um den Globus profitieren“, so Wilcox weiter.

E-Inks wegweisende elektrophoretische Tintentechnologie wird in E-Book-Lesegeräten wie Amazons Kindle oder dem Sony Reader verbaut, aber auch in Handy, Smartcards oder Batteriekontrollanzeigen. Der Markt für E-Book-Anzeigegeräte ist eins der am schnellsten wachsenden Segmente in der Consumerelektronikbranche. Das Marktforschungsunternehmen iSuppli bescheinigt der Sparte eine Wachstumsprognose von 1,1 Millionen Geräten (2008) auf mehr als 18 Millionen Einheiten bis zum Jahr 2012.

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