Rückblick auf den Fernsehmarkt 2009

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Wie wir erst kürzlich berichteten , brachte das vergangene Jahr der Displaybranche Umsätze in Rekordhöhe. Die Marktforscher von DisplaySearch haben indessen das Jahr 2009 noch einmal genauer analysiert und die Informationen des „Quarterly Advanced Global TV Shipment and Forecast“-Berichts nun veröffentlicht.

Im Ergebnis steht die gigantische Zahl von 211 Millionen Fernsehgeräten, die im Jahr 2009 umgesetzt wurden. Die quartalsweise Betrachtung ergab insbesondere für das vierte Quartal starkes Wachstum: Weltweit wurden 17 Prozent mehr Fernseher verkauft als im Vorjahr; bei den LCD-TVs war es sogar ein Plus von 50 Prozent.

Aufstrebende Märkte wie China, dessen Wachstumsquote an verkauften Flachbildfernsehern mehr als 100 Prozent im Jahr beträgt, bescherten dieser Sparte einen Anteil von drei Vierteln am Gesamtvolumen. Mehr als 90 Prozent der Umsätze flossen aus dem LCD-Verkauf. Schlüsselfaktor für die Verkaufserfolge ist DisplaySearch zufolge der gesunkene durchschnittliche Verkaufspreis. Zwar waren einige Komponenten billiger zu haben, allerdings haben sich die Handelsspannen der Hersteller und Einzelhändler verkleinert. Zusammen mit einem gestiegenen Preisbewusstsein der Endverbraucher, das die Tendenz zu größeren Bildschirmen verlangsamte, sank der weltweite, volumenbezogene Durchschnittspreis um acht Prozent, bei den LCD-TVs sogar um 24 Prozent.

Paul Gagnon, Chef der Marktforschungssparte Nordamerika, sagt dazu: „Die unerwartet guten Ergebnisse von 2009 stellen klar, dass Endkunden nach wie vor eine starke Kaufaffinität zu Flachbildgeräten haben. Vor dem Hintergrund eines rezessionsgeplagten Jahres sind sie, passend dazu, willens ihr Einkaufsverhalten auf ihr Budget abzustimmen.“ 2009 habe es, anders als bei normaler wirtschaftlicher Lage, Kompromisse bezüglich Größe und Ausstattung gegeben, fährt der Experte fort: „Viele Verbraucher haben die Anschaffung eines größeren Geräts für ihr Wohnzimmer zugunsten eines moderneren, aber kleineren Zweitgeräts zurückgestellt.“

Gemessen an LCD-TVs begründen sich diese Aussagen damit, dass in gesättigten Märkten wie Nordamerika 2009 mehr Geräte unter- statt oberhalb der 40-Zoll-Grenze verkauft wurden. Neue Technologien wie LED-Hintergrundbeleuchtung und Internetanschluss als Ausstattungsmerkmale von Großformatbildschirmen konnten das Verhältnis nicht zu deren Gunsten verändern.

Indessen ist die nicht mehr ganz so neue LED-Beleuchtung bis auf Geräte des Premiumsegments bezahlbar geworden, Letztere sollen jedoch im Zuge der vergrößerten Nachfrage im Jahr 2010 ebenfalls im Preis fallen. Im vierten Quartal machten LED-beleuchtete Fernseher zwar nur vier Prozent vom Gesamtanteil aus, allerdings waren elf Prozent der Geräte ab 40 Zoll und 24 Prozent der Bildschirme ab 50 Zoll mit dieser Technologie ausgestattet.

Bei den Herstellern hat sich Samsung Electronics an die Spitze katapultiert: Mit einem Rekordanteil von 23,6 Prozent vom weltweiten Gesamtumsatz machte der südkoreanische Hersteller im vierten Quartal so viel Umsatz wie nie zuvor. Das hat laut DisplaySearch drei Ursachen: Samsung hat weltweit die meisten Einheiten abgesetzt und bietet eine attraktive Produktvielfalt an Großformatbildschirmen.

Außerdem hat der Hersteller bei fortschrittlichen Technologien wie LED-Beleuchtung und LCD-TVs mit hohen Bildwiederholungsraten die Führungsposition inne. Im dritten Jahr in Folge hält Samsung die Spitzenposition in puncto Geräteverkauf und weltweite Umsätze, 2009 mit einem Anteil von 22,6 Prozent.

Platz zwei auf der Rangliste der umsatzstärksten Hersteller geht an LG Electronics (LGE) – das Unternehmen schaffte das stärkste Jahreswachstum unter den Top-Fünf-Marken. 13,2 Prozent am Umsatzkuchen verbucht LGE für sich, wobei die Umsätze im vierten Quartal mit 13 Prozent am besten waren.

Mit einem Sprung von 9,9 auf 11,5 Prozent belegt Sony Rang drei in dieser Disziplin und verzeichnet unter den Top Fünf den höchsten quartalsweisen Anstieg der Verkaufszahlen. Der Konzern profitierte dabei von einem typischerweise starken vierten Quartal. Dennoch liegen Sonys Gewinne im TV-Geschäft zwei Prozent unter denen des Vorjahres und damit auf dem niedrigsten Niveau seit 2005, dem Jahr der Weltmarktführerschaft des Unternehmens. Verursacher dieses Rückgangs sind zwei aufstrebende koreanische Markenhersteller, die ihr Wachstumsziel 2009 aggressiv verfolgten. Panasonic (8%) und Sharp (5,4%) folgen auf den Rängen vier und fünf.

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