Schwer zu übersehen: Brillenfreies 3D auf Fünf-Meter-Bildschirm

0
47

Einen neuen Rekord für die räumliche Darstellung ohne Brille haben Forscher am National Institute of Information and Communications Technology (NiCT-Institut) aufgestellt. Mit sichtbaren 200 Zoll beziehungsweise einer Diagonale von mehr als fünf Metern stellt der in der staatlichen Forschungseinrichtung in Kyoto entwickelte Schirm sogar Autos in Originalgröße dar. LED-Projektoren, die das Display von hinten erhellen, lösen die bisherigen Anzeigeprobleme – und ermöglichen mehr als 50 verschiedene Tiefenebenen.

Bewegt sich der Betrachter nach links, gibt der Blick durch die Tür des Computer-PKWs mehr räumliche Tiefe her, der Innenraum wirkt weiter. (Fotos: NiCT)

Die prinzipielle Funktionsweise des Mammut-Bildschirms ähnelt stark der des altbewährten Wackelbilds: Mehrere Betrachter können gleichzeitig ein naturgetreues 3D-Bild anschauen, dessen Erscheinung vom Standpunkt des Betrachters abhängt. Das Wackelbild-Funktionsprinzip musste allerdings beträchtlich verändert und aufgebessert werden. Bislang bestand die Beeinträchtigung des räumlichen Effekts darin, dass zwischen den sogenannten Parallaxen-Barrieren ein störender heller Streifen sichtbar war, wenn der Betrachter sich bewegte. Die Forscher erklären das als Striping bezeichnete Störelement mit den kleinen Unterschieden in Helligkeit und Farbe des Projektorlichts.

Teil der Lösung dieses Problems, so die Forscher, ist die Verwendung von LEDs als Lichtquelle für die Projektoren; ihre Abgleichung sorgt für Einheitlichkeit. Außerdem kommen im Bildschirm integrierte Zerstreuungstechniken und Kondensatorlinsen zum Einsatz. Während heute Staffelungen mindestens 50 Tiefenebenen erreichbar sind, sollen es künftig bis zu 200 Ebenen sein, außerdem soll die Sichtfläche für noch mehr Betrachter vergrößert werden. Das neue Konzept würde sich den Forschern zufolge ideal für Industriedesign, Präsentationen oder digitale Leitsysteme eignen.

Nach dem Motto Zuerst die gute Nachricht gibt es noch ein kleines Manko: Was dem 3D-Giganten noch fehlt, ist Content, denn bislang kann er nur Computergrafiken stereoskopisch darstellen.

Forschungsleiter Masahiro Kawakita skizziert einen Ausweg: „Für echte Umgebungen müssten passend abgestimmte Kameras entwickelt werden. Stehen diese zur Verfügung, ist selbst die Verwendung in 3D-Kinos denkbar“. Bisher gibt es jedoch bloß einen Prototyp; ein serienreifes Produkt ist trotz der Beteiligung von JVC/Kenwood nicht geplant.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen