Setzt Samsung im TV-Segment jetzt doch auf OLED?

Bereits im April soll bei Samsung die Entscheidung fallen, ob der koreanische Hersteller wieder in die OLED-Produktion großflächiger Displays einsteigt

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In den letzten Jahren konnte Samsung sich als Weltmarktführer im TV-Segment behaupten. Doch die lange Vorherrschaft bröckelt langsam. Zum einen ist Mitbewerber LG, nicht zuletzt wegen der konsequenten Ausrichtung auf OLED, Samsung immer weiter auf die Pelle gerückt, und auch die chinesischen Hersteller machen ordentlich Druck am Markt. Auch diese setzen auf OLED und Dolby Vision.

LG OLED-Technologie
LG-OLED-TV seit 2013 als feste Marke im Markt etabliert (Bild: LG)

Samsung Display zog sich aus der OLED-Panel-Produktion, zumindest bei den großflächigen Panels, vor einigen Jahren komplett zurück. Seitdem konzentrierte man sich auf die LED-Technologie und kreierte Weiterentwicklungen wie QLED. Auch bei HDR wollte Samsung sein eigenes Süppchen kochen, um Lizenzgebühren zu sparen. Doch auch zwei Jahre nach der Ankündigung sind die vorzuweisenden Ergebnisse mager. Hinter vorgehaltener Hand spricht man schon davon, dass die Unterstützer von HDR+ die Zukunft im Konkurrenzformat Dolby Vision sehen. Während Panasonic bereits Fernseher mit HDR+ und Dolby Vision im Programm hat, wollen Hersteller wie Hisense oder TCL ab Mitte des Jahres nachziehen.

Doch Samsung ist nicht untätig und arbeitet neben der MicroLED-Technik, die bereits als Prototyp auf verschiedenen Messen gezeigt wurde, auch an sogenannten QD-OLED-Displays. QD-OLED soll die Vorteile der Quantum-Dot-Materialien mit organischen Leuchtdioden vereinen. Das hört sich zumindest interessant an, denn bei den OLED-Panels gibt es seit zwei Jahren keine wesentlichen Weiterentwicklungen.

Anscheinend soll im April bei Samsung Display nun die Entscheidung fallen, ob man in Produktionsanlagen investiert, sodass eine QD-OLED-Massenproduktion bis Anfang 2021 starten könnte. Anders als bei WRGB-OLEDs, die neben einem roten, grünen und blauen auch ein zusätzliches weißes Subpixel besitzen, nutzt QD-OLED eine blaue OLED als Lichtquelle. Um die Farben Rot und Grün anzeigen zu können, werden Quantum-Dot-Farbfilter verwendet.

Sollte Samsung sich gegen QD-OLED entscheiden, bleibt zumindest die MicroLED-Technologie, um im harten Kampf um die Marktführerschaft zu bestehen. Nur wird bis zur vollständigen Marktreife auch bei Modellen mit Bilddiagonalen kleiner 75 Zoll sicherlich noch Zeit vergehen, und das dürften eher Jahre als Monate sein. Und die Konkurrenz schläft nicht, auch LG bereitet Produkte mit MicroLED-Technologie vor. Die Frage, ob Samsung sich den Kundenwünschen beugt und künftig ebenfalls Dolby Vision in seine Fernseher integriert, bleibt auch abzuwarten. Für die Konsumenten dürfte es in jedem Fall spannend bleiben.

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3 KOMMENTARE

  1. „Nur wird bis zur vollständigen Marktreife auch bei Modellen mit Bilddiagonalen kleiner 75 Zoll sicherlich noch Zeit vergehen, und das dürften eher Jahre als Monate sein.“

    Der Grund für diese Annahme würde mich mal interessieren.
    Ist die Technik noch zu teuer, zu unausgereift oder möchte man einfach noch länger mit den Vorgänger-Technologien Umsatz machen?

    • Um kleinere Bilddiagonalen produzieren zu können (nur 4K) müssen die MicroLEDs näher beieinander stehen. Deshalb hatte Samsung diese Technologie auch vorerst nur in riesigen 143 und 219 Zoll Displays präsentiert. Erstmals zur CES 2019 vor 2 Monaten, wurde ein 75 Zoll Monitor präsentiert. Um kleine Modelle zu produzieren, muss die Technik erst einmal weiterentwickelt werden und die MicroLEDs näher zusammenrücken. Außerdem gibt es MicroLED vorerst nur in 4K-Auflösung.

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