Sony: Produktionsstopp nach Erdbeben / LG will Japaner ins FPR-Boot holen

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Das Erdbeben, das heute Nachmittag (Ortszeit) mit der Wucht von 8,4 bis 8,9 Richter-Magnituden Japans Nordostküste erschütterte, zwang Sony eine Reihe von Produktionsanlagen stillzulegen. Insgesamt sollen fünf Werke betroffen sein. Wie die Digitimes unter Berufung auf MSN News Japan berichtet, wurde die gesamte Belegschaft evakuiert. Zum Teil sollen die Anlagen Schaden genommen haben.

Im 3D-Formatkrieg könnte Sony mehr als nur das Zünglein an der Waage sein. (Logos: Sony, Samsung, LG Display)

Reuters meldete unterdessen, dass LG Display mit Sony Gespräche über die Lieferung passiver 3D-TV-Displays führt. Im Fokus: Die FPR-Technologie (film patterned retarder), für deren Verbreitung LG im intensiv geführten Formatstreit mit Samsung nach Verbündeten sucht. Mit der FPR-Vorstellung auf der CES 2011 haben die Südkoreaner deutlich gemacht, dass sie ihren Landsleuten Marktanteile abjagen wollen. Derzeit dominiert Samsung das 3D-Segment mit einem Marktanteil von rund 60 Prozent.

„Wir haben die FPR-Technik Großkunden wie Sony vorgestellt, derzeit prüfen sie die Technologie“, sagte LG-Display-CEO Kwon Young-soo. Derzeit setzen Samsung, Sony und Sharp auf das auf aktiven Shutterbrillen basierende System, den aktuellen Industriestandard. LG implementiert die Technik ebenfalls, will aber in Quartal drei 2011 gänzlich auf FPR umsteigen. In der unschönen verbalen Schlammschlacht bezeichnet Samsung FPR als veraltet und nicht Full-HD-fähig, was die Technologie auf kleine, mobile Gadgets beschränke. LG-Ingenieure, die nicht erkennen würden, dass es bereits 1935 einen solchen Ansatz gegeben habe, seien dumm.

Im Gegenzug verwies LG darauf, dass FPR Kunden anspreche, die Probleme mit verwaschenen und flimmernden Bildern hätten, und außerdem Sehhilfen bevorzugten, die um das Zwei- bis Dreifache leichter seien als aktive Shutterbrillen. Kwon: „Um keine zusätzliche Verwirrung zu stiften, werden wir jede Test-Anfrage akzeptieren, und Samsung sollte Gleiches tun.“

Erzielt LG eine Übereinkunft mit Sony, bedeutet das einen Seitenwechsel sowie eine massive Begünstigung des flimmerfreien Standards mit den leichteren 3D-Brillen. In diesem Fall prognostiziert Reuters einen Formatkrieg, der die Endkunden auf jeden Fall verunsichern werde.

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