Test BenQ MA320UP: 4K-Monitor für MacBooks

Einleitung

Mit dem MA320UP erweitert BenQ seine klar auf Apple-Nutzer zugeschnittene MA-Serie um ein 32-Zoll-Modell, das ein stimmiges Gesamtpaket aus Farbwirkung, Bedienkomfort und Anschlussintegration verspricht. Schon die Produktseite zeigt die Stoßrichtung deutlich: BenQ stellt weniger klassische Monitortugenden als vielmehr das Ziel in den Vordergrund, die vertraute Mac-Anmutung auf einen größeren Desktop-Bildschirm zu übertragen. Daraus ergibt sich auch die Rolle des Geräts im Portfolio: kein klassischer Office-Monitor und kein ausgewiesener Referenzschirm für farbkritische Spezialanwendungen, sondern ein hochwertiger Mac-orientierter Allrounder für produktives Arbeiten, kreative Anwendungen und Medienkonsum.

Der MA320UP ist dabei klar positioniert. BenQ hebt auf der Produktseite vor allem die Farbannäherung an das MacBook, die gemeinsame Steuerung von Helligkeit und Lautstärke, die Einbindung über Display Pilot 2, die USB-C-Konnektivität und das Nano-Gloss-Display hervor. Schon daraus lässt sich die Ausrichtung des Modells gut ablesen: Der MA320UP soll nicht bloß ein 32 Zoll großer 4K-Monitor mit USB-C sein, sondern ein hochwertiger Desktop-Bildschirm, der sich besonders stimmig in ein Apple-nahes Arbeitsumfeld einfügt. Der Anspruch ist damit klar umrissen: viel Komfort, eine Mac-orientierte Anmutung und ein insgesamt gehobenes Nutzungserlebnis, ohne preislich in klassische Referenzmonitor-Klassen vorzudringen.

Die wichtigsten Rahmendaten passen zu dieser Positionierung: 31,5 Zoll, 3840 × 2160 Pixel, IPS, 60 Hz, 99 % sRGB, 97 % DCI-P3, 1300:1-Kontrast, DisplayHDR 600 und eine Nano-Gloss-Beschichtung. Hinzu kommen zwei USB-C-Anschlüsse mit 90 Watt bzw. 15 Watt Ladeleistung, Lautsprecher sowie ein ergonomischer Standfuß mit 115 mm Höhenverstellung, Pivot-, Neige- und Drehfunktion. Das liest sich nach einem rund ausgestatteten Desktop-Monitor, dessen Besonderheit weniger in Einzelmerkmalen als in der Summe aus Mac-Fokus, glänzender Oberfläche und Komfortintegration liegt.

Auch preislich ist der MA320UP gut einzuordnen: Mit einem aktuellen Straßenpreis ab rund 574 Euro bewegt er sich im gehobenen Bereich der 32-Zoll-Klasse mit 4K, bleibt aber deutlich unter spezialisierten Profi- und Studio-Displays. Gerade das macht ihn als Testkandidaten interessant: BenQ verspricht hier ein sichtbar aufgewertetes Mac-Erlebnis, und genau daran wird sich der Proband im weiteren Verlauf messen lassen müssen.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des BenQ MA320UP.

Lieferumfang

Der Lieferumfang des BenQ MA320UP fällt zweckmäßig und alltagstauglich aus. Zum Paket gehören Panel, Standfuß und Standbein, ein Kabelhalter, das Netzkabel, eine Quickstart-Anleitung und die nötigen Anschlusskabel (HDMI und USB-C) für die direkte Inbetriebnahme. Der Hersteller konzentriert sich damit auf das Wesentliche und verzichtet auf unnötige Beigaben.

Lieferumfang des BenQ MA320UP
Lieferumfang

Ergänzt wird der Lieferumfang sinnvoll über die BenQ-Webseite: Dort stehen das Handbuch, ein Gerätetreiber mit namentlicher Erkennung im Windows-Gerätemanager und Standard-Farbprofile zum Download bereit. Außerdem gibt es Zusatz-Software, auf die wir später noch ausführlicher eingehen werden.

Insgesamt hinterlässt der Lieferumfang damit einen stimmigen Eindruck: nicht üppig, aber vollständig genug für einen problemlosen Start.

Optik und Mechanik

Die Montage des BenQ MA320UP ist einfach gehalten und im Grunde schnell erledigt. Der Hersteller hat die Verpackung dabei praxisnah vorbereitet: Standbein und Sockel lassen sich zunächst separat montieren, anschließend kann das Display mit dem bereits angesetzten Standbein direkt aus dem Karton gehoben werden. Selbst die geschlitzte Schutzhülle des Bildschirms ist darauf ausgelegt.

Geschlitzte Display-Hülle ermöglicht Montage direkt im Karton
Geschlitzte Display-Hülle ermöglicht Montage direkt im Karton

Unsere Abbildungen zeigen die Montage stattdessen auf dem Schreibtisch, weil sich die einzelnen Schritte dort besser erkennen lassen. Das Standbein wird wie üblich auf der Display-Rückseite eingeklickt und kann per Knopfdruck auch ganz leicht wieder entfernt werden. Anschließend wird die Bodenplatte aufgesetzt und werkzeuglos über eine Flügelschraube an der Unterseite des Sockels fixiert.

Monitorstandbein mit massiver Monitoraufhängung
Standbein mit massiver Monitoraufhängung
Einrasten des Standbeins auf der Displayrückseite
Einrasten des Standbeins

Auf einen kleinen, aber in der Praxis wichtigen Punkt sollte man dabei achten: Der Kabel-Clip sollte bereits vor der Montage der Bodenplatte am Standbein angebracht werden. Das ist im Aufbau leicht zu übersehen, lässt sich nachträglich aber nicht mehr ohne Weiteres korrigieren. In diesem Fall muss die Bodenplatte nochmals abgeschraubt werden. Gerade weil die Montage ansonsten so unkompliziert abläuft, ist das ein unnötiger kleiner Stolperstein.

Aufsetzen der Bodenplatte am Monitorarm
Aufsetzen der Bodenplatte
Fixierung von Fuß und Arm mit Flügelschraube
Fixierung mit Flügelschraube

Schon nach dem Aufbau hinterlässt der BenQ MA320UP einen sehr hochwertigen Eindruck. Standbein und Bodenplatte sind zwar kunststoffummantelt, die gut getroffene Alu-Optik passt aber sehr stimmig zum Apple-nahen Konzept des Monitors und wirkt insgesamt erfreulich edel.

BenQ MA320UP Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Ansicht vorn in der höchsten Stellung
BenQ MA320UP Ansicht hinten in der höchsten Stellung
Ansicht hinten in der höchsten Stellung

Zugleich bleibt es nicht bei bloßer Imitation: Beide Bauteile fühlen sich teilweise durchaus kühl an, was gut dazu passt, dass im Inneren sichtbar nicht an Metall gespart wurde. Auch Verarbeitung und Spaltmaße geben keinen Anlass zur Kritik. Der BenQ MA320UP wirkt sauber gefertigt und insgesamt hochwertiger, als es die Materialwahl auf den ersten Blick vermuten lässt. Die entsprechenden Ansichten in hoher und niedriger Stellung sowie in der Drehung unterstreichen diesen aufgeräumten und gefälligen Gesamteindruck.

BenQ MA320UP Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
BenQ MA320UP Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung
Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung

Die Ergonomie ist erfreulich vollständig. Höhenverstellung, Neigung, Drehung und Pivot sind vorhanden, wobei die Einstellbereiche nicht in jeder Disziplin üppig ausfallen. Vor allem die seitliche Drehung bleibt mit je 15° etwas knapper, als man es bei einem 32-Zoll-Modell vielleicht erwarten würde.

Display Ansicht Drehung nach links
Ansicht: Drehung nach links
Display Ansicht Drehung nach rechts
Ansicht: Drehung nach rechts

In der Praxis relativiert sich das aber durch die sehr gelungene Mechanik: Alle Justierungen gelingen leichtgängig, zugleich aber präzise und ausreichend stabil. Auch ohne Gasdruckfeder wirkt die Konstruktion hochwertig, was sich nicht nur im Bewegungsablauf, sondern selbst akustisch bemerkbar macht. Der Stand vermittelt Solidität, ohne schwergängig zu sein. Laut Handbuch bietet der Standfuß 115 mm Höhenverstellung sowie eine Neige-, Dreh- und Pivot-Funktion.

Die folgenden Abbildungen zeigen den minimalen und maximalen Neigungswinkel sowie den Schwenk ins Hochformat.

Display Ansicht seitlich: -5°
Ansicht seitlich: -5°
Display Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten: +20°
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten: +20°
BenQ MA320UP Ansicht Pivot seitlich
Ansicht Pivot seitlich
Ansicht Pivot von vorn
Ansicht Pivot von vorn

Zur alltagstauglichen Anmutung trägt auch die Kabelführung bei. Der Kabel-Clip sitzt stabil, ist sinnvoll nahe an den Anschlüssen positioniert und erfüllt damit grundsätzlich seinen Zweck. Die Öffnung fällt allerdings etwas groß aus.

Standbein des BenQ MA320UP
Standbein

Dünnere Kabel, etwa USB-C-Leitungen, können dadurch leichter wieder herausrutschen als bei straffer geführten Lösungen. Das ist kein gravierender Mangel, aber ein kleiner Detailpunkt, bei dem etwas mehr Führung dem ansonsten hochwertigen Eindruck gutgetan hätte. Das gummierte Pad an der Vorderseite der Bodenplatte setzt zusätzlich einen optischen Akzent, bleibt funktional jedoch eher eine nette Idee als ein echter Mehrwert.

Kabelführung am Monitorarm
Kabelführung

Auf der Rückseite fällt die sauber integrierte Technik auf. Das Netzteil ist im Gehäuse untergebracht. Ein externer Klotz entfällt also, einen dedizierten Netzschalter zum vollständigen Trennen vom Stromnetz gibt es jedoch nicht. Belüftungsschlitze sind vorhanden, wobei sich im Betrieb weder dort noch auf der Gehäuserückseite eine nennenswerte Erwärmung gezeigt hat.

Lediglich in den ersten Betriebsphasen fiel oben im Bereich der Lüftungsschlitze eine leichte Geruchsbildung auf. In diesem Bereich sitzt auch der Lichtsensor, über den der BenQ MA320UP auf Wunsch Helligkeit und Umgebungslichtanpassung unterstützen kann.

Lüftungsschlitze am Displaygehäuse
Lüftungsschlitze

Technik

Betriebsgeräusch

Wir haben beim BenQ MA320UP keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Stand-by wie auch im Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos – unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 250 W 54,55 W
Betrieb typisch 45 W
140 cd/m² k. A. 21,56 W
Betrieb minimal k. A. 16,71 W
Energiespar­modus (Stand-by) < 0,5 W < 0,3 W
Ausgeschaltet (Soft-off) k. A. < 0,2 W
Ausgeschaltet (Netzschalter)

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

BenQ nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 250 Watt und einen typischen Bedarf von 45 Watt. Nach unseren Messungen liegt die maximale Leistungsaufnahme bei 54,55 Watt – natürlich ohne Stromversorgung externer USB-C-Geräte.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 21,56 Watt an, also 52 % weniger als bei der Herstellerangabe. Die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu 1,8 cd/W – ein ausgezeichneter Wert.

Im Stand-by reduziert sich der Strombedarf auf unter 0,3 Watt. Mittels der Soft-off-Taste lässt sich das noch minimal auf unter 0,2 Watt drücken. Einen Netzschalter, um den Monitor komplett vom Stromnetz zu trennen, hat der BenQ MA320UP allerdings nicht.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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