Messungen nach Kalibrierung und Profilierung
Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)
Die Ausgangsbasis für unsere Messungen entspricht den Einstellungen, die bereits im Kapitel „Ausgangsbasis für unsere Beurteilung“ im Rahmen der subjektiven Bewertung beschrieben wurden.
Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Die Graubalance des BenQ MA320UP fällt in den Werkseinstellungen messtechnisch insgesamt gut aus. Auffällig bleiben jedoch der unkonventionelle Gamma-Verlauf und die merklich zu warme Abstimmung. So liegt das Gamma im Mittel bei 2,4 und damit für den Desktop-Einsatz ungewöhnlich hoch, während die Farbtemperatur mit 6158 K sichtbar unter dem 6500-K-Standard bleibt.
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Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Im sRGB-Modus liefert der BenQ MA320UP insgesamt ein ordentliches Ergebnis. Der Weißpunkt liegt mit 6269 K nahe am Ziel, die Graubalance fällt mit einem durchschnittlichen Delta C von 0,93 und einer Range von 1,11 gut aus.
Auffällig bleibt allerdings die Gradation: Mit einem Durchschnittswert von 2,33 liegt das Gamma sichtbar über der sRGB-Norm. Auch bei den Farben zeigt sich ein solides, aber nicht vollkommen präzises Resultat. Der durchschnittliche Delta-E-2000-Wert von 1,20 ist gut. Das gemessene sRGB-Gamut-Volumen von 94 % zeigt jedoch, dass der Zielfarbraum nicht vollständig ausgeschöpft wird.
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Vergleich DCI-P3-Modus mit dem DCI-P3-Arbeitsfarbraum

Im Display-P3-Modus trifft der BenQ MA320UP den Zielweißpunkt mit 6383 K sehr gut und bietet mit 1404:1 weiterhin ein starkes Kontrastverhältnis. Auch die Graubalance fällt auf den ersten Blick sehr gut aus, wird jedoch erneut von einem zu hohen Gamma relativiert. Mit einem Durchschnittswert von 2,31 liegt die Gradation sichtbar über der Norm, was sich auch in der ansteigenden Gamma-Kurve zeigt.
Deutlich kritischer ist die eigentliche Farbwiedergabe: Der durchschnittliche Delta-E-2000-Wert beläuft sich auf 2,93, das Maximum auf 5,84. Hinzu kommt, dass das gemessene DCI-P3-Gamut-Volumen nur 90 % erreicht. Der Display-P3-Modus bleibt damit insgesamt hinter dem zurück, was man von einem gezielten P3-Preset erwarten würde.
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Messungen nach Kalibrierung und Profilierung
Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.
Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.
Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:
| Bildmodus: | „User“ |
| Helligkeit: | 14 |
| Kontrast: | 50 |
| Gamma: | 2,2 |
| Farbtemperatur: | Benutzerdefiniert |
| RGB: | 94/100/93 |
| Color-Gamut: | Nativ |
| DUE-Priority: | n. v. |
| Schärfe: | 5 |
| Reaktionszeit: | Hoch |
Profilvalidierung
Die Profilvalidierung zeigt, wie gut der tatsächliche Zustand des Monitors nach der Kalibrierung durch das erstellte ICC-Profil beschrieben wird und wie präzise das Gesamtsystem daraus reproduzierbare Farben ableiten kann. Bei einer Softwarekalibrierung gehören dazu nicht nur der Gerätezustand des Monitors selbst, sondern auch die Korrektur über die Grafikkarten-LUT, insbesondere bei Graubalance, Weißpunkt und Gradation. Die Profilvalidierung prüft damit das Zusammenspiel aus Monitorzustand, LUT-Korrektur und Profilbeschreibung.

Nach der Kalibrierung zeigt der BenQ MA320UP ein sehr überzeugendes Ergebnis. Der Weißpunkt liegt mit 6515 K praktisch auf Zielniveau, die Helligkeit wurde auf 140 cd/m² eingeregelt, und mit 0,10 cd/m² Schwarzwert bleibt auch das Kontrastverhältnis mit 1404:1 auf hohem Niveau.
Die Gradation trifft die Vorgabe mit einem Durchschnitt von 2,19 sehr sauber, was sich auch in der gleichmäßigen Gamma-Kurve widerspiegelt. Ebenso gelungen fällt die Graubalance aus: Mit einem durchschnittlichen Delta C von 0,64 und einer Range von 1,66 bleiben die Abweichungen gering.
Die eigentliche Profilvalidierung überzeugt ebenfalls. Der durchschnittliche Delta-E-2000-Wert liegt bei nur 0,43, das Maximum bei 1,70. Das Matrix-Profil beschreibt den kalibrierten Zustand damit sehr exakt. Auffällige Drifts oder unschöne Nichtlinearitäten waren nicht festzustellen.
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Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch.
Nach der Kalibrierung auf sRGB zeigt der BenQ MA320UP insgesamt ein sehr überzeugendes Ergebnis. Der Weißpunkt liegt mit 6510 K sehr nahe am Soll, die Helligkeit wurde auf 140 cd/m² eingeregelt, und mit 0,10 cd/m² Schwarzwert bleibt auch das Kontrastverhältnis mit 1401:1 auf hohem Niveau. Die Gradation trifft die Vorgabe mit einem Durchschnitt von 2,20 sehr sauber, was sich auch in der weitgehend gleichmäßigen Gamma-Kurve widerspiegelt. Die Graubalance fällt insgesamt gut aus, zeigt im Verlauf aber eine gewisse Unruhe: Mit einem durchschnittlichen Delta C von 0,85 bleibt sie zwar auf ordentlichem Niveau, die Range von 2,43 und der Verlauf der Messreihe machen jedoch deutlich, dass die größeren Abweichungen nicht nur in sehr dunklen, wenig relevanten Tonstufen auftreten, sondern teils auch im mittleren Graubereich liegen.
Die Farbwiedergabe überzeugt nach der Kalibrierung ebenfalls. Der durchschnittliche Delta-E-2000-Wert liegt bei nur 0,42, das Maximum bei 1,75. Damit erreicht der BenQ MA320UP im sRGB-Farbraum ein sehr hohes Präzisionsniveau. Mit einem gemessenen sRGB-Gamut-Volumen von 99 % wird der Zielfarbraum zudem nahezu vollständig erfasst.
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Vergleich mit DCI-P3 (farbtransformiert)

Nach der Kalibrierung auf DCI-P3 zeigt der BenQ MA320UP ein insgesamt gutes Ergebnis. Weißpunkt (6506 K), Helligkeit (140 cd/m²) und Kontrast (1400:1) sitzen sauber, auch die Graubalance fällt mit einem durchschnittlichen Delta C von 0,79 und einer Range von 1,79 ordentlich aus. Positiv ist zudem die Gradation: Mit einem Durchschnitt von 2,60 trifft der Monitor die Sollvorgabe sehr präzise, was sich auch in der sauber auf Zielniveau verlaufenden Gamma-Kurve widerspiegelt.
Die Farbwiedergabe verbessert sich gegenüber dem unkalibrierten Display-P3-Modus zwar sichtbar, erreicht aber nicht das Niveau der sRGB-Kalibrierung. Der durchschnittliche Delta-E-2000-Wert liegt bei 0,82, das Maximum bei 2,68. Das ist insgesamt noch ein gutes Ergebnis, bleibt aber klar hinter dem kalibrierten sRGB-Modus zurück. Hinzu kommt, dass das gemessene DCI-P3-Gamut-Volumen weiterhin bei 93 % liegt und damit die Grenzen des Panels selbst nach der Kalibrierung sichtbar bleiben.
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