Bedienung
Die Bedienung des Philips Brilliance 27E3U7903 erfolgt über vier Multifunktionstasten und eine zusätzliche Soft-off-Taste ganz rechts. Die Tasten sind an der Unterseite des Rahmens angebracht und gut erreichbar. Da sie leicht hervorstehen, lassen sie sich auch ohne Hinsehen oder bei geringer Beleuchtung problemlos ertasten. Sie bieten einen klar definierten Druckpunkt und vermitteln in der Praxis einen insgesamt soliden, wertigen Eindruck.

Die Soft-off-Taste unterscheidet sich trotz identischer Größe und gleichem Tastenabstand klar von den übrigen Bedienelementen: Während sie glatt ausgeführt sind, trägt die Power-Taste das Ein/Aus-Symbol als taktile Prägung. Dadurch lässt sie sich unmittelbar und eindeutig identifizieren, auch ohne Blickkontakt.
Über die Tasten wird zunächst ein Schnellmenü aufgerufen, aus dem sich grundlegende Funktionen wie Eingangswahl, Bildmodi oder der Aufruf des Hauptmenüs erreichen lassen. Die Navigation innerhalb der Menüs erfolgt über getrennte Tasten für Auf/Ab und Bestätigen/Zurück. Das Bedienkonzept ist konsistent, aber weniger direkt als bei Ein-Knopf-Lösungen: Für häufige Anpassungen, etwa von Helligkeit, Eingang oder KVM-Zuordnung, sind entsprechend mehr Bedienschritte erforderlich.
OSD
Das On-Screen-Display des Philips Brilliance 27E3U7903 ist optisch nüchtern und funktional gehalten und insgesamt klar auf einen großen Funktionsumfang ausgelegt. Grundsätzlich findet man sich auch ohne Handbuch recht schnell zurecht, allerdings leistet sich die Menüstruktur einige unnötige Umwege. So sind die Funktionen auf insgesamt elf Hauptmenüpunkte verteilt, die erst durch vertikales Scrollen vollständig erreichbar sind. Manche Bereiche – etwa „Picture“ und „Color“ – hätte man sinnvoller zusammenfassen können.
Eine durchgängige, konsequente Logik bei der Verteilung der Funktionen ist nicht überall erkennbar. So ist etwa die Option zur Verbesserung der Gleichförmigkeit unter „SmartImage“ einsortiert, einem Bereich, der ansonsten eher an klassische Bildmodi erinnert. Diese Funktionen sind zudem nicht über das Hauptmenü, sondern nur über die Schnellauswahl erreichbar. Inhaltlich handelt es sich dabei um Bildoptimierungen, die zusätzlich zu den unter „Farbraum“ geführten Presets wirken können – was die Struktur nicht unbedingt transparenter macht.
Positiv hervorzuheben ist dagegen eine Funktion, die man selbst bei vielen Grafikmonitoren vermisst: die Definition eines Zielfarbraums. Allerdings ist auch diese Umsetzung nicht ganz stringent. So existieren beispielsweise getrennte Einträge wie „AdobeRGB“ und „AdobeRGB D50“, bei denen Farbraum und Weißpunkt bereits in einer einzigen Einstellung vermischt werden. Generell zeigt sich hier, dass Philips den Begriff „Farbraum“ im OSD eher im Sinne von Bildmodi bzw. Presets verwendet, in denen zusätzlich Parameter wie Helligkeit, Gamma und Farbtemperatur mit abgespeichert werden. Diese Presets lassen sich sowohl über das Hauptmenü als auch über das Schnellmenü aufrufen.
Eigene Menübereiche sind der Docking-Funktionalität, dem USB-Hub, dem KVM-Switch und der Multiview-Funktion gewidmet. Hier lässt sich unter anderem festlegen, welchem Eingang die USB-Peripherie zugeordnet und wie zwischen mehreren angeschlossenen Systemen umgeschaltet wird. Auch die Konfiguration von Splitscreen- und Picture-in-Picture-Betrieb erfolgt vollständig über das OSD.
Das auf den ersten Blick recht nutzerfreundlich illustrierte Handbuch bleibt bei wirklich erklärungsbedürftigen Funktionen allerdings oft zu oberflächlich. In der Praxis erschließt man sich daher einige Zusammenhänge eher über Trial & Error als über die Dokumentation.
Im Endeffekt reagiert das OSD sehr zügig und ohne spürbare Verzögerungen, was der Bedienung insgesamt einen hochwertigen, flüssigen Eindruck verleiht und den Umgang mit dem umfangreichen Menü überraschend angenehm macht. Trotz der teils unnötig verschachtelten Struktur und der nicht immer stringenten Logik ist die Bedienung in der Praxis insgesamt ordentlich – nicht zuletzt aufgrund des enormen Funktionsumfangs, der den Philips 27E3U7903 klar als vielseitigen Docking- und Multisystem-Monitor positioniert.
Dem Komfort – und zugleich der Energieeffizienz – dient zudem ein Infrarotsensor, der sowohl die Umgebungshelligkeit misst als auch die Anwesenheit des Nutzers am Arbeitsplatz erkennt. Die letzte Abbildung zeigt die vollständige Menüstruktur des OSDs im Überblick.

Bildqualität
Während die meisten Monitore auch bei sogenannten „rahmenlosen“ Designs weiterhin einen schmalen, leicht nach vorn stehenden Kunststoff-Rand besitzen, der das Panel mechanisch einfasst, setzen sowohl der Philips Brilliance 27E3U7903 als auch das Apple Studio Display auf eine vollflächige Glasfront. Der eigentliche, nicht aktive Panel-Rand liegt dabei hinter der Glasabdeckung und tritt nur als schwarzer Bereich innerhalb der Frontfläche in Erscheinung. Konstruktiv ist also weiterhin ein Rand vorhanden, optisch entsteht jedoch der Eindruck einer durchgehenden, glatten Front ohne vorspringenden Rahmen.
„Spieglein, Spieglein an der Wand …“ – dieser Märchenreim kommt einem unweigerlich in den Sinn, wenn man auf das inaktive Display des Philips Brilliance 27E3U7903 blickt. Ein derart stark spiegelndes Panel mit so klaren, scharf konturierten Reflexionen hatten wir in den vergangenen 15 Jahren praktisch noch nie im Test.
Zugegeben: Im direkten Vergleich mit einem herkömmlichen, matten Display wirken identische Bildinhalte zunächst spürbar lebendiger. Der Eindruck erinnert eher an den Blick in ein Aquarium als an die Betrachtung eines Bildes mit Fischen. Dem steht jedoch gegenüber, dass insbesondere in dunklen Bildbereichen störende Spiegelungen sehr präsent werden können.
Während der Vorteil dieser Darstellung bei unterhaltungsorientierten Anwendungen vermutlich überwiegt, kehrt sich das Verhältnis bei der professionellen Bild- und Videobearbeitung klar um. Hier wirken Reflexionen schnell hinderlich und erschweren eine verlässliche Beurteilung von Kontrast, Tonwerten und dunklen Bildpartien. In jedem Fall setzt der Philips 27E3U7903 eine sehr kontrollierte Raumbeleuchtung und eine entsprechend abgestimmte Arbeitsplatzumgebung voraus, um das volle Potenzial des Displays sinnvoll nutzen zu können.
Beim Reset (Werkseinstellungen) stellt der Monitor folgende Werte ein:
| Bildmodus: | Display P3 |
| Helligkeit: | 70 |
| Kontrast: | 50 |
| Gamma: | 2,2 |
| Farbtemperatur: | 6500 K |
| RGB: | k. A. |
| Color-Gamut: | Display P3 |
| DUE Priority: | Aus |
| Schärfe: | 50 |
| Reaktionszeit: | Aus |
Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.
Graustufen
Subjektiv vermittelt die Darstellung der Graustufen auf den ersten Blick einen ausgezeichneten und neutralen Eindruck. Die hellsten Stufen sind vollständig durchgezeichnet, und auch die dunkelsten Abstufungen bleiben bis einschließlich Stufe 4 klar unterscheidbar. Bei genauerer Betrachtung fallen jedoch Unterschiede zwischen linker und rechter Bildschirmhälfte auf: Die linke Seite wirkt etwas wärmer, die rechte etwas kühler abgestimmt.
Selbst bei deutlich von der zentralen Sitzposition abweichenden Blickwinkeln bleibt die Durchzeichnung sowohl in den hellsten als auch in den dunkelsten Bildbereichen sehr gut erhalten. Die bei vielen IPS-Panels typische starke Aufhellung dunkler Bildpartien tritt beim Philips Brilliance 27E3U7903 nicht auf. Auffällig ist bei horizontalen Blickwinkeln allerdings eine subtile Änderung der Farbtemperatur, die relativ abrupt ab etwa 45° einsetzt: Das Bild bleibt in sich stimmig, verschiebt sich aber leicht in Richtung eines rötlicheren Eindrucks.

Weniger überzeugend ist die Darstellung feiner Grauverläufe. Hier beschränkt sich das Problem nicht auf klassisches Banding, also sichtbar gestufte Tonwertübergänge.
Stattdessen zeigt der Philips 27E3U7903 zusätzlich Mura-typische Inhomogenitäten im Near-Gray-Bereich, die das Bild insgesamt unruhig und fleckig wirken lassen. Diese äußern sich weniger als klar abgegrenzte Stufen, sondern vielmehr als wolkige, körnige Strukturen, die insbesondere bei leichten Kopfbewegungen deutlich sichtbar werden.
Der Eindruck eines homogenen, ruhigen Verlaufs geht dadurch spürbar verloren – ein Aspekt, der für Bildbearbeitung, Retusche und Grading klar relevant ist.










