Test Philips 27E3U7903: 5K-Multimedia-Monitor überzeugt

Einleitung

Mit dem Brilliance 27E3U7903 nimmt Philips einen ambitionierten Anlauf, das Segment großformatiger 5K-Monitore für professionelle Anwender neu zu besetzen. Das Modell positioniert sich oberhalb klassischer Office- und Allround-Displays und richtet sich explizit an kreative Nutzer, die eine sehr hohe Auflösung, einen großen Farbraum und eine moderne Konnektivität in einem zentralen Arbeitsplatz-Display bündeln möchten. Der Hersteller zielt vor allem auf Fotografen, Designer, Video-Editoren und hybride Office-Setups, in denen ein Monitor gleichermaßen als Arbeitsfläche, Dockingstation und Kommunikationszentrale dienen soll.

Der 27-Zoll-Monitor bietet eine native Auflösung von 5120 × 2880 Pixeln (5K) im 16:9-Format und erreicht damit eine Pixeldichte von rund 218 ppi. Letztere liegt auf dem Niveau des Apple Studio Display und ermöglicht eine extrem feine Darstellung von Texten, Benutzeroberflächen und hochauflösenden Bildern ohne sichtbare Pixelstruktur. Gerade für fotografische Workflows bedeutet dies eine sehr präzise Beurteilung von Schärfe, Details und Mikrostrukturen, während der große Arbeitsbereich das parallele Arbeiten mit mehreren Paletten und Fenstern deutlich erleichtert.

Als Panel kommt ein IPS-Display mit erweitertem Farbraum zum Einsatz. Philips gibt eine Abdeckung von 99 % DCI-P3 und vollständiges sRGB an. In Verbindung mit einer 10-Bit-Farbausgabe (8 Bit + FRC) und einer werkseitigen Kalibrierung soll der Monitor eine hohe Farbgenauigkeit für Bild- und Videoinhalte liefern. Ergänzend stehen verschiedene Farbraum-Presets – darunter DCI-P3, Adobe RGB, Rec. 709 und Rec. 2020 – direkt im OSD zur Verfügung, wodurch sich der Proband flexibel an unterschiedliche Workflows anpassen lässt.

Ein zentrales Merkmal des Philips 27E3U7903 ist seine umfangreiche Thunderbolt-4-Integration. Über einen einzigen Kabelanschluss lassen sich Bildsignal, Daten, Netzwerk und Stromversorgung (bis zu 90 Watt Power Delivery) übertragen. Hinzu kommen ein integrierter USB-Hub, ein Ethernet-Port und eine Daisy-Chain-Funktion für den Betrieb mehrerer 5K-Displays in Reihe – ein klarer Fokus auf aufgeräumte, Notebook-basierte Arbeitsplätze. Ein integrierter KVM-Switch ermöglicht zudem das Umschalten von Tastatur und Maus zwischen zwei angeschlossenen Systemen.

Neben den klassischen Display-Eigenschaften integriert Philips zusätzliche Komfort- und Kommunikationsfunktionen. Dazu zählen eine 5-MP-Webcam mit Windows-Hello-Unterstützung, Mikrofone mit Geräuschunterdrückung und integrierte Lautsprecher. Diese Funktionen unterstreichen den Anspruch des Monitors als zentrale Arbeits- und Konferenzlösung, gehen jedoch über das hinaus, was man von einem reinen Grafikmonitor im engeren Sinn erwartet.

Auch im HDR-Kontext positioniert Philips den 27E3U7903 selbstbewusst: Das Display ist DisplayHDR-600-zertifiziert und soll eine konstante Maximalhelligkeit von 500 cd/m² und ein hohes Kontrastverhältnis von 2000:1 erreichen. Für HDR-Workflows stehen verschiedene Presets zur Verfügung, darunter ein dedizierter DisplayHDR-600-Modus.

Der Philips Brilliance 27E3U7903 versteht sich damit weniger als klassischer Referenzmonitor nach dem Vorbild der EIZO-ColorEdge-Serie, sondern vielmehr als hochintegriertes Premium-Arbeitsgerät, das Auflösung, Farbraum, Helligkeit und Konnektivität in einem einzigen Display vereint. Der folgende Test klärt, wie überzeugend dieses Gesamtkonzept in der Praxis umgesetzt ist – und wo die Grenzen zwischen ambitioniertem All-in-one-Ansatz und echtem Grafikmonitor verlaufen.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des Philips 27E3U7903.

Lieferumfang

Zur Montage und ersten Inbetriebnahme liegt dem Philips 27E3U7903 eine gedruckte Quick-Start-Anleitung bei. Ferner sind im Lieferumfang Kabel für Strom, Thunderbolt 4 und HDMI enthalten. Über den üblichen Lieferumfang hinaus finden wir ein Montage-Werkzeug und einen speziellen Adapter zur Anbringung an einer VESA-Wandhalterung (100 × 100 mm) – inklusive der dazu passenden Schrauben (M4 × 4/M6 × 1).

Lieferumfang des Philips 27E3U7903
Lieferumfang

Ein PDF-Handbuch, Treiber und ein Standardfarbprofil konnten wir relativ problemlos direkt über die Produkt-Webseite herunterladen. Das Handbuch wirkt wie aus Textbausteinen zusammengefügt und lässt an einigen Stellen detailliertere Informationen vermissen. Laut Handbuch lässt sich die Kamera auch „sicher im Monitor verstauen“ – eine Information, die ganz offensichtlich von einem anderen Gerät kopiert wurde, denn beim Philips 27E3U7903 ist das definitiv nicht der Fall.

Positiv zu erwähnen ist noch die Philips-SmartControl-Software“. Damit kann man zum einen ein OTA-Firmware-Update durchführen und zum anderen die OSD-Funktionen vom PC steuern. Das hat im Test flott und verzögerungsfrei funktioniert. „OTA“ bedeutet übrigens auch bei Philips „Over the Air“. Dabei passiert aber nichts Apple-Magisches – gemeint ist schlicht per Internet, beispielsweise über den kabelgebundenen Ethernet-Hub des Gerätes. Schade ist nur, dass Philips die Software derart gut versteckt, dass sie wahrscheinlich niemand findet, der nicht bewusst danach sucht.

Optik und Mechanik

Bereits die runde Durchführung des Stromkabels in das Gehäuse erinnert gestalterisch an das Apple Studio Display. Anders als dort ist das Kabel beim Philips 27E3U7903 jedoch fest mit dem Monitor verbunden und lässt sich nicht ohne Weiteres austauschen. Das eigentliche Kaltgerätekabel wird über ein vorgeschaltetes Adapterstück angeschlossen.

In der Praxis erweist sich diese Lösung weniger als Vorteil, sondern eher als handfeste Einschränkung: Bei der Montage, beim Transport oder insbesondere beim Umrüsten auf einen Schwenkarm ist das fest angeschlossene Kabel im Weg und erschwert die Handhabung unnötig. Zudem lässt sich ein beschädigtes Kabel nicht einfach ersetzen, sondern macht im Zweifel einen Servicefall aus dem gesamten Anschlussstrang.

Montage: Stromkabel fest mit dem Monitor verbunden
Montage: Stromkabel fest mit dem Monitor verbunden

Die Montage des Standfußes erfolgt in zwei Schritten: Zunächst wird das Standbein mit der Rückseite des Display-Gehäuses verschraubt, anschließend wird die Bodenplatte aufgesetzt und ebenfalls fixiert. Werkzeugfrei ist der Aufbau hier allerdings nicht. Zwar legt Philips einen Kreuzschlitz-Schraubendreher bei, dieser ist in der Praxis jedoch nicht besonders passgenau, wodurch sich das Anziehen der Schrauben etwas fummelig gestaltet.

Aufsetzen des Standbeins
Aufsetzen des Standbeins
Beiliegende Schraube und Werkzeug
Beiliegende Schraube und Werkzeug

Die Schraubenköpfe sind zusätzlich mit einem Schlitz ausgeführt. Wer einen gut passenden, etwas größeren Schlitz-Schraubendreher zur Hand hat, kann die Montage damit deutlich angenehmer und mit besserem Drehmoment erledigen. Insgesamt ist der Aufbau zwar unkompliziert, vermittelt aber nicht den Eindruck eines durchgängig Premium-orientierten Montagesystems – zumal die Befestigung an der Display-Rückseite nicht ganz passgenau ist.

Montage des Standbeins
Montage des Standbeins
Bodenplatte (Fuß) von oben
Bodenplatte von oben

Für die Verschraubung des Standbeins empfiehlt es sich, es leicht seitlich zu drehen, da der Zugang zu den Schrauben bei gerade ausgerichtetem Monitor durch das Stromkabel spürbar eingeschränkt ist. Das anschließende Aufsetzen der Bodenplatte gestaltet sich zwar einfacher, erfordert jedoch das Anziehen von gleich zwei Schrauben.

Aufsetzen der Bodenplatte am Monitorarm
Aufsetzen der Bodenplatte
Fixierung mit zwei Schrauben
Fixierung mit zwei Schrauben

Auf den beiden letzten Abbildungen ist der beiliegende VESA-Adapter von beiden Seiten zu sehen. Er kann anstelle des Standbeins aufgesetzt und verschraubt werden.

VESA-Adapter: Rückseite
VESA-Adapter: Rückseite
VESA-Adapter: Vorderseite
VESA-Adapter: Vorderseite

Bereits beim ersten Kontakt wird deutlich, dass sich der Philips 27E3U7903 gestalterisch stark am Apple Studio Display orientiert. Die klare, reduzierte Formsprache mit rechteckigem Gehäuse, leicht gerundeten Ecken und einer vergleichsweise geringen Bautiefe von knapp 3 cm wirkt modern und fügt sich unauffällig in zeitgemäße Arbeitsumgebungen ein. Auf dekorative Elemente wird konsequent verzichtet. Der Monitor tritt bewusst als sachliches Arbeitsgerät auf.

Ähnlich wie beim Apple Studio Display vermittelt der Philips 27E3U7903 von vorn zunächst den Eindruck eines rahmenlosen Displays. Die Front wird vollständig von einer knapp 2 mm starken Glas-Abdeckung bedeckt. Tatsächlich befindet sich innerhalb der Glasfläche jedoch ein klar definierter, nicht zur Bildwiedergabe genutzter schwarzer Rand um die aktive Panel-Fläche, der auch im ausgeschalteten Zustand deutlich sichtbar ist.

Philips 27E3U7903 Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Philips 27E3U7903 Ansicht hinten in der höchsten Stellung
Ansicht hinten in der höchsten Stellung

Während dieser innere Rahmen beim Apple Studio Display rundum gleichmäßig breit ausgeführt ist, fällt er beim Philips 27E3U7903 unterschiedlich dimensioniert aus: Oben und an den Seiten beträgt seine Breite etwa 1,3 cm, am unteren Rand erweitert er sich auf rund 2,5 cm. Ohne Standbein und Webcam erinnert die Frontansicht damit in ihrer Wirkung an ein überdimensioniertes Tablet – wäre da nicht die Webcam.

Sie wirkt optisch klar „aufgepfropft“ und unterbricht die ansonsten ruhige Linienführung des Monitors. In Kombination mit der ohnehin eingeschränkten Greifmöglichkeit an der Oberkante verschlechtert sie zudem die Ergonomie bei der Höhen- und Neigungsverstellung. Aus rein gestalterischer Sicht fügt sich die Webcam nur bedingt in das Gesamtbild ein.

Von der Rückseite betrachtet, verstärkt die leicht glänzende Oberfläche zunächst den Eindruck eines Metallgehäuses. Tatsächlich besteht das Gehäuse jedoch vollständig aus Kunststoff – lediglich die Bodenplatte ist aus Aluminium gefertigt. Die Kunststoffoberfläche erweist sich in der Praxis als sehr kratzempfindlich und zieht – ähnlich wie die Glasfront – Staub und Fingerabdrücke deutlich an.

Philips 27E3U7903 Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Philips 27E3U7903 Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung
Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung

Die Höhenverstellung bietet mit rund 15 cm den üblichen Verstellbereich. In der Praxis arbeitet sie jedoch relativ schwergängig und wirkt in Kombination aus Geräuschentwicklung und Haptik nicht ganz der Preisklasse angemessen. Ähnlich verhält es sich mit der Drehfunktion: In der Bodenplatte ist hierzu ein Drehteller integriert, der eine freie Rotation um die eigene Achse ermöglicht. Der Funktionsumfang ist damit zwar maximal, die Umsetzung wirkt jedoch eher zweckmäßig als hochwertig und hinterlässt nicht den Eindruck einer besonders präzisen oder gedämpften Mechanik.

Monitor Ansicht 45°-Drehung nach links
Ansicht 45°-Drehung nach links
Monitor Ansicht 45°-Drehung nach rechts
Ansicht 45°-Drehung nach rechts
Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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