Messungen nach Kalibrierung und Profilierung
Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus DisplayCAL heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.
Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.
Für die Kalibrierung wurden im OSD folgende Werte eingestellt:
| Bildmodus: | Standard |
| Helligkeit: | 45 |
| Kontrast: | 70 |
| Gamma: | n. v. |
| Farbtemperatur: | Benutzerdefiniert |
| RGB: | 100/94/94 |
| Schärfe: | 50 |
Profilvalidierung

Der ViewSonic VG2741V-2K zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Alle Kalibrierungsziele wurden erreicht. Die Graubalance ist sehr gut (Delta-C-Average: 0,43) und die Range mit 1,38 Delta C gut. Die Farbwerte sind gut bis sehr gut (Delta-E-2000-Average: 0,68; Delta-E-2000-Maximum: 2,73).
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch.
Die Graubalance ist sehr gut (Delta-C-Average: 0,45). Die Range liegt bei 1,28 Delta C, was als gut zu werten ist. Die Farbwerte sind sehr gut (Delta-E-2000-Average: 0,58). Der Gammawert beträgt im Schnitt 2,41, und die Gammakurve verläuft bis auf einen Schlenker am Ende korrekt. Die maximale Farbabweichung beläuft sich auf ein Delta E 2000 von 1,92 (RGB: 0 127 0).
Eine Kalibrierung kann das Ergebnis des sRGB-Modus in jedem Fall verbessern.
Die „Range“ bei Delta C (ΔC) bezieht sich auf den Bereich oder die Spanne der Farbunterschiede zwischen zwei Farben oder Farbwerten. Delta C ist eine Metrik, die in der Farbmessung und -analyse verwendet wird, um den Farbunterschied zwischen zwei Farbproben zu quantifizieren. Es misst, wie stark die Farben voneinander abweichen.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Backlight
Die Hintergrundbeleuchtung des ViewSonic VG2741V-2K wird nicht durch Pulsweitenmodulation (PWM) gedimmt, sodass keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flicker) auftreten. Getestet wurde bei einer Helligkeit von 100 %, 45 % (140 cd/m²) und 0 %. Damit ist der Bildschirm selbst bei reduzierter Helligkeit für ein längeres, ermüdungsfreies Arbeiten davor geeignet.
Reaktionsverhalten
Das Reaktionsverhalten haben wir in nativer Auflösung bei 120 Hz am HDMI-Eingang untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.
Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 4 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. Der ViewSonic VG2741V-2K hat drei Optionen („Standard“, „Erweitert“ und „Ultraschnell“). Die Werkseinstellung ist „Standard“.
Messverfahren: Anfängliche Reaktionszeit („initial response time“), Gamma-Korrektur (RGB-5-Toleranz) und RGB-Überschwinger.
Overdrive, 120 Hz
120 Hz, Overdrive „Standard“
In der Einstellung „Standard“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 14,5 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 8,5 ms. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 17,8 ms. Insgesamt können die Messwerte als langsam bezeichnet werden.
Überschwinger treten keine auf, die Abstimmung ist sehr neutral.
120 Hz, Overdrive „Erweitert“
In der mittleren Overdrive-Stufe „Erweitert“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 12,1 ms leicht verbessert und den schnellsten Grauwechsel mit 6 ms. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 16 ms. Insgesamt verbessern sich die Messwerte nur geringfügig.
Überschwinger treten weiterhin nicht auf, die Abstimmung bleibt völlig neutral. Deshalb empfehlen wir, die Overdrive-Stufe „Erweitert“ als Standard zu verwenden.
120 Hz, Overdrive „Ultraschnell“
In der höchsten Overdrive-Stufe „Ultraschnell“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 12,8 ms sogar leicht verschlechtert und den schnellsten Grauwechsel mit 2,6 ms. Damit wird der im Datenblatt genannte Wert von 4 ms deutlich unterboten. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 9,4 ms. Insgesamt verbessern sich die Messwerte stark, aber nicht alle.
Die Überschwinger sind nun sehr deutlich ausgeprägt und führen auch in unserem Praxistest zu einem massiven Korona-Effekt. Hier haben die Ingenieure zu viel aus dem Modell herausholen wollen, wodurch dieser Modus unter Qualitätsaspekten weniger geeignet ist.
Latenzzeit
Die Latenzzeit (auch Input-Lag genannt) eines Monitors ist insbesondere beim Spielen ein wichtiger Faktor, da sie beeinflusst, wie schnell Eingaben (z. B. Mausbewegungen oder Tastenklicks) auf dem Bildschirm angezeigt werden. Ein Wert von unter 5 ms kann als sehr gut angesehen werden und ist ideal für professionelles Gaming und E-Sport, da sie schnelle Reaktionen erfordern. Werte zwischen 5 und 10 ms eignen sich noch für ambitionierte Spieler und Videobearbeiter. Als durchschnittlich sind 10 bis 25 ms anzusehen, was für die meisten Nutzer ausreichend für alltägliche Aufgaben ist. Ab 25 ms können bei schnellen Bewegungen Verzögerungen auftreten, wodurch solche Zeiten für anspruchsvolle Anwendungen nicht mehr empfehlenswert sind.
Wir haben die Latenzzeit in der nativen Auflösung (2560 × 1440) bei 60 Hz, 100 Hz und 120 Hz am HDMI-Eingang gemessen.
Im Mittel beträgt die Latenz bei 60 Hz 9,3 ms, bei 100 Hz 7,9 ms und bei 120 Hz 6,8 ms, was für einen Business-Monitor ein praxisgerechter Wert ist.


















