Technik
Betriebsgeräusch
Eine aktive Kühlung ist nicht vorhanden, sodass im Arbeitsumfeld keine zusätzlichen Geräuschquellen entstehen. Wir haben beim ViewSonic VP2788-5K keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Stand-by wie auch in Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos – unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Das gilt auch für das Netzteil. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.
Stromverbrauch
| Hersteller | Gemessen GL aus | Gemessen GL ein | |
| Betrieb maximal | 50 W | 40,71 W | 41,06 W |
| Betrieb typisch | 47 W | – | – |
| 140 cd/m² | k. A. | 23,33 W | Nicht erreicht |
| Betrieb minimal | k. A. | 19,9 W | 22,85 W |
| Energiesparmodus (Stand-by) | 0,5 W | 0,6 W | 0,6 W |
| Ausgeschaltet (Soft-off) | k. A. | < 0,3 W | < 0,3 W |
| Ausgeschaltet (Netzschalter) | – | – | – |
Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)
ViewSonic nennt im Datenblatt einen maximalen Leistungsbedarf von 50 Watt. In unseren Messungen liegt der Maximalverbrauch mit 40,71 Watt rund 19 % darunter. Der Soft-off-Button reduziert die Leistungsaufnahme auf unter 0,3 Watt, im Stand-by-Betrieb messen wir hingegen 0,6 Watt. Einen Netzschalter zur vollständigen Trennung vom Stromnetz besitzt der VP2788-5K nicht.
Für diese Messungen wurde die Gleichförmigkeitskorrektur im OSD deaktiviert. Mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur bewegen sich die Verbrauchswerte in etwa auf gleichem Niveau; die Arbeitshelligkeit von 140 cd/m² wird in diesem Modus jedoch nicht erreicht.
Bei einer Helligkeit von 140 cd/m² messen wir eine Leistungsaufnahme von 23,33 Watt. Daraus ergibt sich eine Effizienz von 1,2 cd/W. Auch im übergreifenden Vergleich ist dies ein guter Wert. Berücksichtigt man die hohe 5K-Auflösung, fällt die Effizienz sogar sehr gut aus.
Anschlüsse
Der ViewSonic VP2788-5K ist als leistungsfähiger 5K-Arbeitsmonitor mit moderner Konnektivität ausgelegt. Sämtliche Video- und Datenanschlüsse befinden sich auf der Rückseite und sind zentral gruppiert. Die Anordnung ist übersichtlich, auch wenn die Zugänglichkeit – wie bei den meisten rückwärtigen Lösungen – vom Abstand zur Wand abhängt.

Eine zentrale Rolle spielen die Thunderbolt-4-Anschlüsse. Der Monitor verfügt über einen Thunderbolt-Eingang (Upstream) und einen Thunderbolt-Ausgang (Downstream). Über Thunderbolt lassen sich Videosignal, Daten und Stromversorgung über ein einziges Kabel übertragen. Die Daisy-Chain-Funktion erlaubt es, bis zu zwei 5K-Monitore in Reihe zu betreiben, sofern die verwendete Grafik-Hardware dies unterstützt.

Ungewöhnlich ist dabei die Platzierung der beiden Thunderbolt-4-Schnittstellen: Sie befinden sich nicht bei den übrigen Signaleingängen, sondern separat an der Unterseite des Rahmens. Das macht sie einerseits sehr gut zugänglich, führt andererseits aber dazu, dass die angeschlossenen Kabel dauerhaft sichtbar bleiben.
Der Thunderbolt-4-Eingang akzeptiert obendrein USB-C-Verbindungen mit DisplayPort-1.4-Alt-Mode. Das ist keineswegs selbstverständlich und bedeutet, dass sich der Monitor auch wie ein normaler USB-C-Monitor betreiben lässt. Die Vorteile der höheren Thunderbolt-4-Bandbreite stehen in diesem Fall allerdings nicht zur Verfügung.
Als klassische Videoschnittstellen sind zusätzlich DisplayPort und HDMI vertreten. Damit lässt sich der ViewSonic VP2788-5K flexibel in unterschiedliche Workstation- oder Dual-System-Setups integrieren, was insbesondere im Zusammenspiel mit der integrierten KVM-Funktion praxisrelevant ist.
Für die USB-Anbindung bietet der ViewSonic VP2788-5K eine Kombination aus Upstream- und Downstream-Ports. Neben dem Thunderbolt-Upstream existiert ein zusätzlicher USB-C-Upstream-Port, der unter anderem für die KVM-Funktion und Firmware-Aktualisierungen vorgesehen ist. Auf der Downstream-Seite stehen zwei USB-A-Buchsen und ein weiterer USB-C bereit, die sich für Tastatur, Maus oder externe Speicherlösungen nutzen lassen. Aufgrund ihrer rückseitig versenkten Position eignen sie sich jedoch eher für dauerhafte Verbindungen als für den häufigen Wechsel von USB-Sticks.
Insgesamt präsentiert sich die Anschluss-Ausstattung modern sowie klar auf professionelle Notebook- und Workstation-Umgebungen zugeschnitten. Eine Thunderbolt-Integration mit Daisy-Chain-Option, ein USB-Hub und klassische Videoeingänge decken typische Studio- und Kreativszenarien vollständig ab. Was hingegen fehlt, ist eine Ethernet-Buchse.
Daisy-Chaining
Unter Daisy-Chaining versteht man eine Reihenschaltung mehrerer Monitore, bei der lediglich das erste Display direkt mit dem Computer verbunden ist. Die weiteren Geräte werden über einen entsprechenden Video- oder Thunderbolt-Ausgang vom jeweils vorherigen Bildschirm angesteuert. Voraussetzung ist, dass die Displays – mit Ausnahme des letzten Geräts in der Kette – über einen DisplayPort- oder USB-C-/Thunderbolt-Ausgang verfügen, der das Signal an das nächste Panel weiterleiten kann.
Der praktische Nutzen liegt in einer effizienteren Nutzung der Videoausgänge am Rechner und in einer aufgeräumteren Kabelführung am Arbeitsplatz. Gleichzeitig sind allerdings die vorhandenen Bandbreiten zu berücksichtigen. Mit steigender Anzahl verbundener Displays kann es erforderlich werden, Auflösung oder Bildwiederholfrequenz anzupassen, sofern die verfügbare Datenrate der Schnittstelle oder der Grafikkarte nicht ausreicht.
Beim ViewSonic VP2788-5K ist kein separater MST-Schalter („Multi-Stream Transport“) im OSD vorhanden. Die Mehrfachübertragung ist werkseitig aktiviert. Wird über den Thunderbolt-4-Ausgang ein weiterer Bildschirm angeschlossen, stellt der Monitor automatisch einen zusätzlichen Datenstrom bereit. Die Auswahl zwischen Klon- und erweitertem Desktop-Modus erfolgt – wie üblich – über das Betriebssystem.
In der Praxis wird die maximale Anzahl nutzbarer Monitore weniger durch Thunderbolt 4 selbst limitiert, sondern durch den verwendeten DisplayPort-Übertragungsstandard, der hier auf DisplayPort 1.4 basiert. Zusätzlich spielt die Leistungsfähigkeit der eingesetzten Grafikkarte eine entscheidende Rolle bei der Frage, welche Auflösungs- und Frequenzkombinationen realisierbar sind.
Weiterführende Informationen zur Daisy-Chain-Funktion sind im Benutzerhandbuch des ViewSonic VP2788-5K dokumentiert. Mit aktueller, leistungsfähiger Grafik-Hardware lassen sich in der Praxis zwei 5K-Displays bei 60 Hz üblicherweise problemlos betreiben.
USB-Hub und KVM-Switch
Der ViewSonic VP2788-5K verfügt über einen USB-Hub mit zwei Downstream-Ports, wie weiter oben bereits beschrieben. Darin ist ein KVM-Switch integriert, der den Betrieb von zwei Computersystemen mit nur einem Satz an Eingabegeräten (Keyboard, Video, Maus) ermöglicht. Sind zwei Signalquellen mit dem Monitor verbunden und jeweils per USB-Upstream gekoppelt, können Tastatur und Maus gemeinsam genutzt werden.
Die Umschaltung erfolgt automatisch beim Wechsel des Eingangssignals. Bei Bedarf lässt sich die Zuordnung der beiden Upstream-Verbindungen auch manuell über das OSD des Monitors konfigurieren. Damit eignet sich der ViewSonic VP2788-5K nicht nur als Display, sondern zugleich als zentrale Schnittstelle für Mehr-Rechner-Setups, ohne dass eine separate KVM-Box erforderlich ist.
Im Praxistest hat das Umschalten auch einwandfrei funktioniert.
Multi Picture
Der ViewSonic VP2788-5K unterstützt die gleichzeitige Darstellung von zwei unterschiedlichen Eingangssignalen. Hierfür stehen die Modi Bild in Bild (PiP) und Bild neben Bild (PbP) zur Verfügung.
Im PiP-Modus wird ein zweites Eingangssignal als verkleinertes Fenster innerhalb des Hauptbildes angezeigt. Position und Größe des eingeblendeten Fensters lassen sich über das OSD-Menü anpassen.
Im PbP-Modus wird die Bildschirmfläche zwischen zwei Signalquellen aufgeteilt, sodass beide Inhalte parallel dargestellt werden. Die Auswahl der jeweiligen Signalquellen und die Aktivierung der Multi-Picture-Funktion erfolgen über das OSD.
Die Audio-Ausgabe kann im Multi-Picture-Betrieb einer der beiden Quellen zugewiesen werden.
Soft Proof Light
Mit dem integrierten „Proof Light“ bewirbt ViewSonic eine Lösung zur besseren visuellen Abstimmung zwischen Bildschirmdarstellung und Druckergebnis. Laut Hersteller soll die integrierte Beleuchtung die Beurteilung von Prints direkt am Monitor-Arbeitsplatz erleichtern und eine Annäherung an typische Lichtbedingungen ermöglichen.

Technisch ist das „Proof Light“ oberhalb des Displays integriert und lässt sich über das OSD aktivieren. Es stehen zwei Farbtemperaturen (CCT) zur Auswahl. Weitere Angaben, etwa zum Farbwiedergabe-Index (CRI), macht der Hersteller nicht.
In der Praxis fällt der Lichtkegel vergleichsweise klein aus. Die Ausleuchtung erreicht ein kleines Print-Format zwar grundsätzlich, verteilt sich jedoch nicht gleichmäßig. Bereits bei einem 10 × 15 cm großen Foto zeigt sich eine sichtbare Helligkeitsabnahme zum Rand hin. Aufgrund der fehlenden Angaben zum CRI-Wert sowie der begrenzten und ungleichmäßigen Ausleuchtung ersetzt das „Proof Light“ keinen normgerechten Normlichtkasten, kann aber als ergänzende Orientierungshilfe dienen.








