Betriebsgeräusch, Kühlung und Wartung
ViewSonic beziffert das Betriebsgeräusch des X1-4KE Pro auf 29 dB(A) im Eco-Modus und auf 33 dB(A) im Normal-Modus. Unsere Messungen aus 2 m Entfernung frontal vor dem Projektor fallen annähernd identisch aus. Wir ermitteln 34 dB(A) im Normal-Modus und 30 dB(A) im Eco-Modus.
Mit mehreren Lüftern werden die Bauteile im Gerät gekühlt. Während der Proband mit maximaler Lichtleistung schon gut im Raum zu hören ist, reduziert sich der Pegel im Eco-Modus so deutlich, dass er bereits während leiser Passagen in Filmen nicht mehr stört. Diese Geräuschreduzierung geht aber mit Einbußen bei der Lichtausbeute einher.
Die Lebensdauer der LED-Lichtquelle beziffert ViewSonic auf 60 000 Stunden, bis sich die Lichtausbeute halbiert. Das darf schon als lebenslang bezeichnet werden. Übertragen wir diese Angabe in den Alltag, kommen folgende Werte heraus: Wer jeden Tag einen zwei Stunden langen Film schaut oder diese Zeit mit Zocken verbringt, erreicht diese Stundenzahl erst nach über 82 Jahren. Erst dann hat sich die Lichtleistung halbiert. Folgekosten für eine neue Lichtquelle fallen demzufolge nicht an.
Da keine Lüfter verbaut sind, fallen keine Wartungsarbeiten an. Dennoch empfehlen wir an dieser Stelle, den Projektor regelmäßig zu entstauben und das Objektiv vorsichtig zu reinigen.
Bedienung und OSD
Der ViewSonic X1-4KE Pro besitzt eine handliche Fernbedienung, mit der sich alle Einstellungen vornehmen lassen. Das schließt das Projektor-Menü und die Smart-Funktionen mit ein. Die Tastatur ist vollständig hintergrundbeleuchtet, sodass eine Nutzung in dunklen Räumen bestens funktioniert.
Direktwahltasten für Smart-Funktionen, Bildmenü, Lautstärke, Sprachsteuerung und HDMI/USB-C-Eingänge sind vorhanden. Für ausgewählte Streamingdienste wie Disney+, YouTube oder Netflix gibt es keine Buttons. Der Zugriff erfolgt via OSD.
Der ViewSonic X1-4KE Pro besitzt wie sein Schwestermodell X2-4KE Pro zwei On-Screen-Displays – eines für die Projektoreinstellungen und das andere für Smart-Funktionen. Während das Projektor-Menü direkt auf der Fernbedienung aufgerufen wird, ist das smarte Menü lediglich über die Oberfläche von Google TV erreichbar.
Das OSD ist übersichtlich strukturiert. Unter den Symbolen wird der Name des Menüs aufgeführt. Die Reiter sind selbsterklärend, wodurch sich auch Einsteiger darin zurechtfinden sollten. Im Gegensatz zu anderen Projektorherstellern hat ViewSonic das On-Screen-Display nicht besonders stark verschachtelt. Sehr gut!
Der ViewSonic X1-4KE Pro verfügt über alle nötigen Presets, um Farbtemperatur, Weißpunkt und Graustufenverlauf zu kalibrieren.
Unter „Farbverwaltung“ ist ein 6-Achsen-Farbmanagement hinterlegt, mit dem sich die Primär- und Sekundärfarben im Farbraum anpassen lassen.
Das Betriebssystem Google TV baut auf Android auf und bietet ein separates OSD, in dem weitere Einstellungen vorgenommen werden. Dazu gehören Display & Ton, Netzwerkverbindung, Konten, Datenschutz, Firmware-Updates und kabellose Signalübertragungen.

Smart-Funktionen und Apps
Für die Einrichtung der Smart-Funktionen sollte der Nutzer rund 15 Minuten einplanen. In dieser Zeit wird alles eingerichtet und personalisiert. Nicht aufgeführte Streamingdienste lassen sich per Sprachsteuerung finden und auf Knopfdruck installieren.
Das Betriebssystem Google TV sattelt auf Android auf. Es besitzt die vom TV-Gerät gewohnte Kacheloberfläche. Zahlreiche Apps wie Netflix, Apple TV, DAZN und die ÖRR-Programme inklusive Mediatheken stehen zur Verfügung – leider fehlen WOW und Sky. Wer diese Dienste nutzen möchte, um zum Beispiel die Spiele der Fußball-Bundesliga zu schauen, benötigt zusätzlich ein Gerät wie Fire TV Stick, Roku oder Apple TV.
Weitere Funktionen wie Bluetooth, Apple AirPlay, Google Cast und die Bildschirmspiegelung vom Smartphone, Tablet oder Notebook werden unterstützt. Das Streaming von Inhalten über unser Smartphone ist fehlerfrei. Fotos und Videos werden in ordentlicher Qualität kabellos übertragen.
Die Sprachsteuerung funktioniert sehr gut: Die gesprochenen Befehle werden zuverlässig erkannt und prompt umgesetzt.
Wie schon beim Geschwister ViewSonic X2-4KE Pro können auch auf dem X1-4KE Pro die Apps in der Leiste beliebig verschoben werden. Das ist überaus praktisch, weil auf diese Weise die präferierten Dienste wie Netflix und YouTube weiter vorn angeordnet werden können und somit schneller aufrufbar sind.
Auflösung
ViewSonic beziffert die native Auflösung auf 3840 x 2160 Pixel. Da es den 0,65 Zoll großen Chip von Texas Instruments nur mit Full-HD-Auflösung gibt, nutzt der X1-4KE Pro die XPR-Shift-Technologie, um die zugespielten Bildsignale sequenziell in UHD darzustellen. Im Grunde werden diese Bildinformationen übereinander projiziert. Die sichtbare Auflösung liegt deutlich über Full HD, erreicht aber nicht die Abbildung von echten UHD-Chips. Die Pixelverschiebung übernimmt der Projektor, indem die Spiegel auf dem Chip die Inhalte entsprechend versetzt darstellen.
Alle aktuellen mit 4K beworbenen DLP-Heimkino-Beamer unter 50 000 Euro arbeiten mit dieser XPR-Shift-Technologie. Lichtwerfer mit anderen Technologien, die tatsächlich eine native 4K-UHD-Auflösung bieten, gibt es derzeit von Sony (SXRD) und JVC (D-ILA) ab 6.000 Euro.


































