Toshibas LCD-Prototyp stellt 2D- und 3D-Bilder gleichzeitig dar

0
38

Wie das japanische Technikportal Nikkei Electronics berichtete, hat die Toshiba Corporation einen LCD-Bildschirm entwickelt, der in der Lage ist, Teile eines 2D-Bildes in die 3D-Ansicht umzuwandeln. Das Ganze soll sich sogar mit bloßem Auge betrachten lassen. Angekündigt und erstmalig vorgeführt wurde der Prototyp auf der SID 2010, der größten internationalen Tagung zum Thema Bildschirmtechnologie, die Ende Mai in Seattle stattfand.

Das LCD-Panel ist zu dem von Toshiba entwickelten Integralabbildungsverfahren kompatibel und kann aus neun verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Bei einer Bilddiagonale von zwölf Zoll beträgt seine 2D-Auflösung 1.400 mal 1.050 Pixel, während dreidimensionale Inhalte mit einer Vollbildauflösung von 466 mal 350 Bildpunkten gezeigt werden können.

Auch wenn der 3D-Effekt schlecht nachvollziehbar ist, ist die Darstellung von Toshibas Prototyp sowohl zwei- als auch dreidimensional (Foto: Nikkei Electronics)

Die 3D-Darstellung entsteht durch das sogenannte „GRIN-Obektiv (GRadient INdex)“, das die Verteilung von Brechungsindizes verändert, indem es den Gradienten, d. h. die Orientierung der Flüssigkristallmoleküle steuert. Bei dem komplizierten autostereoskopischen Verfahren kommen zwei übereinandergelegte Bildschirmpanel zum Einsatz: Ein LCD-Panel nimmt die 3D-Umwandlung vor, während ein zweites, herkömmliches Farbdisplay, das für die Bildgebung verantwortlich ist, davor positioniert wird. Was bisher an Informationen über die Wirkungsweise durchgesickert ist, lässt vermuten, dass im Hintergrund noch dazu ein Hochgeschwindigkeitspolarisator seinen Dienst verrichtet.

Ist das GRIN-Objektiv ausgeschaltet, bleibt der Lichtbrechungsindex unverändert und lässt einen normalen Lichtverlauf zu. Daraus resultiert ein zweidimensionales Bild. Wenn es aktiviert wird, richten sich die Kristallmoleküle in einem strahlenförmigen Muster aus. Dabei sind sie parallel zu den streifenförmig in vertikaler Richtung angeordneten Elektroden. Dieser als Streifen wahrnehmbar Effekt erschafft die 3D-Illusion.

Laut Toshiba können zwei- und dreidimensionale Bilder zeitgleich angezeigt werden, indem das zweite Panel nur zum Teil eingeschaltet wird. Bedingt durch das GRIN-Objektiv ist das zweite, hinten liegende Panel mit 150 Mikrometern deutlich mehr als zehnmal so dick wie herkömmliche LCD-Panel. Ein weiterer Nachteil ist, dass es eine deutlich langsamere Reaktionszeit besitzt. Details zu Preisen oder Erscheinungsterminen wurden von Toshiba nicht genannt; allem Anschein nach ist es eher unwahrscheinlich, dass der Prototyp in absehbarer Zeit Marktreife erlangen wird.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen